Westjordanland abgeriegelt - Palästinenser blockiert
publiziert: Freitag, 12. Mrz 2010 / 18:28 Uhr / aktualisiert: Freitag, 12. Mrz 2010 / 22:36 Uhr

Jerusalem - Israel hat das Westjordanland für 48 Stunden abgeriegelt - offenbar aus Sorge vor neuen Protesten in Ost-Jerusalem. Ausserdem durften nur muslimische Männer, die älter als 50 Jahre sind, am Freitagsgebet auf dem Tempelberg in der Altstadt von Jerusalem teilnehmen.

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Die Absperrung des Westjordanlandes bis Mitternacht zum Sonntag kam völlig überraschend.
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Anders als in den vergangenen Wochen kam es nach dem Freitagsgebet nicht zu gewaltsamen Zusammenstössen zwischen muslimischen Gläubigen und israelischen Sicherheitskräften.

Bei Angriffen von jugendlichen Palästinensern auf Sicherheitskräfte ausserhalb der Altstadt seien zwei Beamte verletzt worden, sagte Polizeisprecher Mickey Rosenfeld. Vier Palästinenser seien festgenommen worden.

Palästinenser sehen Verstoss gegen freie Religionsausübung

Die Palästinenser sehen in den Massnahmen Israels einen Verstoss gegen die freie Religionsausübung. Der Tempelberg mit dem Felsendom und der Al-Aqsa-Moschee ist die drittheiligste Stätte im Islam. Die unter dem Felsenbergplateau gelegene Klagemauer ist wiederum der heiligste Ort im Judentum.

Die Absperrung des Westjordanlandes bis Mitternacht zum Sonntag kam völlig überraschend. Normalerweise riegelt Israel das Palästinensergebiet mit seinen 2,4 Millionen Einwohnern nur vor jüdischen Feiertagen ab.

Hinweise auf Unruhen

Die israelischen Sicherheitsdienste hätten Hinweise gehabt, dass junge Palästinenser die Ruhe und Ordnung in Jerusalem stören wollten, berichtete das israelische Radio. Darüber hinaus habe die Regierung befürchtet, dass mögliche Unruhen im arabischen Ostteil von Jerusalem auch auf das Westjordanland übergreifen könnten.

Die Situation in Ostjerusalem ist seit Wochen explosiv. Die Ankündigung des israelischen Innenministeriums, 1600 neue Wohnungen im arabischen Ostteil Jerusalems bauen zu wollen, löste unter den Palästinensern weitere Empörung aus.

US-Aussenministerin Hillary Clinton übermittelte in einem Telefongespräch mit Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu den anhaltenden Unmut der USA über die jüngsten Pläne zum Siedlungsbau übermittelt.

(fest/sda)

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