Vier Pfoten kritisiert
Wildnispark Zürich Langenberg tötet gesunden Bären aus Platzmangel
publiziert: Mittwoch, 20. Feb 2013 / 13:28 Uhr / aktualisiert: Montag, 4. Mrz 2013 / 10:11 Uhr
Bär im «Vier Pfoten» Bärenwald Müritz.
Bär im «Vier Pfoten» Bärenwald Müritz.

Zürich - Die internationale Tierschutzorganisation «Vier Pfoten» kritisiert die Tötung eines Braunbären im Wildnispark Zürich Langenberg. Dort wurde gestern ein vierjähriger männlicher Jungbär aus Platzmangel getötet.

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Das Tier hatte gemeinsam mit seinen Eltern in einem Gehege gelebt. Da die Bärin im Winter wieder Junge bekommen habe, wäre die Situation im Bärengehege unkontrollierbar geworden, so die Begründung des Wildnisparks.

Laut Geschäftsführer Christian Stauffer habe man jahrelang vergeblich versucht, einen Platz für den Jungbären zu finden. 

Die Tierschutzorganisation ist sehr verwundert über diese Aussage. «Vier Pfoten betreibt drei Bärenparks für Tiere in Not. Bei uns hat sich niemand vom Wildnispark Zürich Langenberg gemeldet und nach einem Platz für den Jungbären gefragt», sagt Carsten Hertwig, Bären-Experte von «Vier Pfoten». «Wir müssen daher davon ausgehen, dass die Betreiber des Wildnisparks nicht intensiv genug nach einem Platz für das Tier gesucht haben, sondern dass vielmehr das Töten des Nachwuchses in die Zucht mit einkalkuliert wird.»

Tötung nicht akzeptabel

Aus Sicht von «Vier Pfoten» ist die Tötung des Jungbären aus Platzmangel nicht akzeptabel. «Jungtiere sind ein Publikumsmagnet und bringen Zoos und Wildparks mehr Besucher», so Carsten Hertwig. «Es ist aber absolut unethisch, gezielt Tiere zu züchten, um sie nach wenigen Jahren zu töten.»



Die Tierschutzorganisation fordert von Zoos und Tierparks ein nachhaltiges Zuchtmanagement. Das bedeutet, dass nur dann gezüchtet werden soll, wenn für den Nachwuchs eine gute Haltung zur Verfügung steht. Andernfalls müssen die Tiere kastriert werden. Den Einwand, dass eine regelmässige Fortpflanzung für Tiere in Zoo zum natürlichen Verhalten gehört, teilt «Vier Pfoten» nicht.

«Die Bärenparks von 'Vier Pfoten' beweisen, dass eine tiergerechte Haltung auch ohne Nachkommen möglich ist», erklärt Carsten Hertwig. «Unsere Bären führen ein bärengerechtes Leben. Obwohl alle Männchen kastriert sind, zeigen die Tiere Paarungsverhalten und das Fehlen von Nachwuchs hat keinerlei negative Auswirkungen auf ihr Wohlbefinden».

Auch das grosse und naturnah gestaltete Bärengehege im Wildnispark Zürich Langenberg bietet den Bären einen guten Lebensraum. «Wir sind sicher, dass die Bären unter den dortigen Haltungsbedingungen auch ohne Nachwuchs ein abwechslungsreiches Leben führen könnten.»

Keine juristischen Konsequenzen



In der Schweiz hat die Tötung von Zootieren aus Platzmangel keine juristischen Konsequenzen. Im Gegensatz dazu wurden in Deutschland 2010 und 2011 Mitarbeiter des Magdeburger Zoos wegen der Tötung dreier Tigerjungen in zwei Instanzen wegen Verstosses gegen das Tierschutzgesetz verurteilt. Der nicht reinerbige Tigernachwuchs erwies sich als ungeeignet für die Erhaltungszucht des Zoos und wurde aus Platzmangel euthanasiert. Nach Ansicht zweier Verwaltungsgerichte verstiess diese Handlung gegen das Tierschutzgesetz, welches das Töten eines Wirbeltieres ohne vernünftigen Grund verbietet.

(li/Vier Pfoten)

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