Weniger Sozialhilfefälle in mehreren Städten
publiziert: Montag, 2. Jul 2007 / 09:23 Uhr / aktualisiert: Montag, 2. Jul 2007 / 13:19 Uhr

Bern - Die Konjunktur beginnt, sich auf die Sozialhilfe auszuwirken: Mehrere Städte verzeichneten im Jahr 2006 sinkende Fallzahlen, wie ein Vergleich der Städteinitiative Sozialhilfe zeigt.

Für Menschen am Rande gibt es offenbar wieder mehr Arbeitsmöglickeiten.
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Zum achten Mal in Folge haben die acht Deutschschweizer Städte Zürich, Basel, Bern, Winterthur, St. Gallen, Luzern, Schaffhausen und Uster Kennzahlen zur Sozialhilfe verglichen. 2006 sanken die Zahlen in Zürich, Basel und Winterthur um je rund 1,5 Prozent gegenüber 2005. In Uster und Schaffhausen betrug die Abnahme gar 7 Prozent.

Trotz des Rückgangs im letzten Jahr weist Basel mit 7,8 Prozent immer noch den höchsten Anteil an Sozialhilfebedürftigen auf. In Uster ist sie mit 2,5 Prozent am tiefsten.

Bern, St. Gallen und Luzern verzeichneten hingegen Zunahmen - allerdings weniger stark als 2005. Erst vor wenigen Tagen hatte das Bundesamt für Statistik seine gesamtschweizerische Sozialhilfestatistik für das Jahr 2005 publiziert. Demnach hatten die Fallzahlen von 2004 auf 2005 leicht zugenommen.

Unterschiedliche Auswirkungen

Die uneinheitliche Entwicklung in den acht Städten spiegelt laut einem Communiqué der Städteinitiative regional unterschiedliche Auswirkungen der Konjunktur.

Zudem sei sie Ausdruck der föderalen Regelung der Sozialhilfe; die neuen SKOS-Richtlinien zur Bemessung der Sozialhilfe würden nicht in allen Kantonen gleich umgesetzt.

Ein-Eltern-Haushalte gefährdet

Kinder und Jugendliche sind nach wie vor am häufigsten auf Sozialhilfe angewiesen. Auch die Gruppe der 51- bis 65-Jährigen verzeichnete in den letzten Jahren einen Zuwachs. Ferner tragen Ausländerinnen und Ausländer ein rund doppelt bis dreifach so hohes Sozialhilferisiko.

Besonders gefährdet sind auch Ein-Eltern-Haushalte: In Basel, Bern und St. Gallen etwa sind von ihnen ein Viertel bei der Sozialhilfe.

Gestiegen sind die Ausgaben der Städte pro Sozialhilfefall: Die Nettokosten pro Fall stiegen 2006 um rund 7 Prozent auf 11 000 Franken. Verantwortlich dafür sei unter anderem, dass die Städte ihren Beratungs- und Betreuungsaufwand gesteigert hätten.

(ht/sda)

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