Wie der Maulwurf zu seinen schaufelförmigen Pfoten kam
publiziert: Donnerstag, 9. Aug 2012 / 07:59 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 9. Aug 2012 / 08:20 Uhr
Pfoten eines Europäischen Maulwurfs.
Pfoten eines Europäischen Maulwurfs.

Zürich - Sei es der lange Hals der Giraffe oder die «Plazenta» männlicher Seepferde - die Evolution hat bei Tieren die kuriosesten Anpassungen an deren Lebensweisen hervorgebracht. Nun hat ein internationales Forscherteam unter Zürcher Leitung die genetische Entwicklung der schaufelförmigen Pfoten von Maulwürfen aufgeklärt.

Wir setzen uns für die Verbesserung der Qualität von Tierheimen und Tierschutzprojekten im In- und Ausland ein.
1 Meldung im Zusammenhang
Die Maulwürfe sind eine seltsame Tierfamilie, zu der auch die im Wasser lebenden Desmane und die bodenbewohnenden Spitzmulle gehören. Etliche von ihnen haben bizarre Körperteile entwickelt: Die Schnauze des Sternmulls ziert ein Kranz fingerförmiger Hautanhänge, der als Tastorgan dient, die Desmane haben Schwimmhäute und seitlich abgeplattete Schwänze.

Bei den Maulwürfen haben sich die Vorderpfoten zu regelrechten Schaufeln vergrössert, während die Hinterpfoten normal gross sind. Hände und Klauen sind verlängert und die Handflächen nach aussen gedreht. Ein sechstes Fingerglied hilft beim Graben. Damit schafft es der Maulwurf, bis zu sieben Meter Gänge pro Stunde zu buddeln.

Wie die Pfotenentwicklung genetisch gesteuert wird, hat nun ein internationales Forscherteam um Constanze Bickelmann vom Paläontologischen Institut und Museum der Universität Zürich entschlüsselt.

Demnach ist bei Maulwürfen das sogenannte SOX9-Gen, das an der Bildung von Knorpel beteiligt ist, zu anderen Zeiten aktiv als bei verwandten Kleinsäugern, wie die Forscher am Donnerstag im Online-Fachblatt «EvoDevo» berichten.

Die Forscher verglichen die Aktivität dieses Gens in der Embryonalentwicklung von Iberischen Maulwürfen, den verwandten Kleinohrspitzmäusen und Hausmäusen. Es zeigte sich, dass das SOX9-Gen bei Spitzmaus und Maus bei der Entwicklung in Vorder- und Hinterbeinen gleichzeitig aktiv wird, beim Maulwurf jedoch in den Vorderbeinen früher als hinten.

Evolution bevorzugte gute Baumeister

«Diese unterschiedliche Zeiteinteilung der Genaktivität ist ein extremes Beispiel für die Anpassung an eine besondere Lebensform», zitiert die Mitteilung Constanze Bickelmann. «Die natürliche Auswahl hat Tiere bevorzugt, die grössere Vorderpfoten hatten und somit besser graben konnten.»

Darum hinterliessen Maulwürfe mit einem früher aktiven SOX9-Gen in den Vorderpfoten mehr Nachkommen und breiteten sich aus. Da die Trennung von Maulwürfen und Spitzmäusen vor 70 Millionen Jahren stattfand, führte dieser Auswahlprozess zu einer langsamen, aber tiefgreifenden Veränderung bei der Produktion eines Eiweisses, das im Tierreich fast universell vorkommt, wie die Forscher schreiben.

(laz/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Salt Lake City - Wenn Mäuseweibchen um Partner mit gutem Erbgut konkurrieren müssen, zeugen sie sexuell attraktivere ... mehr lesen
Die Haltung in einem grossen Gehege entspreche der natürlichen Lebensweise von Wildmäusen. (Symbolbild)
Mehr Menschlichkeit für Tiere
Seriöser Einsatz für das Wohl der Tiere
Legehennen in Freilandhaltung.
Legehennen in Freilandhaltung.
Bewusst auf Käfig-Eier verzichten  Zürich - Schweizer Konsumenten haben es weitestgehend in der Hand, tierfreundlich Ostern zu feiern. Zumindest bei der Wahl der gefärbten Ostereier und Lebensmittel, in denen Eier verarbeitet sind. 
Der Grosse Ameisenbär ist eigentlich in Südamerika heimisch. (Archivbild)
Zoo Zürich mit Südamerika-Feeling Zürich - Grosse Ameisenbären und Flachland-Viscachas leben eigentlich in Südamerika. Mit spezieller Erlebnisgastronomie für die einen und ...
Antidemokratische Forderung von Politikern und Demoskopen: Stimmzettel mit Altersangabe.
Regula Stämpfli seziert jeden Mittwoch das politische und gesell- schaftliche Geschehen.
Regula Stämpfli
Russland sitzt an einem wesentlich grösseren Gashahn: Gasverteilanlage Eymatt.
Patrik Etschmayers exklusive Kolumne mit bissiger Note.
Patrik Etschmayers
Der im Bau befindliche Aquädukt: Wird mehr Nachfrage schaffen, anstatt die Verschwendung zu verhindern.
Peter Achten zu aktuellen Geschehnissen in China und Ostasien.
Peter Achten
Osterei: Aus Freude bemaltes Fruchtbarkeitssymbol.
Skeptischer Blick auf organisierte und nicht organisierte Mythen.
Freidenker
Wir setzen uns für die Verbesserung der Qualität von Tierheimen und Tierschutzprojekten im In- und Ausland ein.
Übrigens: Hier könnte auch Ihr Unternehmen gefunden werden.
Erfassen Sie zuerst Ihr kostenloses Firmenporträt! Mit dem Firmenporträt präsentieren Sie Ihr Unternehmen und Ihre wichtigsten Dienstleistungen schnell und einfach auf dem wichtigsten KMU-Marktplatz der Schweiz.
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
15.04.2014
B BERYL DJ Logo
15.04.2014
14.04.2014
14.04.2014
SWISS PSY INSTITUTE Logo
14.04.2014
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
Seite3.ch
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
wetter.ch
FR SA SO MO DI MI
Zürich -1°C 10°C sonnig und wolkenlos bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Basel -1°C 12°C sonnig und wolkenlos bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
St.Gallen 1°C 12°C sonnig und wolkenlos bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Bern -2°C 16°C sonnig und wolkenlos bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Luzern 1°C 16°C sonnig und wolkenlos bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Genf 2°C 17°C sonnig und wolkenlos bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Lugano 6°C 17°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
mehr Wetter von über 6000 Orten