Widmer-Schlumpf verzichtet auf Sechseläuten
publiziert: Dienstag, 1. Apr 2008 / 09:41 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 1. Apr 2008 / 15:55 Uhr

Zürich - SVP-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf hat ihre Teilnahme am Zürcher Sechseläuten abgesagt, wie der Sprecher des Justiz- und Polzeidepartementes, Livio Zanolari, eine Meldung der «Neuen Zürcher Zeitung» («NZZ») bestätigte.

Eveline Widmer-Schlumpf habe Drohungen erhalten. (Archivbild)
Eveline Widmer-Schlumpf habe Drohungen erhalten. (Archivbild)
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Laut NZZ begründet Zunftmeister Felix E. Müller die Absage mit «Sicherheitsüberlegungen».

Widmer-Schlumpf habe Drohungen erhalten. Vorgesehen war, dass Widmer-Schlumpf als Ehrengast der Zunft Fluntern im Festzug mitmarschiert wäre. Das Sechseläuten findet am 14. April statt.

Felix E. Müller befürchtet, nach den Drohungen gegen SVP-Bundesrätin Widmer-Schlumpf und deren Verzicht auf eine Teilnahme am Zürcher Sechseläuten, einen «Verlust der politischen Kultur in der Schweiz».

Angst vor Nachahmungstäter

Gegen Eveline Widmer-Schlumpf habe es «massive Bedrohungen und Beschimpfungen» gegeben, sagte Müller, beruflich Chefredaktor der «NZZ am Sonntag», auf Anfrage.

Ins Detail gehen mochte Müller nicht, aus Angst vor Nachahmungstätern. Nur so viel: Man habe «um die physische Sicherheit» der Bundesrätin gefürchtet.

Bundesrätinnen und Bundesräte entscheiden selber, ob sie aus Sicherheitsüberlegungen an gewissen Anlässen nicht teilnehmen wollen. Dabei stützen sie sich auf Empfehlungen des Bundessicherheitsdienstes in der Bundespolizei (fedpol).

Welche konkrete Empfehlung dieser im vorliegenden Fall abgegeben hat, wollte fedpol-Sprecher Guido Balmer auf Anfrage nicht sagen. Eine laufende Lagebeurteilung nehme der Dienst für Information und Auswertung vor.

SVP kritisiert Widmer-Schlumpf

Die SVP verurteilt den Entscheid von Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf, nicht am Zürcher Sechseläuten teilzunehmen.

Sollten tatsächlich Drohungen gegen die Bundesrätin existieren, kritisiere man diese ebenfalls, schreibt die SVP. Bedauern über Widmer-Schlumpfs Sechseläuten-Absage äusserten die CVP und FDP.

Der Zürcher Professor für Politische Philosophie, Georg Kohler, wertet die Drohungen als Symptom der allgemein härter werdenden politischen Auseinandersetzung.

(rr/sda)

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kein wunder
ich frage mich nämlich schon lange, wieso noch niemand von den fanatischen blocher-jüngern auf die idee gekommen ist, frau bundesrätin widmer-schlumpf einfach verschwinden zu lassen! vielleicht wäre es eine gute idee, wenn man der svp ein paar innerschweizer kantone überlassen würde als territorium und darum herum eine betonmauer bauen würde? dass die svp-jünger und parteipatriarchen nicht nur das leben in unserem schweizerland generell vermiesen sondern offenbar für nicht linientreue mitmenschen sogar eine gefahr für leib und leben sind, ist schon mehr als bedenklich. aber dies werden die svp-jünger in ihrer blinden ignoranz wohl anders sehen...
Bedauerlich
Wenn eine demokratisch gewählte Bundesrätin nicht mal mehr an ein Volksfest gehen kann... Ich nehme mal stark an, dass die Drohungen von Anhängern der SVP ausgesprochen wurden - ist das wirklich das Niveau der SVP?
.
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