Bisher 80'000 Menschen aus Libyen geflohen
Weltgemeinschaft soll Flüchtlingen helfen
publiziert: Mittwoch, 2. Mrz 2011 / 14:53 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 2. Mrz 2011 / 15:20 Uhr
Tausende Flüchtlinge aus Libyen warteten auf eine Weiterreise.
Tausende Flüchtlinge aus Libyen warteten auf eine Weiterreise.

Genf - Das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) hat an die Weltgemeinschaft appelliert, hunderte Flugzeuge zur Rettung von Flüchtlingen an der libysch-tunesischen Grenze zu entsenden. Die Lage sei «ausgesprochen chaotisch», sagte UNHCR-Sprecherin Sybella Wilkes am Mittwoch.

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Auf tunesischer Seite der Grenze warteten derzeit Menschenmassen auf einer Fläche von der Grösse mehrerer Fussballfelder in eisiger Kälte auf eine Weiterreise, sagte Wilkes. Viele Flüchtlinge hätten bereits drei oder vier Nächte draussen im Regen verbracht.

Nach Wilkes' Angaben flohen bisher knapp 80'000 Menschen aus Libyen nach Ägypten und etwa noch einmal so viele nach Tunesien. Damit seien mehr als 150'000 Flüchtlinge zu versorgen, sagte sie. Das Verkehrssystem sei völlig zusammengebrochen, weshalb sich der Flüchtlingszug an der Grenze staue.

Luftbrücke für Ägypter

Bereits am Mittwoch wollte Grossbritannien eine Luftbrücke für ägyptische Flüchtlinge an der libysch-tunesischen Grenze starten. Premierminister David Cameron erklärte in London, die Ägypter würden in ihre Heimat ausgeflogen. Der erste Flug sollte noch im Lauf des Tages in Grossbritannien starten.

Auch Frankreich kündigte an, Grossraumflugzeuge und ein Schiff nach Tunesien zu schicken. Mindestens 5000 ägyptische Arbeiter sollten demnächst in ihr Heimatland geflogen werden, kündigte der neue französische Aussenminister Alain Juppé an.

«Humanitäre Katastrophe»

Die EU verdreifachte unterdessen ihre Soforthilfe für Flüchtlinge aus Libyen auf zehn Millionen Euro. «Die Lage erfordert eine Antwort der internationalen Gemeinschaft», sagte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso in Brüssel und sprach von einer «humanitären Katastrophe». Er sei in engem Kontakt mit dem UNHCR.

Das Geld werde für humanitäre Zwecke eingesetzt, wie medizinische Geräte, Zelte und Matratzen. Zudem habe die EU ihr Krisenzentrum für den Katastrophenschutz (MIC) alarmiert, das die Hilfe der Mitgliedsstaaten koordiniere.

Genugtuung im UNO-Menschenrechtsrat über Ausschluss Libyens

Der Ausschluss Libyens aus dem UNO-Menschenrechtsrat durch die UNO-Vollversammlung ist am Sitz des Gremiums in Genf am Mittwoch mit Genugtuung aufgenommen worden.

Der Rat hatte sich in der vergangenen Woche in seltener Einmütigkeit für den Ausschluss ausgesprochen und eine entsprechende Empfehlung an die zuständige Generalversammlung gerichtet. In der regulären Sitzung des Rates am Mittwoch wurde der Beschluss der Vollversammlung von zahlreichen Rednern begrüsst.

(bg/sda)

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Frauen und Kinder
zuerst. War das Motto auf jedem sinkenden Schiff. Auch als die Nationalen Sozialisten in Deutschland an die Macht kamen, haben sich ganze Familien in Sicherheit gebracht.

Hier erleben wir die Flucht von jungen Männern, die endlich mehr verdienen wollen.

Ich seh schon die SP, die argumentieren wird, dass wir den Flüchtlingen mindestens eine Ausbildung ermöglichen sollen. Nach vier Jahren Ausbildung in der Schweiz werden wir von der gleichen SP zu hören bekommen, wie unmenschlich es doch wäre, die Ausgebildeten wieder nach Hause zu schicken.

Als nächstes fordert die SP dann schnellere Einbürgerung oder doch zumindest Wahlrecht für die ehemaligen Flüchtlinge.
Denn sie hat bei jedem vom Steuerzahler berappten Schritt auf dem Weg den Leuten klargemacht, wem sie die Gaben zu verdanken hat.
Je mehr Flüchtlinge, desto mehr potentielle SP - Wähler.
Das ist mal das eine. Und dann ist man ja auch noch grundsäzlich die Partei der Emphaten (Trademark thomy).

Dabei erleben wir gerade in der Entwicklungspolitik, wie unmenschlich und grottenschlecht "gut gemeint" ist.
Jeder Dummkopf kann Geld überweisen und sich dabei gut fühlen. Schwierig wird's dann, wenn Konzepte erforderlich sind, die auch ein NEIN enthalten.

Mich schaudert heute noch, wenn ich an die FDP Trulla denke, die in einem Interview meinte: "Uns geht's doch so gut. Da können wir schon noch ein wenig Geld in den Topf schmeissen."

Die Tante ist noch nie mit Familien in der Schweiz in Kontakt gekommen, die Kinder haben und "nur" einen Geldverdiener. Zuerst sollte man mal diese Leute fördern, bevor man dafür sorgt, dass sich immer mehr Menschen in anderen Regionen an den Tropf der Ablasszahlungen hängen.
Wo sind die Flüchtlingskinder - frauen?
Die Frage lautet nicht ob man die Hilfe verdreifacht wie die EU, sondern ob man die angeblichen "Flüchtlinge" aufnimmt. Und wichtiger ist, ob man sie nach Beendigung des Konfliktes wieder zurückschickt. Und da dürfte es erfahrungsgemäss laufen wie mit den Balkanflüchtlingen die praktisch alle
geblieben sind. Für konsequente Rückführungen fehlt in der CH nach wie vor die Kraft und der politische Wille dazu. Und somit wird auch die CH noch an diesen massenhaft kommenden "Flüchtlingen", Frauen und Kinder sind nicht dabei denn diese bauen das Land in der Zwischenzeit wieder auf, noch erheblich kauen haben. Da braucht man sich gar nichts vorzumachen.
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