Weltmeister Bettini grosser Favorit der Züri-Metzgete
publiziert: Samstag, 30. Sep 2006 / 17:20 Uhr

Die 93. Züri-Metzgete ist zum zweiten Mal WM-Revanche und hat erstmals den Weltmeister der Vorwoche am Start.

Paolo Bettini jubelt im Ziel an der letztjährigen Züri Metzgete.
Paolo Bettini jubelt im Ziel an der letztjährigen Züri Metzgete.
Vorjahressieger Paolo Bettini, der sich in Salzburg überzeugend den Titel holte, ist auch der grosse Favorit im 25. ProTour-Rennen der Saison. Zeitfahr-Weltmeister Fabian Cancellara ist höchstens Aussenseiter.

Bettini, in den letzten fünf Jahren stets auf dem Podest und zweifacher Sieger, wäre der erste Profi, der als Weltmeister die Meisterschaft von Zürich gewinnen würde. Allerdings fand bis vor zwei Jahren die MvZ jeweils vor der WM statt. Siege in der Züri-Metzgete und in der WM im gleichen Jahr gelang bisher einzig Francesco Moser (1977).

Am Ende der langen Saison scheinen Bettinis Hauptkonkurrenten seine italienischen Teamkollegen der WM in Salzburg zu sein. Der in diesem Jahr noch sieglose Davide Rebellin, vor neun Jahren bereits einmal Sieger in Zürich, fiel in Österreich mit Angriffen im Finale auf.

Danilo Di Luca gehörte am letzten Sonntag ebenfalls zu den aktivsten Fahrern und bewies seine gute Form in der Spanien-Rundfahrt, in der er die 5. Etappe gewann und für zwei Tage das Leadertrikot trug. Neben Bettini und Rebellin sind mit Juan Antonio Flecha (2004) und Daniele Nardello (2003) weitere Sieger der letzten Jahre am Start.

Winokurow mit Punch

Auch Vuelta-Dominator Alexander Winokurow scheint seine gute Form aus der Spanien-Rundfahrt mitgenommen zu haben. Im Zeitfahren holte sich der Kasache hinter Cancellara und David Zabriskie die Bronzemedaille und prägte auch das Strassenrennen nachhaltig mit, blieb aber letztlich ohne weiteren Erfolg.

Der 233,7 km lange Parcours mit dem fünfmal zu absolvierenden Anstieg auf den Pfannenstiel könnte dem 33-jährigen Puncher durchaus liegen, zumal er mit Landsmann Andrej Kaschetschkin und dem Portugiesen Sergio Paulinho auf zwei formstarke Helfer zählen kann. Winokurow ist auch zuzutrauen, dass er nach einem Angriff in der kurzen Rampe in Wetzwil eine kleine Reserve in der Abfahrt auf die Seestrasse und auf den flachen sieben Kilometern zum Ziel am Utoquai zu verteidigen vermag.

Guter Formstand

Über einen guten Formstand wiesen sich zuletzt auch Cancellaras Teamkollege Fränk Schleck, im Vorjahr bei Kälte und Nässe nur von Bettini geschlagen, und Samuel Sanchez aus. Der 26-jährige Luxemburger Schleck gewann heuer das Gold Race in Valkenburg sowie die Tour-de-France-Etappe auf die Alpe d´Huez.

Der Vorjahres-Fünfte Sanchez beendete die Vuelta im 7. Gesamtrang und «zog» am letzten Sonntag Alejandro Valverde mit einer beeindruckenden Tempofahrt auf dem letzten Kilometer zur Bronzemedaille. In Zürich muss der Baske keine Helfer-Dienste für den nicht gemeldeten ProTour-Leader verrichten; ist der Euskaltel-Equipe ist er der unumstrittene Leader.

Wie im Vorjahr könnte nach der Züri-Metzgete der Gewinner der Jahreswertung der ProTour bereits vor den letzten beiden Prüfungen feststehen. Während sich Di Luca den Gesamtsieg mit einem 4. Platz in Zürich sicherte, wird Valverde in Abwesenheit wohl zum Sieger. Der Australier Cadel Evans hat als erster Verfolger des Spaniers 123 Punkte Rückstand, und in den letzten drei Rennen sind maximal noch 130 Zähler zu gewinnen. Der Tour-de-Romandie-Sieger müsste die nach der Züri-Metzgete also auch noch Paris - Tours und die Lombardei-Rundfahrt gewinnen, um Valverde noch abzufangen.

Rückkehr in den August?

Höchstens Aussenseiterchancen werden den Schweizern eingeräumt, obwohl Martin Elmiger, David Loosli, Gregory Rast und Steffen Wesemann wie auch Cancellara ein beherztes WM-Rennen zeigten. Bei seinem letzten Rennen ordnet sich Sven Montgomery der Teamtaktik unter, verspricht aber, «gleich zu Beginn in eine Fluchtgruppe zu ´hocken´».

Für Elmiger und Rast wird es der letzte Auftritt im Phonak-Trikot im eigenen Land sein. Dieser wurde dem Sportlichen Leiter René Savary verwehrt. Am Steuer des Mannschaftsautos sitzt der italienische Ex-Profi Adriano Baffi. Dennoch ist der einzigen Schweizer ProTour-Equipe ein gutes Resultat zuzutrauen, zumal auch Aurélien Clerc und vor allem der Slowene Uros Murn am Ende der langen Saison noch gut in Form sind.

Nach den misslichen Bedingungen im letzten Jahr, als die Züri-Metzgete erstmals im Herbst ausgetragen wurde und nur 49 Profis das Rennen beendeten, scheint das Wetter diesmal mitzuspielen. «Wir hoffen, dass wir vor allem am Pfannenstiel und auf der Zielgeraden mehr Zuschauer haben werden», sagt Organisator Marco Canonica.

Bei besseren äusseren Bedinungen erwartet er auch mehr Teilnehmer an der «Volks-Metzgete», für die man sich am Sonntag zu einem kleinen Aufpreis noch vor Ort anmelden kann. Wegen der unsicheren Wetterlage im Oktober streben die Organisatoren gleichwohl eine Verschiebung im Kalender an; sie baten San Sebastian, wo das Rennen jeweils Mitte August stattfindet, um einen Abtausch.

Sieger der letzten Jahre

1995: Johan Museeuw (Be). -- 1996: Andrea Ferrigato (It). -- 1997: Davide Rebellin (It). -- 1998: Michele Bartoli (It). -- 1999: Grzegorz Gwiazdowski (Pol). -- 2000: Laurent Dufaux (Sz). -- 2001: Paolo Bettini (It). -- 2002: Dario Frigo (It). -- 2003: Daniele Nardello (It). -- 2004: Juan Anontio Flecha (Sp). -- 2005: Paolo Bettini (It).

So war es 2005

1. Paolo Bettini (It) 6:06:22 (39,45 km/h). 2. Fränk Schleck (Lux) 2:57 zurück. 3. Lorenzo Bernucci (It), gleiche Zeit. 4. Danilo Di Luca (It) 3:10. 5. Samuel Sanchez (Sp), gleiche Zeit. 6. Steffen Wesemann (Sz) 3:35. 7. Heinrich Haussler (De) 3:39. 8. Thomas Lövkvist (Sd) 3:41. 9. Mirko Celestino (It) 3:57. 10. Vladimir Miholjevic (Kro), gleiche Zeit. -- Ferner: 11. Grégory Rast (Sz) 4:37. 16. Martin Elmiger (Sz). 23. Markus Zberg (Sz) 8:40. 29. Rubens Bertogliati (Sz). 30. Michael Albasini (Sz). 31. Fabian Cancellara (Sz), alle gleiche Zeit. Ferner: 38. Aurélien Clerc (Sz) 24:25. 40. Steve Zampieri (Sz), gleiche Zeit. -- 156 Fahrer gestartet, 49 klassiert.

ProTour. Stand (24/27):

1. Alejandro Valverde (Sp) 285. 2. Cadel Evans (Au) 162. 3. Andrej Kaschetschkin (Kas) 156. 4. Alessandro Ballan (It) 155. 5. Tom Boonen (Be) 154. 6. Fränk Schleck (Lux) 150. 7. Ivan Basso (It) 138. 8. Stefan Schumacher (De) 133. 9. Samuel Sanchez (Sp) 133. 10. Alexander Winokurow (Kas) 121. -- Die Schweizer: 22. Fabian Cancellara 91. 45. Steffen Wesemann 52. 106. Gregoy Rast 14. 108. Alexandre Moos 13. 146. Martin Elmiger 5. 169. Steve Morabito 3. 186. Markus Zberg 3. 184. David Loosli 2. 188. Aurélien Clerc 2. -- 205 klassiert.

Sportgruppen: 1. Team CSC 333. 2. Caisse d´Epargne-Illes Balears 325. 3. Rabobank 308. 4. Discovery Channel 295. 5. Lampre-Fondital 280. 6. Phonak Hearing Systems 270.

Nationen: 1. Spanien 728. 2. Italien 599. 3. Deutschland 475. 4. USA 316. 5. Belgien 292. 6. Kasachstan 286. -- Ferner: 11. Schweiz 175. -- 28 klassiert.

(Von Sascha Rhyner/Si)

 
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