Wilderei
Weltweiter Kampf gegen organisierte Wilderei
publiziert: Donnerstag, 13. Feb 2014 / 19:25 Uhr
Wenn die Wilderei nicht gestoppt wird, werden Afrikas Elefanten in 10 Jahren ausgerottet sein. (Symbolbild)
Wenn die Wilderei nicht gestoppt wird, werden Afrikas Elefanten in 10 Jahren ausgerottet sein. (Symbolbild)

London - Elefanten, Nashörner, Tigerknochen - weltweit hat sich ein gigantischer Markt für gewilderte Tiere aus Afrika entwickelt. Politiker aus aller Welt, Schauspieler und das britische Königshaus haben der organisierten Wilderei nun den Kampf angesagt.

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Der britische Thronfolger Prinz Charles, der die Konferenz zum illegalen Tierhandel gemeinsam mit seinem Sohn Prinz William initiiert hatte, rief in London die Welt eindringlich zum Handeln auf. «Wie nie zuvor befindet sich Afrika im Krieg, um sein Wild zu schützen», sagte er am Donnerstag.

Afrikas Elefanten werden laut der Tierschützerin Paula Hahumbu in zehn Jahren ausgerottet sein, wenn der Abschuss durch Wilderei wie bisher voranschreitet. «Allein Tansania verliert derzeit 30 Elefanten am Tag», sagte die Leiterin der kenianischen Tierschutzorganisation WildlifeDirect. Die meisten Länder Afrikas hätten inzwischen begriffen, dass der Verkauf von Elfenbein schade.

«Wir dürfen nicht zulassen, dass kommende Generationen Elefanten, Tiger und Nashörner nur noch aus den Geschichtsbüchern kennen», warnte die deutsche Umweltministerin Barbara Hendricks. «Die Wilderei hat in vielen Regionen der Welt ein Ausmass angenommen, das einem Ausverkauf der Natur gleichkommt», sagte sie. Im vergangenen Jahr wurde von Behörden die Rekordmenge von 42 Tonnen Elfenbein sichergestellt.

Asien ist Hauptabsatzmarkt

Die Dunkelziffer liegt nach Meinung von Tierschützern deutlich höher. Verbände gehen davon aus, dass im vergangenen Jahr 20'000 afrikanische Elefanten Wilderern zum Opfer fielen. Allein in Südafrika seien mehr als 1000 Nashörner gewildert worden.

Prinz Charles forderte Länder wie China auf, wirksam die Nachfrage nach Produkten aus Elfenbein und Nashorn einzudämmen. Asien gilt als Hauptabsatzmarkt für gewildertes Elfenbein und Nashorn.

In Ländern wie China werden die Produkte als Statussymbole einer reichen Oberschicht gehandelt, aber auch in der traditionellen chinesischen Medizin eingesetzt - die Wirkung etwa als Potenzmittel ist allerdings nicht belegt.

Grosses Geschäft

In Afrika sind Horden von Wilderern, geführt von kriminellen Kartellen, unterwegs, um die immense Nachfrage zu bedienen. Oft sind sie besser ausgerüstet als ihre Gegner. Sie haben Nachtsichtgeräte und exzellente Waffen.

Illegaler Wildtierhandel gilt nach Informationen der Umweltschutzorganisation WWF inzwischen als weltweit viertgrösster illegaler Markt - nach Drogen- und Menschenhandel sowie Produktpiraterie und noch vor dem illegalen Waffenhandel. Das Volumen wird auf bis zu 26,5 Milliarden US-Dollar geschätzt - einschliesslich Fischwilderei und dem Schlagen geschützter Hölzer.

Härtere Strafen

In einer gemeinsamen Deklaration wollen die Länder den illegalen Wildtierhandel weltweit als schwere Straftat ächten und auf die Einhaltung des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) pochen. Der Handel mit Elfenbein müsse weltweit verboten bleiben.

Viele afrikanische Länder, darunter Kenia und Gabun, haben die Strafandrohungen in den vergangenen Monaten empfindlich nach oben geschraubt. Wilderern drohen jetzt Jahre im Gefängnis - zuvor kamen sie oft mit einer läppischen Geldstrafe von unter 1000 Dollar davon.

Es gebe aber auch Bedarf auf der Nachfrageseite. Durch gezielte Kampagnen in den Zielmärkten müsse die Nachfrage eingedämmt werden, forderte Prinz Charles. Der Bann von Haifischflossen von den Speisekarten bei offiziellen Anlässen habe gezeigt, dass dies möglich ist.

«Unserer Generation muss es gelingen, den illegalen Wildtierhandel zu stoppen und diesen herrlichen Tieren und ihren Lebensräumen eine Zukunft zu geben, denn sonst ist es zu spät», warnte Prinz William.

Charles und William wandten sich in einer Videobotschaft an die Öffentlichkeit. Deren Motto, «United for Wildlife», riefen sie in Sprachen wie Vietnamesisch, Mandarin und Arabisch in die Kamera.

(ww/sda)

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