Whistleblower beim Bund im Tatendrang
publiziert: Mittwoch, 20. Jul 2011 / 16:14 Uhr
Das Geld locker im Jackett: Im ersten Halbjahr gingen 40 Hinweise auf Korruption ein.
Das Geld locker im Jackett: Im ersten Halbjahr gingen 40 Hinweise auf Korruption ein.

Bern - Seit Anfang Jahr sind die Angestellten des Bundes verpflichtet, Korruption oder andere Straftaten bei der Eidgenössischen Finanzkontrolle anzuzeigen. Auch andere Missstände können sie melden. Seit diese Möglichkeit besteht, sind die Hinweise sprunghaft angestiegen.

4 Meldungen im Zusammenhang
Waren es bisher 10 bis 15 Pro Jahr, sind seit dem Inkrafttreten des revidierten Bundespersonalgesetzes Anfang 2011 bereits 40 anonyme Hinweise eingegangen, wie Armin Vuillemin, stellvertretender Direktor der Finanzkontrolle, am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte.

Zugenommen haben die Bagatellfälle, nicht aber die Anzeigen wegen gravierender Missstände. Einige der Meldungen enthalten aber dennoch Hinweise auf strafbare Handlungen. Diese Informationen würden an die Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet, sagte Vuillemin. In anderen Fällen werde jemandem dagegen nur schlechte Führung vorgeworfen.

Obwohl nicht mehr schwere Fälle angezeigt wurden, zieht Vuillemin eine positive Bilanz. Es sei wichtig, dass die Angestellten des Bundes die Möglichkeit zur Anzeige hätten, sagte er. Die Finanzkontrolle nehme alle Hinweise sehr ernst und garantiere gleichzeitig Anonymität.

Gleiche Spiesse für Post und SBB

Auch die Angestellten der Post und der SBB können Missstände anzeigen, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Die Post hat im März eine Website auf einem externen Server aufgeschaltet, auf der «Whistleblower» ihre Informationen deponieren können. Zugriff darauf hat nur die Revisionsstelle der Post.

Schon vorher hatte die Post eine Telefonlinie für Meldungen über sicherheitsrelevante Vorfälle, bei der aber die Anonymität kaum gewahrt werden konnte. Dafür sorgt bei der SBB seit 2007 eine Richtlinie, welche auch festlegt, bei welchen Stellen Vorfälle gemeldet werden können.

Was für die Angestellten des Bundes, der Post und der SBB gilt, bleibt den Mitarbeitenden mehrerer selbständiger Verwaltungseinheiten verwehrt. Für die Finanzmarktaufsicht FINMA, das Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI oder das Heilmittelinstitut swissmedic etwa gilt das Bundespersonalgesetz nicht.

Die Angestellten haben darum keine Pflicht, Straftaten und andere Missstände zu melden. Sie geniessen aber auch keinen besonderen Schutz, wenn sie zu «Whistleblowern» werden.

(dyn/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
1
Forum
Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Seit in der Eidg. Steuerverwaltung Unregelmässigkeiten bei Beschaffungen ans Licht gekommen sind, häufen sich ... mehr lesen
Die Finanzdelegation hat die nicht anonymen Meldungen an die Eidg. Finanzkontrolle (EFK) weitergeleitet, damit diese den Sachverhalt abklären kann.
Bern - Whistleblower sollen in der Schweiz besser geschützt werden. Dies fordert Transparency International Schweiz. Der Fall Hildebrand zeige klar: Informanten müssten in Zukunft vor Diskriminierungen jeglicher Art rechtlich abgesichert sein. mehr lesen  1
Berlin/Bern - In der weltweiten Wahrnehmung der Bürgerinnen und Bürger hat die Korruption in den letzten drei Jahren zugenommen. In ... mehr lesen
Die Befragten in der Schweiz nahmen den privaten Sektor als den korruptesten wahr.
Missstände oder gar
schwerkriminelle Straftaten wie erweisbare Dokumentefälschung, Verleumdungen und Beschimpfungen zB. vorgefallen durch BfM und Migrationsamt TG anzuzeigen sei gut überlegt. Mich haben die Verzeigungen inzwischen den Arbeitsplatz gekostet in dem 25 Jahre gearbeitet wurde und Kosten von 77800Fr. verursacht. Von massiven üblen Beschimpfungen, Drohungen und weiteren beweisbarer Verleumdungen, besonders gegen meine Ehefrau, mal ganz zu schweigen. Es ist daher gut zu überlegen schwere Straftaten zur Anzeige zu bringen.
Geht es nach dem Bundesrat, sollen die Läden länger geöffnet haben.
Geht es nach dem Bundesrat, sollen die Läden länger ...
Pläne im Gang  Bern - Detailhändler sollen ihre Geschäfte künftig in der ganzen Schweiz bis mindestens 20 Uhr offenhalten dürfen. Der Bundesrat hält trotz Kritik in der Vernehmlassung daran fest. Er hat das Wirtschaftsdepartement beauftragt, bis Ende Jahr eine Botschaft auszuarbeiten. 
Kantone gegen einheitliche Ladenöffnungszeiten Bern - Die Kantone schlagen dem Bundesrat in Sachen Ladenöffnungszeiten die Tür ins Gesicht: Fast ...
Die Ladenöffnungszeiten sollen gemäss den Kantonen nicht vereinheitlicht werden. (Symbolbild)
Titel Forum Teaser
  • Pacino aus Brittnau 680
    Macht der Stasi war Nasenwasser dagegen . . . Jeder Bürger kann bereits von jeder Interessengruppe jederzeit ... heute 13:33
  • kubra aus Port Arthur 3076
    Echt wahr Kassandra. Sie haben mich voll durchschaut. Klar konnt ich mir nicht ... heute 09:14
  • jorian aus Dulliken 1492
    Blick und die Weltwoche?!? Wem gehört die AZ? http://www.azmedien.ch/unternehmen/ Wem gehört ... heute 06:33
  • Midas aus Dubai 3447
    Dickes Kreuz Die Häme im Blick ist ja jetzt am schlimmsten."Grüsel-Geri" als Titel, ... heute 03:06
  • Kassandra aus Frauenfeld 955
    Wer hätte das je gedacht? Ich habe den Club auch gerade gesehen, nicht ganz von Anfang an, aber ... heute 01:36
  • Kassandra aus Frauenfeld 955
    ES! INTERESSIERT! MICH! NICHT! schreibt die gute Kubra, und man fragt sich sofort, weshalb sie dann ... heute 01:29
  • Kassandra aus Frauenfeld 955
    Aber, aber, liebe Werbefachleute! "Wir sind keine Einheitspatienten", das sah ich heute in Zürich von ... heute 00:47
  • keinschaf aus Wladiwostok 2565
    Der Club hat bestätigt, was zu ahnen war. Es handelt sich bei dieser ganzen ... gestern 23:44
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
MI DO FR SA SO MO
Zürich 10°C 13°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel 7°C 14°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 12°C 15°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Bern 10°C 19°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Luzern 14°C 18°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Genf 12°C 21°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Lugano 18°C 22°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
mehr Wetter von über 6000 Orten