Wer unterstützt Alex Frei?
publiziert: Mittwoch, 23. Mrz 2005 / 23:20 Uhr

Die Frage ist vor Spielen der Nationalmannschaft zum Dauerbrenner geworden und bewegt auch in diesen Tagen das (Fussball-)Volk: Wer schiesst die Tore für die Schweiz? Vor dem Spiel in Frankreich am Samstag gibt es wohl nur eine realistische Antwort: Alex Frei!

Alex Frei beim Freistosstraining.
Alex Frei beim Freistosstraining.
Alex Frei macht an diesem Mittwochmittag das, was er am liebsten tut und was er am besten kann. Er schiesst Bälle ins Netz. Zum Abschluss des Trainings in Freienbach übt er mit Hakan Yakin Freistösse. Und mit stupender Sicherheit und Regelmässigkeit zirkelt Frei den Ball an der Mauer-Attrappe und an Goalie Fabio Coltorti vorbei ins Tor.

Nationalcoach Köbi Kuhn nimmt die Treffsicherheit des Rennes-Stürmers mit einem Lächeln zur Kenntnis. Auch er weiss: Auf die Tore von Frei ist die Schweiz am Samstag wohl angewiesen, will sie mit einem positiven Resultat aus Paris zurückkehren.

Ligue-1-Topskorer...

Eine Trainingsübung ist natürlich nicht mit einem WM-Qualifikationsspiel im ausverkauften Stade de France zu vergleichen, doch Frei weist derzeit statistische Werte auf, die hoffen lassen. In den letzten fünf Partien mit Rennes hat der 25-Jährige fünf Tore erzielt.

Auch deshalb läuft Frei am Samstag als Topskorer der Ligue 1 gegen die Selektion seiner Wahlheimat auf. Und in der Nationalmannschaft hat er in 32 Partien 16 Tore markiert. Unter Druck setzen lässt sich Frei deswegen jedoch nicht. "Ich habe kein Probleme mit dem Auftrag, Tore zu schiessen. Das ist mein Beruf. Daran ändert der angeblich schlechtere Formstand der anderen Stürmer nichts."

...Serie-A-Reservist...

Im Vergleich zu Frei fallen die übrigen Offensivspieler der Nationalmannschaft tatsächlich ab. Während der Baselbieter für seinen Klub Tor um Tor schiesst, kämpft beispielsweise Johan Vonlanthen, in dieser Saison bei Köbi Kuhn bisher als zweiter Stürmer gesetzt, bei Brescia um jede einzelne Minute Einsatzzeit.

Der Berner ist derzeit bei Trainer Alberto Cavasin nur Stürmer Nummer 5. Für die Schweiz hat er immerhin in drei Qualfikationsspielen vier Tore geschossen. Doch seit einer Doublette für den PSV Eindhoven Mitte Oktober war Vonlanthen nie mehr erfolgreich.

Dass Kuhn dem von (Klub-)Sorgen geplagten Vonlanthen in Paris André Muff oder Alexandre Rey vorzieht, scheint unwahrscheinlich. Eine realistischere Variante wäre ein Konzeptwechsel und die Taktik mit Frei als einzigem Stürmer. "In einem Auswärtsspiel ist das eine denkbare Option", sagte Kuhn.

Der Coach, der sein eingespieltes System nicht gerne ändert, hat die 4-3-2-1-Taktik schon einmal ausprobiert; ausgerechnet gegen Frankreich, beim 1:3 an der EM in Portugal. Und die Schweizer haben damals gegen den scheinbar (und letztlich in der Tat) übermächtigen Widersacher eine Halbzeit lang offensive Akzente setzen können.

Kaum Tore aus der zweiten Reihe

Dennoch stehen auch beim so genannten "Weihnachtsbaum-Modell" mit zwei offensiven Mittelfeldspielern grosse Fragezeichen hinter der Tor-Frage. Weil Hakan Yakin gesperrt sein wird, sucht man regelmässige Torschützen in der Schweizer Mittelreihe nämlich vergeblich.

Immerhin hat Ricardo Cabanas, der in Paris möglicherweise in einer offensiven Rolle spielen wird, zuletzt für GC in der Position hinter den Spitzen zwei Treffer erzielt.

Doch Daniel Gygax, der von seinen Anlagen her prädestiniert ist für die Zone zwischen Mittelfeld und Sturm, ist seit Monaten in einem Formtief. Die Wende zum Guten mit der ansprechenden Leistung und dem Tor gegen die Vereinigten Arabischen Emirate im Februar hat sich bei ihm in den Partien mit dem FCZ in diesem Frühjahr als Sternschnuppe entpuppt.

Moderner Winkelried?

Wird also doch Frei alleine als moderner Winkelried am Samstag für das (offensive) Wohl der Schweiz verantwortlich sein? Der Stürmer lässt sich nicht unter Druck setzen.

"Ich bin vielleicht besser in Form als die anderen. Aber entscheidend wird sein, wie man sich im Moment auf dem Rasen fühlt. Von einem Samstag auf den anderen trifft man das Tor nicht mehr. Der umgekehrte Fall ist genauso möglich."

Und einsam würde sich Frei auch nicht fühlen. "Mir ist egal, ob wir mit einem oder zwei Stürmern antreten. In Rennes spiele ich auch oft alleine vorne und schiesse dabei trotzdem Tore." Insgesamt 14 sind es bisher. Eine Zahl, welche die Schweiz hoffen lässt.

(Stefan Wyss, Freienbach/Si)

 
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