Williamsons «Erklärung» reicht dem Vatikan nicht
publiziert: Freitag, 27. Feb 2009 / 14:50 Uhr

Rom - Der Vatikan hat die Entschuldigung des Holocaust-Leugners und umstrittenen katholischen Geistlichen Richard Williamson als unzureichnend bezeichnet.

Richard Williamson vermied eine angemessene Entschuldigung.
Richard Williamson vermied eine angemessene Entschuldigung.
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Ein Vatikan-Sprecher sagte, die von Williamson gewählten Formulierungen entsprächen nicht der Forderung des Vatikan nach einer eindeutigen Rücknahme seiner Äusserungen. Bereits zuvor hatte die Zeitung «Corriere della Sera» berichtet, der Vatikan stufe die Erklärung als «weder angemessen noch bedeutungsvoll» ein.

Papst verlangt unmissverständliche Distanzierung

Papst Benedikt XVI., der Ende Januar insgesamt vier exkommunizierte Bischöfe der Bruderschaft wieder in die Kirche aufgenommen hatte, verlangt von Williamson, sich «in absolut unmissverständlicher Weise» von seiner Leugnung des Holocausts zu distanzieren.

Der Bischof der erzkonservativen Pius-Bruderschaft hatte sich am Donnerstag zwar für «den Schaden und den Schmerz» entschuldigt, den seine Aussagen über Nazi-Verbrechen angerichtet haben. Allerdings erwähnte er weder den Begriff «Holocaust», noch bekundete er eine Solidarität mit den Juden, die er nicht einmal nannte.

«Bedauern dritter Klasse»

Er widerrief auch nicht die vom Vatikan geforderte Leugnung der Vernichtung von Millionen Juden in den Gaskammern der Nazis. Der Zentralrat der Juden in Deutschland wies die Erklärung Williamsons als ein «Bedauern dritter Klasse» zurück.

EU-Justizkommissar Jacques Barrot erklärte in Brüssel, die Äusserungen Williamsons zum Holocaust seien eine «Attacke auf die Wirklichkeit». Möglichkeiten zur Verfolgung des Bischofs auf europäischer Ebene sieht Barrot indes nicht.

(fest/sda)

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