Wenn und wann im Iran?
publiziert: Montag, 25. Apr 2005 / 12:40 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 26. Apr 2005 / 08:00 Uhr

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Es läuft im Irak für die neue Regierung und die US-Besatzer immer noch nicht gut. Anschläge auf irakische und ausländische Zivilisten wie auch auf US- und andere Besatzungstruppen sindnoch an der Tagesordnung. Ja, man hat sich so an diese Meldungen des Terrors gewöhnt, dass sie fast im Hintergrundrauschen der täglichen Nachrichten versinken.

Vor diesem Hintergrund erscheint es daher unwahrscheinlich, dass die Regierung von George W. Bush auch noch den Iran angreifen wird. Denn die Schwierigkeiten, die aus der Irak-Invasion erwuchsen, zeigen auch immer mehr in den USA selbst Wirkung.

Rekrutierungsziele werden von der Armee nicht mehr erreicht, nicht einmal Sonderprämien können noch genügend junge Leute in die Armee locken. Die Kosten expandieren noch immer und treiben das Defizit weiter in die Höhe, so sehr, dass sich nun sogar der US-Notenbankchef Alan Greenspan zu dieser Gefahr für die US- und Weltwirtschaft geäussert hat. Und schliesslich sinken auch die Popularitätswerte von George W. Bush und langten letzte Woche auf einem historischen Tiefstand an.

Es ist also offensichtlich, dass jetzt ein Kurswechsel anstehen würde. Und es gab ja auch erste Schallmaientöne aus D.C. gegenüber dem 'alten' Europa. Doch war dies mehr als blosses Gesäusel?

Ein Indikator dafür, dass sich nichts geändert hat, ist John Bolton, den Präsident Bush mit aller Macht zum UN-Botschafter der USA machen will. Nun ist Bolton laut vieler Aussagen ein UNO-Hasser, Lügner, Manipulator und Mobber der schlimmsten Sorte. Er ist so schlimm, dass sich nun sogar der sehr diplomatische Ex-Aussenminister Collin Powell gegen ihn äussert. Wer Sicherheit will, stellt keinen Brandstifter als Tankwart ein, vor allem wenn es um ein einiges Vorgehen zur Überprüfung des iranischen Atomprogramms durch die IAEA geht. Denn schon im Februar 2004 liess Bolton verlauten, dass der Iran 'ohne Zweifel ein Atomwaffenprogramm am Laufen hat'. Wofür also noch inspizieren?

In der UNO soll also kein neuer Kurs gefahren werden. Und auch im Rest der Welt nicht. Viel mehr wird immer noch darauf hingearbeitet, dass im Juni die militärische Möglichkeit bestünde, den Iran anzugreifen. Scott Ritter (der einstige UN-Waffeninspekteur, der 2001 richtigerweise sagte, dass der Irak keine B-, oder C-Waffen mehr besitze und dafür in der US-Presse fast gelyncht wurde) zitierte schon im Februar US-Regierungskreise, die von solchen Vorbereitungen sprachen.

Ist es Zufall, dass ausgerechnet im Juni 17 Brigaden in Irak und Afghanistan ersetzt werden sollen und Militärbasen in Afghanistan nahe der iranischen Grenze ausgebaut werden?

Kommt das immer mehr verhärtende Mullah-Regime in Teheran dazu, dass aus Angst vor einem drohenden Machtverlust jegliche Demokratisierung zu verhindern sucht, die eigene Bevölkerung einschüchtert und mit seinem Atomprogramm keineswegs offen und ehrlich zum Rest der Welt ist.

Man darf nicht vergessen, dass der Iran Raketen hat, die Atomsprengköpfe nach Israel, dem deklarierten Erzfeind, tragen könnten.

Die Zutaten sind also vorhanden: George W. Bush ist immer noch von seiner göttlichen Mission erfüllt, US-Truppen sind in der Nähe stationiert, die Mullahs wollen keinen Zoll weit nachgeben, Israel fühlt sich nicht ohne Grund bedroht und Bushs Popularitätswerte könnten einen Schub brauchen.

Hoffen wir, dass die Zeichen täuschen. Sonst könnte es einen heissen Sommer geben. Einen sehr heissen.

(von Patrik Etschmayer/news.ch)

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