Wiesen fordert Rückkehr von Ausgeschafften
publiziert: Sonntag, 30. Okt 2005 / 12:40 Uhr

Wiesen - Die Bevölkerung der Gemeinde Wiesen im Graubünden will sich mit der Ausschaffung einer Mutter und ihrer fünf Kinder nach Serbien-Montenegro nicht abfinden.

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Mehr als ein Dutzend Polizisten standen am vergangenen Dienstag um 22.30 Uhr vor der Wohnung der siebenköpfigen Familie. Zwei Stunden später fuhren die Beamten der Frau und fünf Kindern im Alter zwischen sechs und 16 Jahren Richtung Flughafen Zürich davon.

Noch am gleichen Tag wurden die Ausgewiesenen nach Serbien-Montenegro verfrachtet. Zurück blieb der Vater, der 1988 als Saisonnier in die Schweiz gekommen war und seitdem ununterbrochen im gleichen Davoser Baugeschäft arbeitete.

Familiennachzug abgelehnt

Seine Frau, mit damals noch vier Kindern, reiste 1999 mit einem befristeten Visum ein. Alle Anträge auf Familiennachzug wurden abgelehnt, obwohl in Davos das fünfte Kind zur Welt kam.

Wie sehr diese Ausschaffung die Bevölkerung bewegt, ist am Samstagabend deutlich geworden. Im kleinen Mehrzwecksaal der 330-Seelen-Gemeinde drängten sich rund 250 Personen. Die Gemeinde informierte darüber, wie sie die Ausgeschafften wieder nach Wiesen holen will.

«Wir werden kämpfen, bis die Familie wieder zurück ist», sagte Gemeindepräsident Reto Dürst. Dürst kritisierte, die Gemeinde sei nie zum Fall befragt worden.

Im Parlament zur Sprache bringen

Laut Gemeindepräsident Dürst ist mit dem kantonalen Justizdirektor, Martin Schmid, ein Gespräch am nächsten Mittwoch vereinbart worden. Druck gemacht werden soll auch auf weiteren Ebenen. Ein Grossrat aus der Region kündigte an, die Ausschaffung im Parlament zur Sprache bringen zu wollen.

Die Konferenz der zwölf Gemeindepräsidenten des Albulatales will bei der Regierung intervenieren. Auch ein Vertreter der Evangelisch-reformierten Landeskirche sagte, die Kirchenleitung werde sich an den Justizdirktor wenden.

(smw/sda)

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