
Bern - In den Führungsetagen der Westschweizer KMU sind 57 Prozent der Chefs der Zuwanderungs-Initiative der SVP wohlgesinnt. Gleichzeitig ziehen drei Viertel der kleinen und mittleren Westschweizer Unternehmen positiven Nutzen aus der Personenfreizügigkeit.
Mikrounternehmen mit 5 bis 9 Angestellten seien anfälliger für die negativen Folgen der Personenfreizügigkeit, erklärte sgv-Präsident und Freiburger SVP-Nationalrat Jean-François Rime die Unterschiede. Raumpflegerinnen, Plattenleger oder Maler spürten die ausländische Konkurrenz direkter - und damit verbunden die Problematik der Scheinselbständigen oder des Lohndumpings.
Auch die persönliche Erfahrung spiele eine Rolle, erklärt Jean Christophe Schwaab die Zustimmung zur SVP-Initiative. Neben der direkten Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt, bekämen sie auch andere Nachteile des demografischen Wachstums zu spüren, sagte der SP-Nationalrat (VD).
Die Handwerker stünden im Stau und könnten mit ihrem bescheidenen Lohn kaum mehr die Wohnungsmiete berappen. Zu diesem Schluss kommt auch die Studie, für welche im Mai 515 Führungskräfte von Westschweizer KMU befragt worden sind.
Positive Erfahrungen - düstere Aussichten
Trotz ihrer Zustimmung zur SVP-Initiative, die die Anzahl Bewilligungen für den Aufenthalt von Ausländerinnen und Ausländern in der Schweiz begrenzen will, bewerten 59 Prozent der Patrons den Beitrag der Grenzgänger zur Wirtschaft ihres Kantons positiv. Auch die flankierenden Massnahmen werden von 56 Prozent als effizient bewertet, um Lohndumping zu bekämpfen.
Beim Blick in die Zukunft hingegen, zeichnen die Patrons ein etwas düstereres Bild. 38 Prozent der Befragten sehen in der Personenfreizügigkeit ein Risiko, 37 Prozent eine Chance.
Eine ähnliche Studie, die im November in der Deutschschweiz durchgeführt wurde, ist nur bedingt vergleichbar - unter anderem, weil keine Mikrounternehmen befragt worden waren.
In der Deutschschweizer Studie betrachten 62 Prozent der befragten Gewerbetreibenden die Personenfreizügigkeit als Chance und 21 Prozent als Risiko. Die Initiative der SVP befürworteten lediglich 29 Prozent der befragten Geschäftsleitungsmitglieder.
Ansporn für sgv
Der sgv sieht sich durch die Resultate in seiner strategischen Zielsetzung bestätigt. Die Ergebnisse seien «Ansporn, weiterhin für Arbeitsplätze und Personenfreizügigkeit zu kämpfen».
Auch bekräftigt der Verband seine Ablehnung der Zuwanderungs-Initiative. Die wohlgesinnte Haltung ihr gegenüber lasse «ausser Acht, dass die Rückkehr zum alten System unter anderem hohe zusätzliche administrative Kosten» zur Folge habe.
(fest/sda)
Ungebremstes Wachstum scheint daher beim Bundesrat immer noch höchste Priorität zu besitzen. Ein Glück, dass ihm da die Natur und ihre noch vorhandenen, aber im Eiltempo schwindenden Ressourcen, in absehbarer Zeit einen dicken Strich durch die Rechnung machen wird.
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