«Wiedereingliederung nach IV-Revision unrealistisch»
publiziert: Mittwoch, 17. Jun 2009 / 23:39 Uhr

Bern - Für den Behindertenverband Pro Infirmis und den Gewerkschaftsbund SGB ist eine IV-Revision, welche die Wiedereingliederung von 12'500 IV-Rentnern in die Arbeitswelt vorsieht, zum Scheitern verurteilt. Bei der derzeitigen Wirtschaftslage sei das Ziel unrealistisch.

Der SGB befürchtet eine Abschiebung der Behinderten in die Sozialhilfe.
Der SGB befürchtet eine Abschiebung der Behinderten in die Sozialhilfe.
Die Arbeitgeber seien gefordert, hielt Pro Infirmis am Dienstag in einer Mitteilung fest. Sie müssten die Tausenden von Stellen bereitstellen und damit beweisen, dass sie dem Grundsatz «Eingliederung statt Rente» folgten.

Dies betreffe auch die Bundesverwaltung: Der Bund und bundesnahe Betriebe hätten in den letzten Jahren ebenfalls Arbeitsplätze auf dem Buckel der IV abgebaut.

Es werde sich zeigen, dass Unternehmen keine Personen anstellen würden, die schon seit Jahren invalid sind, schreibt der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB). Die Vorlage laufe darauf hinaus, dass Personen von der IV in die Sozialhilfe abgeschoben würden. Das bedeute keine Einsparungen, sondern eine Verlagerung der Kosten.

Die geplanten Assistenzbeiträge kritisiert Pro Infirmis als zu restriktiv. Das Modell sei so sehr auf Körperbehinderte ausgerichtet, dass es diskriminierend sei. Alle Behinderten müssten die Möglichkeit haben, Assistenzen einzustellen.

Der Wirtschaftsdachverband economiesuisse begrüsst die 6. IV-Revision. economiesuisse habe immer betont, dass ausgabenseitige Massnahmen notwendig seien, sagte Geschäftsleitungsmitglied Christoph Schaltegger auf Anfrage.

In diesem Sinne sei die Revision «eine gute Sache». Economiesuisse begrüsst insbesondere die erste Ebene der Revision, die es ermöglichen soll, auch die laufenden Renten zu überprüfen und die Wiedereingliederung von IV-Bezügern stärken will.

(ht/sda)

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