Wiener Opernchef fordert Reformen für Berlin
publiziert: Donnerstag, 21. Nov 2002 / 17:38 Uhr

Berlin - Der Direktor der Wiener Staatsoper, Ioan Holender, hat Reformen an den Berliner Opernhäusern gefordert. An manchen Tagen seien alle drei Opern geschlossen, immer wieder würden Doubletten auf den Programmen auftauchen, sagte Holender.

Der Wiener Opernchef war von Berlins Kultursenator Thomas Flierl als Berater für die Deutsche Oper Berlin engagiert worden. Dort hat er für die Zeit nach dem Weggang von Intendant Udo Zimmermann Ende der Saison die Planung bis 2005 übernommen.

Holender kritisierte die geringe Auslastung der Deutschen Oper. Im September seien nur 38 Prozent der Plätze in dem mit fast 2000 Sitzen grössten Opernhaus Berlins verkauft worden.

Wir machen Theater für ein zahlendes Publikum. Wenn die Menschen uns das Produkt nicht mehr abkaufen, dann ist das, was wir unternehmen, ziemlich sinnlos. Ausserdem sollten die drei Opernhäuser ihre Rivalität aufgeben. Auch die Opern sollten zur Kenntnis nehmen, dass Berlin jetzt eine Stadt ist, sagte Holender.

Flierl betonte, Holenders Tätigkeit beschränke sich auf die Deutsche Oper, er werde sich nicht mit der geplanten Strukturreform der Musiktheater befassen. Holender müsse vor allem das schlechte Verhältnis zwischen dem Publikum der Deutschen Oper und dem Haus an der Bismarckstrasse kitten.

Eine Krise an den Opernhäuser entsteht nicht durch gute Kritiken, sondern durch leere Theater. Er wolle die Deutsche Oper nun auch an jenen Tagen öffnen, an denen die anderen beiden Häuser geschlossen sind.

Flierl will bis zum Jahresende ein Konzept zur Reform der Berliner Opernhäuser vorlegen. Im Gespräch ist eine Fusion der Deutschen Oper und der Staatsoper Unter den Linden.

(fest/sda)

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