von Rolf Bichsel, Wimbledon
Wimbledon: Kratochvil in der 4. Runde - Casanova out
publiziert: Samstag, 29. Jun 2002 / 22:32 Uhr

London - Michel Kratochvil steht in Wimbledon in der 4. Runde. Der Berner siegte gegen den den Tschechen Radek Stepanek problemlos in drei Sätzen 6:2, 6:3, 6:3. Für Myriam Casanova hingegen ist Wimbledon-Märchen beendet. Die 17-jährige Ostschweizerin verlor gegen Justine Henin 4:6, 4:6.

Der 23-jährige Ostermundiger Michel Kratochvil (ATP 45) spielte sich mit einem absolut problemlosen 6:2, 6:3, 6:3 über den tschechischen Qualifikanten Radek Stepanek (ATP 147) erstmals an einem Major-Turnier in die zweite Turnierwoche. Dort trifft er an Wimbledons "marvellous Monday" mit sämtlichen Achtelfinals der Männer und Frauen auf den als Nummer 4 gesetzten Lokalmatador Tim Henman. Gegen den Engländer spielte Kratochvil letzten Herbst in den Viertelfinals der Davidoff Swiss Indoors und verlor 0:6, 1:6. Kratochvil war damals aber krank.

"Als ich vor anderthalb Wochen die Auslosung zu Gesicht bekam, wurde das Erreichen der 4. Runde gegen Tim Henman sofort zum grossen Ziel", so Kratochvil. Obwohl Rasen nicht seine bevorzugte Unterlage ist, traute er sich Siege gegen die Gesetzten Younes El Aynaoui (Mar) und Tommy Robredo (Sp) zu. Effektiv musste Kratochvil in der ersten Woche nur Nikolaj Davidenko (Russ/ATP 84), Irakli Labadse (Geo/ATP 86) und Peter Stepanek (ATP 147) aus dem Weg räumen. Kratochvil: "Aber ich habe mich von Partie zu Partie gesteigert. Die Rückenschmerzen von anfangs Woche sind weg, ich bin fit und gesund. Ich freue mich riesig auf die Partie gegen Henman." Center-Court-Luft geschnuppert

Kratochvil freut sich, weil er auch gegen den Geheimfavoriten gute Siegchancen hat, "wenn ich so gut returniere wie gegen Stepanek". Ausserdem werden für das Montag-Spiel die Eltern anreisen. Kratochvils grösste Stärke auf Rasen sind die Aufschlag-Returns, die ihm im März am Masters-Series-Turnier von Indian Wells auch den Sieg über einen Andre Agassi in Topform ermöglichten. Um sich an die spezielle Center-Court-Atmosphäre von Wimbledon zu gewöhnen, begab sich Kratochvil noch am Samstag als Zuschauer zu den Spielen von Myriam Casanova gegen Justine Henin und von Lleyton Hewitt gegen Julian Knowle.

Dass Tim Henman, auf dem nicht erst seit dem Favoritensterben der ersten Woche ein horrender Erwartungsdruck der britischen Öffentlichkeit lastet, alles andere als sattelfest agiert, deckte am Samstag der Südafrikaner Wayne Ferreira auf. Henman verdankte seinen 7:6, 3:6, 7:6, 6:1-Sieg am Ende zu einem grossen Teil auch dem portugiesischen Referee Jorge Diaz. Ferreira führte im Tiebreak des dritten Satzes mit 4:1, als sich Diaz zu Henmans Gunsten irrte. Statt 5:1 stand es nur 4:2, Henman holte sich das Tiebreak noch mit 10:8 und Ferreira verlor daraufhin komplett den Faden.

Während Henman gegen Ferreira über drei Stunden rackern musste, benötigte Kratochvil gegen Stepanek bloss 102 Minuten. In allen drei Sätzen nahm der 23-jährige Berner dem Gegner gleich das erste Aufschlagspiel ab. Vor Wimbledon überraschte Kratochvil schon in Nottingham mit einer Halbfinal-Qualifikation. "Diese Siege haben mir das nötige Selbstvertrauen verliehen."

Henin für Casanova eine Nummer zu gross

Mit viel Selbstvertrauen lief auch Myriam Casanova gegen Justine Henin auf. Doch die Vorjahresfinalistin aus Wallonien war für die 17-jährige Ostschweizerin erwartungsgemäss noch zu stark. Casanova lag in beiden Sätzen stets zurück, schaffte indes in beiden Sätzen ein Break und hielt so das Skore ehrenvoll. Die fünf Einzelsiege in Wimbledon -- drei davon in der Qualifikation -- tragen Casanova im Weltranking von Platz 180 unter die besten 120. Der Quantensprung wird Konsequenzen auf die weitere Saisonplanung haben. Für eine US-Open-Teilnahme ohne den Umweg durch die Qualifikation fehlen nicht mehr viele WTA-Punkte; zudem ist Casanova neu eine Kandidatin für eine Wild-Card an der Swisscom-Challenge im Herbst. Wegen der Strapazen der letzten Tage verzichtete Myriam Casanova auf das Juniorinnen-Turnier, in dem Schwester Daniela am Samstag bereits die 2. Runde erreichte.

Wie die Väter sungen...

Auffallend ist, dass bei allen Schweizern, die in der ersten Wimbledon-Woche Aufsehen erregten, schon der Vater Spitzensport betrieb. Die Väter Bastl und Kratochvil waren beides tschechische Eishockey-Internationale -- und sowohl George wie Michel spielten als Junioren selber Eishockey und schafften es in SEHV-Auswahlen. Leo Casanova kickte für den FC St. Gallen in der Nationalliga A.

(ba/sda)

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