Weltrekord als Belohnung für 30 Jahre Athletissima?
publiziert: Dienstag, 5. Jul 2005 / 08:17 Uhr

Der Weltrekord-Versuch von Stabspringerin Jelena Isinbajewa (Russ) sowie der erste grosse Auftritt des Lausanner 400-m-Läufers Pierre Lavanchy vor heimischem Publikum bilden die Highlights der 30. Athletissima vom Dienstagabend auf der Pontaise.

Kann Jelena Isinbajewa in Lausanne auch posieren?
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Das Starterfeld mit den Namen von elf Olympiasiegern von Athen und acht Goldmedaillen-Gewinnern in den Staffeln garantiert allerdings für zahlreiche hochkarätige Leistungen. Insbesondere die beiden Hürdensprints, in denen mehrere Athletinnen und Athleten um die Vorherrschaft kämpfen, stechen hervor.

Im Mittelpunkt steht auch 100-m-Olympiasieger Justin Gatlin. Nach der Absage von Weltrekordhalter Asafa Powell (Jam) gilt es für den US-Trials-Sieger, mit einer Weltklasse-Zeit den Druck auf seinen Konkurrenten aufrecht zu erhalten.

Dazu muss er sich allerdings gegen starke Konkurrenz aus dem eigenen Land (Shawn Crawford, Maurice Greene), den Olympia-Zweiten Francis Obikwelu (Por) oder den vor vier Tagen in Paris siegreichen Aziz Zakari (Ghana) durchsetzen.

Weltrekord in Sicht

1994 lief Leroy Burrell (USA) in 9,85 Sekunden überraschend 100-m-Weltrekord. Die zweite internationale Bestmarke im Rahmen der Athletissima soll nun durch Isinbajewa quasi auf Ansage folgen.

Vier Starts in der Hallen-Saison brachten der 23-Jährigen aus Wolograd vier Rekorde. Bei ihrem Debüt in der Freiluft-Saison gilt es nun, die 4,92 m von letzten September zu überbieten. "Ich bin immer ein bisschen enttäuscht, wenn ich den Weltrekord nicht erreiche", sagte sie bei ihrer Ankunft in der Westschweiz. Verständlich, wenn man davon ausgeht, dass sie im Training die 5-m-Marke bereits geknackt hat.

Spannender Hürdensprint

Von Saisonbeginn an heiss umkämpft sind die Hürdensprints. Weltrekordhalter Xiang Liu (China) sowie die US-Armada mit Altmeister Allen Johnson, Dominique Arnold und Terrence Trammell und seit dem Golden-League-Auftakt in Paris auch der Franzose Ladji Doucouré liefern sich packende Duell in Weltklasse-Zeiten um die 13-Sekunden-Marke.

Obschon Trammell und Doucouré nicht in den Startlisten figurieren, steht der Sieg eines Athleten aus dem verbleibenden Trio Liu, Johnson, Arnold noch nicht fest. Der Lette Stanislas Olijars durchmass die 110 m unlängst in 13,11, einer auch für Lausanne würdigen Siegerzeit.

Delikat präsentiert sich die Ausganglage über 100 m Hürden der Frauen. Die frühere Mehrkämpferin Michelle Perry (USA) übernahm mit 12,43 Sekunden den Lead in der Weltrangliste und setzt die amerikanische Olympiasiegerin Joanna Hayes und die kanadische Weltmeisterin Perdita Felicien unter Druck. Profitieren vom Dreikampf kann möglicherweise Anjanette Kirkland (USA), die mit 12,58 in der Saisonbestenliste geführt wird.

Zwei Lokalmatadoren

Meeting-Direktor Jacky Delapierre hat rund eine Million Schweizer Franken an Antritts- und Preisgeldern für die Aktiven bei einem Budget von 2,5 Millionen Franken aufgewendet. Einer der Stars des Abends wird aber praktisch gratis antreten.

400-m-Läufer Lavanchy pulverisierte am Sonntag in Bern mit 45,49 Sekunden seinen Bestwert. Dies rechtfertigt einen Startplatz im A-Feld, das von Olympiasieger Jeremy Wariner angeführt wird. Fünf Athleten in Lavanchys Serie unterboten dieses Jahr bereits die 45-Sekunden-Grenze. Der 23-jährige Lausanner Sportstudent, der als Junior im Hochsprung 2 m und im Weitsprung 7,16 m schaffte, steht zwei Tage nach seinem Exploit bereits mächtig unter Druck.

Als zweite Lokalmatadorin tritt die im Golfstaat Bahrain eingebürgte Mariam Yusuf Jamal an. Das äthiopische Laufwunder, das unter dem Namen Zenebech Tola in der Schweiz vergeblich um Asyl nachgesucht hatte, will über 1500 m die Jahres-Weltbestzeit (3:59,13) verteidigen. Jamal lebt und trainiert, betreut von Jean-François Pahud, in der Nähe von Lausanne.

Was zeigt Bucher?

Genau verfolgen wird das Publikum auch den Auftritt von André Bucher, der sich mit seinen Siegen 2000 und 2001 auch in der Westschweiz viele Anhänger geschaffen hat. Sein Formstand lässt sich nach dem ansprechenden Auftakt in Luzern und dem von Taktik geprägten Rennverlauf in Paris noch nicht schlüssig beurteilen.

Eine klare Zielsetzung im Schlepptau von Weltstar Kenenisa Bekele (Äth) verfolgt Christian Belz über 3000 m: "Ich will meine persönliche Bestleistung unterbieten." In der Statistik wird der Berner mit 7:51,32 geführt, den Rekord hält Markus Ryffel (7:41,00), aufgestellt 1979 in Lausanne.

Belz´ Lebenspartnerin Anita Brägger nimmt an der WM-Limite über 800 m (2:01,30) Mass. Ihr Test über 400 m an den Schweizer Meisterschaften verlief allerdings nicht vollumfänglich zu ihrer Zufriedenheit: "Eigentlich hätte ich eine Sekunde schneller laufen müssen."

Fehlen werden aus Schweizer Sicht Hürdensprinter Ivan Bitzi und Stabhochspringerin Nadine Rohr. Beide zogen sich an den Schweizer Meisterschaften Blessuren zu. In Feldern der internationalen Serien Unterschlupf fanden Marc Schneeberger (200 m) und Christina Carruzzo (1500 m). Nebst Brägger kämpft im Vorprogramm auch Markus Lüthi über 100 m um ein WM-Ticket.

Der Zeitplan

Internationale Serien: 18.15 Diskus Männer. -- 18.30 Drei Männer. -- 19.15 Stab Frauen. -- 19.55 100 m Hürden Männer, B-Serie. -- 20.03 800 m Frauen (mit Brägger). -- 20.10 1500 m Frauen (mit Carruzzo). -- 20.15 Hoch Männer. -- 20.20 400 m Hürden Männer. -- 20.30 100 m Frauen. -- 20.35 Dreisprung Frauen. -- 20.40 400 m Frauen. -- 20.50 100 m Männer. -- 21.00 400 m Männer (mit Lavanchy). -- 21.10 110 m Hürden, A-Serie. -- 21.20 3000 m Männer (mit Belz). -- 21.35 100 m Hürden. -- 21.45 800 m Männer (mit Bucher). -- 21.55 1500 m Männer. -- 22.05 200 m Männer (mit Schneeberger). -- 22.20 Feuerwerk.

Nationale, B- und C-Serien ab 18 Uhr.

(Hans Leuenberger, Lausanne/Si)

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