Widerstand gegen Erhöhung der Grimsel-Staumauer
publiziert: Mittwoch, 5. Sep 2012 / 16:17 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 6. Sep 2012 / 07:55 Uhr
Die Vergrösserung des Grimselstausees hat energiepolitisch eine grosse Bedeutung.
Die Vergrösserung des Grimselstausees hat energiepolitisch eine grosse Bedeutung.

Bern - Das Berner Kantonsparlament stellt sich klar hinter die geplante Erhöhung der Staumauer am Grimselsee. Mit grosser Mehrheit hat der Grosse Rat dem umstrittenen Projekt am Mittwoch trotz Bedenken von grüner Seite zugestimmt. Das letzte Wort ist damit noch nicht gesprochen.

Für eine intelligente, umwelt- und menschengerechte Energiepolitik
5 Meldungen im Zusammenhang
Mehrere Umweltverbände kündigten umgehend eine Beschwerde beim bernischen Verwaltungsgericht an. Sie warfen dem Grossen Rat vor, sich um wertvolle Moorlandschaften zu foutieren für ein Projekt, das keinen zusätzlichen Strom brächte.

In der Parlamentsdebatte hatten die Grünen Kompromissbereitschaft signalisiert. Sie wollten die Zustimmung zur Staumauer-Erhöhung an eine Auflage koppeln. Demnach wäre der vergrösserte Grimselsee erst dann freizugeben gewesen, wenn das AKW Mühleberg definitiv ausser Betrieb genommen worden ist. Der Antrag blieb chancenlos.

Mit der Erhöhung der Grimsel-Staumauer um 23 Meter vergrössert sich das Speichervolumen des Sees um 75 Prozent. Die Kraftwerke Oberhasli (KWO) könnten dann im Sommer mehr Wasser zurückbehalten und im Winter zur Stromproduktion nutzen.

Das Projekt habe grosse Bedeutung, sagte Energiedirektorin Barbara Egger-Jenzer (SP). Zwar sei der Grimselsee heute schon eine «riesige Batterie», doch mit dem Vorhaben werde die Speicherkapazität massiv ausgebaut. Das Wasser könne also dann verstromt werden, wenn zum Beispiel andere Energieträger wie Wind- oder Sonnenkraft wetterbedingt weniger Strom produzieren könnten.

«Gratis ist die Energiewende nicht zu haben», sagte Egger-Jenzer. Von den Grünen forderte sie Pragmatismus. Man könne nicht gegen Atomenergie sein und bei den erneuerbaren Energien derart hohe Anforderungen stellen.

Fast alle Parteien dafür

Die übrigen Parteien sprachen sich für die Erhöhung der Grimselsee-Staumauer aus. Das Projekt sei ein Puzzleteil für die geplante Energiewende, hiess es etwa seitens der Grünliberalen. Für den Ausstieg aus der Atomkraft brauche es nun einmal einen Kompromiss, befanden SP und BDP.

Die FDP verwies auf die wirtschaftliche Bedeutung des Vorhabens für die Region Oberland Ost. Die SVP stellte sich ebenfalls voll hinter das Ausbauprojekt. Auch einzelne Grüne sagten, sie könnten der Erhöhung zustimmen. Denn immerhin habe sich die KWO zu wesentlichen Kompensationsmassnahmen für Natur und Landschaft verpflichtet.

Das Kantonsparlament genehmigte in der Schlussabstimmung mit 139 Ja- gegen 14 Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen die entsprechende Anpassung der Gesamtkonzession für die KWO.

Lange Vorgeschichte

Der Ausbau des Speichersees an der Grimsel steht seit langem zur Diskussion. Ein erstes Projekt unter dem Namen Grimsel West stiess schon vor Jahren auf erbitterten Widerstand. Die Kraftwerksbetreiber liessen es 1999 fallen.

Vor einigen Jahren lancierten die KWO, eine Tochter des Stromkonzerns BKW, ein neues Ausbauprogramm, das eine Modernisierung der Anlagen vorsah, sowie ein Pumpspeicherwerk und eben eine Staumauererhöhung am Grimselsee.

(bert/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Durch die Energiestrategie 2050 dürften die Haushalte 20 bis 30 Prozent mehr für Energie bezahlen. Das schätzt der Bundesrat. ... mehr lesen
Der Bundesrat will gemäss Doris Leuthard neue Anreize zum Energiesparen schaffen.
Green Investment Bern - Der Kanton Bern hat am Freitag die umstrittene Staumauererhöhung im Grimselgebiet im Berner Oberland bewilligt. Gebaut werden dürfte indessen noch nicht, die Umweltverbände prüfen einen Weiterzug des Falles ans Verwaltungsgericht. mehr lesen 
Bern - Die Schweizer Stauseen sind so voll wie schon seit Jahren nicht mehr zu dieser Jahreszeit, die Preise an den ... mehr lesen
Auch die tiefen Preise auf dem europäischen Strommarkt könnten für den hohen Füllgrad verantwortlich sein.
Bern - Neun Umweltorganisationen bekämpfen die von den Kraftwerken Oberhasli (KWO) geplante Erhöhung der Staumauer am Grimselsee mit einer Einsprache. Das Projekt sei ein zu hoher Preis für kurzfristige Gewinne mit Spitzenstrom. mehr lesen 
Professionelle Beratungsdienstleistungen in den Bereichen Windkraft, Photovoltaik und Biogas.
Für eine intelligente, umwelt- und menschengerechte Energiepolitik
Der Verkehr verschlingt viel Energie und produziert 40 Prozent der Treibhausgas-Emissionen in der Schweiz.
Der Verkehr verschlingt viel Energie und produziert 40 ...
Fluch und Segen zugleich  Berne - Der Verkehr in der Schweiz nimmt stetig zu, verschlingt viel Energie und verschmutzt die Umwelt. Um das Verkehrswachstum zu bremsen, fordert der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) eine «ökologische Verkehrswende» - analog der Energiewende. 
Die aktuelle Klimapolitik sei «zu wenig ambitioniert».
Experten fordern ehrgeizigere Klimapolitik vom Bundesrat Bern - Die Klimapolitik des Bundesrates geht in die richtige Richtung - aber nicht weit genug. So lautet das Fazit ...
Green Investment Schweizer Beteiligung  Hamburg/Bremerhaven - Der Ausbau der Windenergie auf hoher See kommt ...  
Feierliche Inbetriebnahme der Anlage.
Ein Simulator macht zukünftige Windparks erlebbar Zürich - Schweizer Forschende haben einen Simulator für geplante Windparks entwickelt. Dieser macht ...
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3280
    "wird auch die Flüchtlingskrise in Europa Thema sein" A. Merkel nannte die Bewältigung des Flüchtlingsproblems eine ... gestern 09:29
  • Kassandra aus Frauenfeld 1488
    Nur kein Ticket! Unser aller Schäfchen würde doch glatt erwischte Schwarzfahrer ohne ... Di, 01.09.15 16:07
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3280
    Konkret "Eine syrische Flüchtlingsfamilie und ein Mann aus Afghanistan ... Di, 01.09.15 13:00
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3280
    Der... britische Europaparlamentarier Nigel Farage (UKIP) rief kürzlich im ... Di, 01.09.15 09:03
  • keinschaf aus Wladiwostok 2725
    Lügnerverein STS "Nach Angaben des STS verschwinden jedes Jahr Tausende Haustiere ... Di, 01.09.15 01:53
  • keinschaf aus Wladiwostok 2725
    Tickets für... Schwarzfahrer? lach Ja, in Frauenfeld vielleicht. Dort wohnen ja ... Di, 01.09.15 01:13
  • Kassandra aus Frauenfeld 1488
    Schwarzfahrer im öffentlichen Verkehr? Ach, das Schäfchen fährt offensichtlich auch im eigenen Auto schwarz? ... Di, 01.09.15 00:15
  • keinschaf aus Wladiwostok 2725
    Für Schweizer bitte auch!! Das wäre doch auch für die Schwarzfahrer im öffentlichen Verkehr eine ... Mo, 31.08.15 20:29
Wettbewerb
Unvergessliche Momente auf der OCHSNER SPORT CLUB Fanbank.
Hautnah dabei  OCHSNER SPORT CLUB bringt dich hautnah an die Stars der Super League.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
FR SA SO MO DI MI
Zürich 10°C 14°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel 7°C 16°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 11°C 17°C leicht bewölkt bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Bern 10°C 20°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Luzern 12°C 21°C leicht bewölkt bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Genf 11°C 21°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Lugano 13°C 24°C leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten