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Wil im Fussballfieber: Jetzt kommt der FCZ
publiziert: Freitag, 2. Aug 2002 / 19:53 Uhr

Wil - In Wil grassiert das Fussballfieber. Der Spitzenkampf der 6. NLA-Runde zwischen Aufsteiger Wil und dem FC Zürich ist im Fürstenland das Tagesgespräch. Durch den Zuzug Marc Zellwegers wurde das Fieber noch zusätzlich angeheizt.

Marc Zellweger (rechts) im Training hat das Fussballfieber in Wil weiter angeheizt.
Marc Zellweger (rechts) im Training hat das Fussballfieber in Wil weiter angeheizt.
Leader GC peilt gegen YB beim Besuch seiner ehemaligen Spieler Chapuisat, Magnin, Denicolà, Sermeter und Tikva den sechsten Sieg im sechsten Spiel an. Meister Basel versucht, sich gegen Servette spielerisch aufzufangen und ist gewillt, den Rückstand auf GC nicht noch weiter anwachsen zu lassen. St. Gallen beabsichtigt, seine Fortschritte auch in Aarau zu beweisen, und Xamax hat die drei Punkte im Heimspiel gegen Aufsteiger Delémont im Plansoll. Offen ist die Partie zwischen Thun und Luzern. Beide Mannschaften werden wohl bis zum Qualifikationsschluss in den hintersten Regionen kämpfen.

Der FC Wil, die Mannschaft des Österreichers Heinz Peischl, ist das Überraschungsteam schlechthin. Die St. Galler haben den Aufstiegsschwung mitgenommen, sich ideal verstärkt und belegen mit zehn Punkten Rang 2 vor dem FCZ mit neun Zählern. Zürich hat aber erst vier Spiele bestritten. Am Dienstag wartete der Aufsteiger, der erstmals in der Nationalliga A spielt, mit einer neuerlichen Sensation auf. Bis Ende Saison hat sich der Internationale Marc Zellweger auf dem Bergholz verdingt. Der Oberwinterthurer ist nach seinem sportlich missglückten Abenteuer beim 1. FC Köln und vor allem dem Disput mit Trainer Friedhelm Funkel nicht in die Schweiz zu Basel oder St. Gallen zurückgekehrt, sondern hat sich Wil in der beschaulichen fürstenländischen Provinz angeschlossen.

Zellwegers Debüt

Am Mittwoch gab der langhaarige Verteidiger im Trainingsspiel in St. Margrethen ein geglücktes Debüt und erzielte sogar ein Tor. Seine Erfahrung, aber vor allem seine Einstellung, wird Wil bestimmt von Nutzen sein. Zellweger ist ein sportliches Vorbild, kämpft und läuft von der ersten bis zur letzten Sekunde und hat vor allem keine Allüren. Der FCZ, der erstmals in der Meisterschaft auf Wil trifft, wird sich vorsehen müssen. Aarau unterlag im Bergholz 0:4, die Young Boys 2:3, und damals spielte «Zälli» noch nicht mit. Er wird in der Innenverteidigung wohl Mangiaratti verdrängen.

ZUschauerrekord wankt

Der Zuschauerrekord im Bergholz wankt. Die von der Nationalliga zugelassene Kapazität von 5850 Plätzen dürfte annähernd erreicht werden. Beim Start gegen Aarau erschienen 2450, gegen YB schon 4000, und gestern trafen die Bestellungen auf dem Sekretariat des FC Wil bündelsweise ein. Bis Freitagmittag waren schon 4000 Plätze weg. Der «kleine Bruder» des FC St. Gallen ist eine Woche vor dem grossen Duell beim FCSG im Espenmoos im Fussballfieber und gefragter denn je. Nur eine Frage bleibt vorderhand unbeantwortet. Woher nimmt Wil das Geld für seine zahlreichen (guten) Transfers in den letzten Wochen und Monaten? Wer unterstützt den Verein? Wegen des freien Blicks auf den Säntis und den Alpstein wechselt keiner nach Wil.

Wil ist der Angstgegner des FCZ

Wil ist für den FCZ ein Angstgegner. Im Cup strauchelte der FCZ in der Saison 1994/95 im Achtelfinal (0:1) erstmals. Zwei Jahre später war schon in den Sechzehntelfinals (1:3) Endstation. Und im Frühjahr 1998 unterlag der Zürcher Stadtklub im Achtelfinal dem damaligen B-Ligisten nach dem 0:0 nach Verlängerung mit 5:6 im Elfmeterschiessen erneut.

«Wir wissen um Wils Superstart und die Euphorie in der Unmgebung, sind aber gewappnet», meinte FCZ-Trainer Georges Bregy. Seine Mannschaft hat seit Saisonbeginn lauter «englische Wochen» hinter sich, blickt aber ebenfalls und trotz dem Ausscheiden gegen Aston Villa im UI-Cup auf einen gelungenen Saisonstart. «In Birmingham spielten wir besser als in einigen Zeitungen geschildert. Aston Villa war zwar stärker, das Spiel verlief auf höherem Rhythmus als hier zu Lande. Wir hatten aber vier Torchancen. Viermal kam einer unserer Spieler unbedrängt zum Abschluss», entrüstete sich Bregy nachträglich.

Beim FCZ stimmt die Chemie

Der Walliser spinnt den positiven Faden weiter: «Beim FCZ stimmt die Gruppenbildung wieder. Wir sind ausgewogener und variabler geworden und besitzen auch die Klasse, auswärts die Initaitive zu ergreifen. Und ich rechne damit, dass ich Keita im Bergholz wieder einsetzen kann.» Die Kaltschnäuzigkeit des Stürmers aus Guinea im Abschluss könnte der FCZ in Wil durchaus benötigen.

Beim vorgezogenen Auftaktspiel in St. Gallen (3:0) hat der FCZ Klasse und Kaltschnäuzigkeit bewiesen. Der FC St. Gallen hatte keine Chance, präsentierte sich aber damals bedenklich schwach.

(sda)

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