Tag gegen Kinderarbeit
Wie Jan befreit wurde
publiziert: Freitag, 12. Jun 2015 / 14:04 Uhr
Jahrelang musste Jan auf den Zuckerrohrfeldern Kinderarbeit leisten. Bedrückt schaut er auf diese Zeit zurück.
Jahrelang musste Jan auf den Zuckerrohrfeldern Kinderarbeit leisten. Bedrückt schaut er auf diese Zeit zurück.

Weltweit müssen noch immer 168 Millionen Kinder arbeiten. Dagegen setzt sich World Vision ein. Ein positives Beispiel aus den Philippinen.

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Internationaler Tag gegen Kinderarbeit
Offizielle Seit der internationalen Arbeitsorganisation ILO
ilo.org

«Ich war 10 Jahre alt, als ich das erste Mal auf dem Feld Zuckerrohre schneiden musste», erzählt Jan. Als zweites von fünf Kindern lebt der heute 16-Jährige Filipino in einem abgelegenen Dorf auf der Insel Cebu. Um das knappe Haushaltsbudget der Familie aufzubessern, musste Jan im Sommer in der Landwirtschaft helfen. «Die erste Zeit hatten ich und meine Freunde noch Spass an der Arbeit», berichtet Jan. «Doch dann wurde es immer strenger. Die Machete schnitt mir in die Hände und es begann zu bluten. Zudem brannte die Sonne den ganzen Tag vom Himmel herab. Ich wurde beinahe ohnmächtig.» Jan bekam für diese harte Arbeit nur 1.50 Franken pro Tag. «Ich gab das Geld sofort meinen Eltern. Immerhin machte es mich froh, dass meine Geschwister dadurch einmal etwas anderes als getrockneten Fisch essen konnten.»

Jeden Sommer musste Jan auf den Zuckerrohrplantagen arbeiten - dabei wollte er doch Lehrer werden. «Damit könnte ich meiner Familie aus der Armut helfen und andere Kinder in ihrer Entwicklung unterstützen.» World Vision setzte sich für die Bildung von Jan ein, versorgte ihn mit Schulbüchern und motivierte ihn, an seinem Traum festzuhalten. Und tatsächlich muss Jan heute nicht mehr arbeiten, sondern kann das ganze Jahr über in die Schule gehen.

Armut häufigster Grund für Kinderarbeit

Weltweit leisten 168 Millionen Mädchen und Buben Kinderarbeit. Mehr als die Hälfte davon arbeitet in gefährlichen Berufen, wo sie seelischen oder körperlichen Schmerzen ausgesetzt sind. «Kinderarbeit hat viele Gründe», sagt Esther Bodenmann, Botschafterin für Kinderrechte von World Vision Schweiz. «Die Armut der Eltern, kein Zugang zu Bildung und die kulturelle Akzeptanz von Kinderarbeit sind die häufigsten.» Gerade in Asien kommen zudem viele Kinder aus einem sozial benachteiligten Umfeld, etwa aus einer tieferen Kaste, einer indigenen Bevölkerungsgruppe oder einer ethnischen oder religiösen Minderheit und werden darum diskriminiert.

Nach Regionen aufgeteilt müssen in Asien mit fast 78 Millionen am meisten Kinder arbeiten - fast jedes zehnte Kind ist betroffen. Im Afrika südlich der Sahara ist die Gesamtzahl zwar kleiner (59 Millionen), jedoch ist ein Fünftel aller Kinder betroffen.

World Vision setzt sich weltweit und auf verschiedenen Ebenen gegen Kinderarbeit ein. Mitarbeitende vor Ort fördern und schulen Kinder, ihre Familien und das ganze Umfeld. Gemeinsam mit lokalen Institutionen werden sichere Spiel- und Entwicklungsräume geschaffen und auf politischer Ebene setzen wir uns für Gesetzesänderungen und das Einhalten bestehender Konventionen ein. Und in der Schweiz sensibilisiert unsere Botschafterin für Kinderrechte, Esther Bodenmann, die Menschen für das Problem Kinderarbeit.

Jan aus den Philippinen weiss nicht mehr, wann er das letzte Mal auf dem Feld die schwere Arbeit verrichten musste. Die Wunden in seinen Händen sind zugewachsen - und er setzt alles daran, dass sie nicht mehr aufgehen.

(sk/World Vision)

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