Widerstand irakischer Parteien
publiziert: Sonntag, 8. Jun 2003 / 12:24 Uhr

Bagdad - Unter den irakischen Parteien wächst der Widerstand gegen die amerikanischen Pläne für ein irakisches Beratergremium, das die US-Besatzer beim Wiederaufbau unterstützen soll.

Der Wortführer des Irakischen Nationalkongresses Ahmed Chalabi.
Der Wortführer des Irakischen Nationalkongresses Ahmed Chalabi.
Der Hohe Rat für die Islamische Revolution in Irak (SCIRI), der Irakische Nationalkongress (INC) von Ahmed Chalabi und die Nationale Einheitsbewegung erklärten laut der arabischen Zeitung Al-Hayat vom Sonntag, sie lehnten ein derartiges Gremium ab.

Die Mitglieder des Gremiums würden nicht gewählt, sondern von US-Zivilverwalter Paul Bremer ausgesucht, begründeten die Parteien. Ausserdem würden die Berater selbst keine Entscheidungen treffen können.

Die US-Regierung hatte ursprünglich vorgehabt, von einer nationalen Versammlung eine irakische Übergangsregierung wählen zu lassen. Davon ist sie inzwischen abgerückt.

Ijad Dschamaleddin, ein unabhängiger schiitischer Politiker, erklärte unterdessen, die Iraker müssten Verbündete der USA werden, die ihrerseits beim Aufbau eines demokratischen Systems in Bagdad helfen sollten. Irak müsse ein moderner säkularer Staat werden, sagte er in Interview mit der irakischen Zeitung Al-Zaman.

Derweil versammelten sich vor dem Hotel Palestine in Bagdad Dutzende von Polizeioffizieren aus Nadschaf. Sie forderten den Rücktritt des von den Amerikanern eingesetzten Polizeidirektors der Provinz Nadschaf und des Provinzverwalters. Beide hätten unter dem Regime von Saddam Hussein eine unrühmliche Rolle bei der Unterdrückung der Bevölkerung gespielt, erklärten sie.

(rr/sda)

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