Gegen den Trend
Weniger Asylgesuche in der Schweiz
publiziert: Freitag, 21. Mrz 2014 / 07:22 Uhr
Die Schweiz registrierte signifikant weniger Asylanträge. (Symbolbild)
Die Schweiz registrierte signifikant weniger Asylanträge. (Symbolbild)

Genf - Die Asylanträge in den 44 als industrialisiert geltenden Staaten haben im letzten Jahr laut dem UNHCR stark zugenommen. Grund ist vor allem der Konflikt in Syrien. Die Schweiz läuft aber mit einem Rückgang von 25 Prozent gegen den Trend.

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2013 haben 612'700 Personen einen Asylantrag in den industrialisierten Staaten gestellt und damit 28 Prozent mehr als 2012. Die Zahl ist damit so hoch wie seit 2001 nicht mehr, wie aus dem globalen Asylbericht 2013 des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) hervorgeht. Am stärksten war der Anstieg in den 38 europäischen Ländern mit 484'600 Anträgen - das sind 32 Prozent mehr als im Vorjahr.

Eine der wichtigsten Ursachen sei die Vertreibung von immer mehr Menschen durch den Krieg in Syrien, erklärte der UNO-Hochkommissar für Flüchtlinge, António Guterres, in der Mitteilung vom Donnerstag. Die Zahl der Asylanträge von Syrerinnen und Syrern hat sich in einem Jahr um 123 Prozent auf 56'351 erhöht.

Die meisten von ihnen stellten ein Asylgesuch in Schweden, nämlich 16'300, und in Deutschland (11'900). In beiden Ländern gibt es bereits grosse syrische Gemeinschaften.

Der UNHCR-Direktor für internationalen Flüchtlingsschutz, Volker Türk, relativierte jedoch die Bedeutung dieses Ansturms. Markant mehr, nämlich 2,6 Millionen syrische Flüchtlinge befänden sich in den Nachbarländern Syriens.

Weniger Asylanträge in der Schweiz

Nach den syrischen Flüchtlingen suchen am meisten Russinnen und Russen Asyl in den industrialisierten Staaten. Sie stellten im letzten Jahr 39'779 Anträge, das sind 76 Prozent mehr als im Vorjahr. Sehr oft kamen die Antragsteller aus Tschetschenien.

Die Anträge von Personen aus Afghanistan, das in der UNHCR-Statistik an dritter Stelle rangiert, nahmen mit 38'653 ab. Hingegen stieg die Zahl von Anträgen aus dem Irak um 82 Prozent auf 38'171 - Irak liegt damit auf dem vierten Platz.

Die Schweiz ist zusammen mit Belgien, Kanada, Griechenland und Rumänien eines der wenigen Aufnahmeländer, welches signifikant weniger Asylanträge registrierte, nämlich 19'400 Gesuche. Das sind 25 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit liegt die Schweiz in der Statistik auf dem neunten Platz der Aufnahmeländer.

Die Asylanträge, welche in der Schweiz eingehen, machen drei Prozent aller Gesuche in den industrialisierten Ländern aus; letztes Jahr waren es noch fünf Prozent.

In Deutschland wurden 2013 am meisten Asylanträge gestellt, nämlich 109'580 und somit 70 Prozent mehr als im Vorjahr. Hinter Deutschland folgten die USA mit 88'360, Frankreich mit 60'100, Schweden mit 54'260 und die Türkei mit 44'810 Anträgen.

(bert/sda)

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