Weltweite Reaktionen auf Gewalt-Eskalation in Nahost
Weltweite Besorgnis um Gaza und Israel
publiziert: Donnerstag, 15. Nov 2012 / 18:36 Uhr
US-Präsident Barack Obama
US-Präsident Barack Obama

Gaza/Tel Aviv - Die Eskalation der Gewalt zwischen Israel und militanten Palästinensern im Gazastreifen wird weltweit mit Sorge verfolgt. US-Präsident Barack Obama sicherte Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu Unterstützung zu.

7 Meldungen im Zusammenhang
Nach Angaben des Weissen Hauses bekräftigte Obama in einem Telefonat, dass Israel ein Recht auf Selbstverteidigung habe. Netanjahu solle aber alles dafür tun, um Todesopfer in der Zivilbevölkerung zu vermeiden.

Der Sprecher des US-Aussenministeriums Mark Toner sagte, es gebe keine Rechtfertigung für die Gewalt, welche die radikal-islamische Hamas und andere Terrororganisationen gegen das israelische Volk ausübten.

Russland verurteilte die israelischen Luftschläge auf Stellungen der Hamas als «unverhältnismässig». Zugleich kritisierte Moskau die Angriffe der Hamas. Ein «Gewaltszenario» sei unzulässig, sagte der Sprecher des Aussenministeriums Alexander Lukaschewitsch.

«Der Beschuss von Südisrael wie auch die unverhältnismässigen Luftschläge auf Gaza sind absolut inakzeptabel - umso mehr, wenn auf beiden Seiten Zivilisten Opfer der Gewalt werden.»

«Ernsthaft besorgt»

China zeigte sich «ernsthaft besorgt» über die israelischen Angriffe. Das Aussenministerium in Peking rief Israel zu «äusserster Zurückhaltung» auf. China verurteile alle Aktionen, bei denen es zu zivilen Opfern komme, sagte der Sprecher Hong Lei.

China fordere alle Parteien und «insbesondere Israel» auf, sich zurückzuhalten und eine Eskalation zu vermeiden.

Grossbritannien verurteilte den Raketenbeschuss auf Israel. Die Hamas trage die «hauptsächliche Verantwortung» dafür, dass sich eine Gewaltspirale entwickle, sagte Aussenminister William Hague. Er forderte aber auch Israel auf, die Spannungen herunterzufahren und zivile Opfer zu vermeiden.

«Ich bin sehr besorgt über die Situation in Gaza und Südisrael und bedauere zutiefst den Verlust von Menschenleben unter Zivilisten auf beiden Seiten.»

Deutschlands Aussenminister Guido Westerwelle zeigte sich besorgt über die Zuspitzung des Konflikts. «Es darf nicht zu einer neuen Spirale der Gewalt kommen.» Er rief alle Seiten zu «grösstmöglicher Zurückhaltung» auf. «Wir verfolgen mit sehr grosser Sorge diese grenzüberschreitenden Auseinandersetzungen.»

«Möglicherweise katastrophale Folgen»

Die UNO warnte vor «möglicherweise katastrophalen Folgen». Die Situation dürfe nicht unterschätzt werden, sagte der UNO-Untergeneralsekretär für Politische Fragen, Jeffrey Feltman, in einer Sondersitzung des Sicherheitsrats.

UNO-Diplomaten berichteten, dass grosse Einigkeit im Sicherheitsrat geherrscht habe und die Lage als höchst bedrohlich eingeschätzt wurde. Palästinenser und Israelis wurden zur Zurückhaltung aufgefordert.

Ägypten zog als Reaktion auf die israelischen Angriffe seinen Botschafter aus Tel Aviv zurück. Präsident Mohammed Mursi sagte: «Israel muss begreifen, dass wir keine Aggression akzeptieren, die sich negativ auf die Sicherheit und Stabilität in der Region auswirkt.»

«Barbarischer Vernichtungskrieg»

Libanons Präsident Michel Suleiman verurteilte die israelischen Angriffe auf den Gaza-Streifen als «barbarisch». Die angestrebte Demokratisierung der Region werde dadurch nicht vorangebracht. Die an der Regierung in Beirut beteiligte radikal-islamische Hisbollah warf Israel einen «Vernichtungskrieg» in Gaza vor.

Auch Jordanien kritisierte, dass durch das Verhalten Israels die Sicherheit der ganzen Region bedroht sei. Syrien sprach von einem «barbarischen» Verbrechen Israels. Die syrischen Rebellen befürchten, dass der neue Konflikt die Welt von der Syrienkrise ablenkt.

Die Golfstaaten forderten die internationale Staatengemeinschaft auf, ihrer Verantwortung für Frieden und Sicherheit auf der Welt gerecht zu werden. Das Golfemirat Katar erklärte, die israelische Aggression dürfe nicht ungestraft bleiben.

(alb/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Tel Aviv - Israels Ex-Aussenminister ... mehr lesen
Avigdor Lieberman, Ex-Aussenminister Israel
Abwehrraketen des sogenannten «Iron Dome» fangen Raketen der Hamas ab.
Gaza/Tel Aviv - Im Konflikt zwischen Israel und der Hamas gibt es vorerst keine Anzeichen für eine schnelle Waffenruhe. Während der Beschuss Israels mit Raketen aus dem Gazastreifen am ... mehr lesen 1
Gaza/Tel Aviv - Die israelische ... mehr lesen
Israelisches Raketenabwehrsystem. (Archivbild)
Die israelischen Streitkräfte trafen bei ihren Luftangriffen im Gazastreifen nach eigenen Angaben bisher mehr als 800 Ziele.
Gaza/Tel Aviv - Bei neuen israelischen ... mehr lesen
Gaza/Tel Aviv - Der Nahe Osten ... mehr lesen
Israel antwortete mit einem Angriff aus der Luft. (Symbolbild)
Weitere Artikel im Zusammenhang
Ehud Barak
Washington/Gaza - Der israelische ... mehr lesen
Jerusalem/Gaza - Im Gazastreifen ... mehr lesen 2
Israel tötet Hamas-Militärchef und bombardiert Gaza(Archivbild)
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Benjamin Netanjahu macht einen weiteren Schritt Richtung Frieden.
Benjamin Netanjahu macht einen weiteren Schritt Richtung ...
Positive Elemente für Friedensinitiative  Jerusalem - Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat sich zu neuen Verhandlungen über einen Friedensplan arabischer Staaten bereit erklärt. Netanjahu sagte am Montagabend in Jerusalem, die Friedensinitiative von 2002 enthalte positive Elemente. mehr lesen 
Israel  Jerusalem - Der rechts-nationalistische Politiker Avigdor Lieberman ist im Parlament als Israels neuer Verteidigungsminister vereidigt worden. 55 von 120 Abgeordneten stimmten für die Ernennung und 43 dagegen. Lieberman und seine Partei fordern die Deportation aller Araber. mehr lesen  
Andreas Kyriacou Die Klage des türkischen Möchtegern-Alleinherrschers Recep Erdogan gegen den ... mehr lesen   2
Recep Tayyp Erdogan: Liefert Anstoss, Strafgesetzbücher zu entschlacken.
Avigdor Lieberman ist ehemaliger Aussenminister.
Lieberman wird Verteidigungsminister  Tel Aviv - Die ultrarechte Partei Israel Beitenu (Unser Haus Israel) hat sich der rechts-religiösen Regierung ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 2°C 20°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Basel 4°C 22°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
St. Gallen 5°C 17°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Bern 1°C 19°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Luzern 4°C 19°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Genf 4°C 19°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Lugano 8°C 18°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten