Wer ist Schuld am Blutbad?
publiziert: Samstag, 14. Mai 2005 / 21:58 Uhr / aktualisiert: Montag, 16. Mai 2005 / 08:38 Uhr

Andischan - Bei den schweren Unruhen in Usbekistan sind offenbar mehrere hundert Menschen getötet worden. Eine Menschenrechtsorganisation sprach von mindestens 300 Toten.

In Usbekistan sind wohl mehrere hundert Menschen ums Leben gekommen.
In Usbekistan sind wohl mehrere hundert Menschen ums Leben gekommen.
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Die Sicherheitskräfte hätten am Freitagabend das Feuer auf die im Stadtzentrum demonstrierenden Zivilisten eröffnet und hunderte Menschen getötet, berichtete die örtliche Menschenrechtsorganisation Apeljazija der Nachrichtenagentur Interfax.

Ohne Vorwarnung

Die Militärs sind laut Augenzeugen ohne Vorwarnung gegen die Menschen vorgegangen und haben dabei auch Panzer eingesetzt. Die Leichen seien mit Lastwagen und Bussen abtransportiert worden, hiess es. Unter den Opfern seien Frauen und Kinder.

Der usbekische Präsident Islam Karimow gab die Zahl der bei den Zusammenstössen getöteten Menschen mit lediglich 30 an. Er wies Berichte zurück, wonach die Regierung die blutige Niederschlagung der Demonstration angeordnet habe, und lobte das brutale Vorgehen seiner Sicherheitskräfte.

Extremisten und Kriminelle

Die getöteten Landsleute seien Extremisten und Kriminelle, sagte Karimow. Hinter dem Aufstand stünden Islamisten aus dem Umfeld der radikalislamischen verbotenen Partei Hisb-ut-Tahrir. Diese hätten im März den Umsturz im benachbarten Kirgistan organisiert.

Hisb-ut-Tahrir wies die Vorwürfe umgehend zurück. Sie lehne Gewalt und bewaffneten Kampf als Methoden zur Errichtung eines Moslemstaates vehement ab, erklärte die Organisation in London.

Karimows Rücktritt gefordert

Unbeeindruckt von den Todesschüssen auf Demonstranten versammelten sich laut Augenzeugen am Samstag erneut bis zu 2000 Menschen auf dem Platz vor dem Sitz der Regionalvertretung im Zentrum der Stadt. Sie forderten Karimows Rücktritt.

Mehr als 3000 Menschen flohen an die geschlossene Grenze zum Nachbarland Kirgistan. Dies teilten die kirgisischen Grenztruppen mit.

(pt/sda)

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