
Es ist ein Phänomen, dass genauer betrachtet werden sollte: Jedesmal, wenn der Thermometer für längere Zeit unter die Null-Linie fällt, erscheint in der «Weltwoche» ein Artikel darüber, dass die Klimadiskussion zu einseitig sei oder die Klimaerwärmung gar nicht statt finde oder - wie jetzt gerade wieder, dass die Debatte unterdrückt werde. Das übliche Propaganda-Geschmier, eben.
Ausführlicher Artikel über Klimapropaganda
Artikel über die Realität des Klimwandels und die Propaganda gegen die Wissenschaft mit vielen Links (Englisch)
skeptic.com
Die Lügen der Klimawandelleugner
Demontage der Bild-Zeitung-Lügen über die «Klimaverschwörung»
klima-luegendetektor.de
Es lohnt sich daher, auf die verschiedenen, immer wieder vorgebrachten Lügen einzugehen:
1. «Alles normale Variationen des Klimas!» Das Klima variiert durchaus in bekannten Zyklen - allerdings ist nach diesen der letzte Warm-Zyklus schon vorbei und der Kohlendioxid-Gehalt ist nun höher als in irgend einer Zeit in den letzten 400'000 Jahren und steigt weiter: Das natürliche Maximum war aus dieser Zeit 300 ppm. Heute sind wir auf 380ppm und es zeigt sich keine Neigung einer Verlangsamung des Anstiegs. Soeben ist ein gigantisches (900 km2) antarktisches Eisschelf dabei abzubrechen - Eis, dass seit Millionen Jahren stabil war und erst wir zum Abschmelzen brachten.
2. «Die momentane Wärmeperiode ist ein natürliches Phänomen, wie jene im Mittelater oder im Holozän». Was bei dieser Behauptung nicht erwähnt wird: Jene Perioden brachten nur eine Erwärmung in der nördlichen Hemisphäre und auch dort teils nur lokal. An anderen Orten blieben die Temperaturen gleich oder sanken sogar. Jetzt hingegen steigt die globale Temperatur, nicht die lokale.
3. «Es ist nur die Sonnenaktivität oder der Vulkanismus!» Dummerweise ist die Strahlungsintensität der Sonne seit den 40er Jahren etwas rückläufig und kann daher unmöglich an der Erwärmung schuld sein. Auch Vulkane sind nicht dran schuld, beträgt der Ausstoss von CO2 von diesen doch nur 300 Millionen Tonnen pro Jahr. Jener der Menschen 29 Milliarden Tonnen.
4. «Seit 10 Jahren gibt es keine Erwärmung mehr!» Stimmt nicht. Da 1998 alle Rekorde brach, sah es danach wie eine Abkühlung aus. Aber seit 2002 gehen die globalen Temperaturen wieder rauf. Die 16 heissesten aufgezeichneten Jahre lassen sich alle in den letzten 20 Jahren einordnen!
5. «Letzten Winter gab es viel Schnee.» Zum einen war das nur im Dezember, aber selbst wenn, dann ist dies nur ein lokaler Effekt, der nichts über das Weltklima aussagt. Zudem bringt eine Erwärmung mehr Wasserdampf in die Atmosphäre, was zu mehr Schneefall und Niederschlägen führt. Und zur momentanen Kälte? Während wir hier frieren, ist es zum Beispiel in Peking aussergewöhnlich mild für die Jahreszeit (wie auch von Peter Achten in seiner Kolumne erwähnt).
6. «Es gibt den Klimawandel, aber der Mensch hat nichts damit zu tun!» Das Klima mag noch nicht perfekt erforscht sein, da es extrem komplex ist, aber alle Daten deuten auf den Einfluss des Menschen hin. Der CO2-Ausstoss der Menschen korreliert perfekt mit dem CO2-Gehalt der Atmosphäre und anhand von Radio-Isotop-Untersuchungen lässt sich auch beweisen, dass das Kohlendioxid in der Atmosphäre aus fossilen Brennstoffen stammt. Zudem lassen sich alle anderen Möglichkeiten (kosmische Strahlen, Sonnenstrahlung etc. ausschliessen). Nach irgendwas anderem zu suchen ist Augenwischerei.
7. «Es ist eine Verschwörung der Klimaforscher, um an Gelder ran zu kommen». Dies ist eine jener Ideen, die echt lustig sind. Wenn ein Klimaforscher an Geld kommen will, schreibt er am besten einen «klimaskeptischen» Bericht für eine der grossen Lobbygruppen der Energiekonzerne. Diese Gruppen pumpen seit Jahren Millionen in die Desinformation und in Behauptungen einer Klimaverschwörung. Auch die Weltwoche lässt diesen Quatsch wieder vom Stapel und behauptet, dass sich viele junge Klimaforscher nicht an die Öffentlichkeit trauen. Lustigerweise können sie keinen solchen Forscher - auch nur anonym - präsentieren. Oder gar ein hieb- und stichfestes, mit Fakten untermauertes Forschungspapier. Alles was das Walls Street Journal und eben auch die Weltwoche bringen, sind Zahnärzte die sich als Kardiologen ausgeben.
Wer hingegen nach der Meinung von Forschern fragt, die sich mit dem Klima beschäftigen, findet zu so gut wie 100% eine Bestätigung des Konsenses. Nicht weil dieser Erzwungen würde, sondern weil die Fakten nach deren Prüfung klar sind. Dies nicht weil sie gierig nach Forschungsgeldern wären, sondern weil sie sich ihrer Wissenschaftsethik und den Fakten verpflichtet fühlen.
Das kann zu erstaunlichen Resultaten führen. Als der Klimaskeptiker und Physiker Richard Muller von der University of California in Berkeley mit Geldern der Koch Brüder und der Öl-Industrie die Klimakurven überpüfte und von den Republikanern im Frühjahr 2011 gebeten wurde, vor dem Kongress die Daten zu kommentieren, endete das mit einem Schock für die Konservatien: Muller bestätigte entgegen der Erwartungen der Republikaner die Realität des Klimawandels und der von anderen Wissenschaftlern veröffentlichten Messkurven. Nachdem er die Daten und Fakten überprüft hatte, kam er als Wissenschaftler nicht darum herum, seine Ansichten zu revidieren - und sang nicht das Lieder derer, deren Brot er gegessen hatte sondern jenes der Wahrheit.
Die Weltwoche klagt auch darüber, dass im Gegensatz zu den USA und Australien hier keine neue Debatte stattfinde. Die Sache ist die: die wissenschaftliche Debatte findet statt - und zwar genau wie auch in den genannten Kontinenten. Die unwissenschaftliche Propaganda-Pseudo-Debatte hingegen, die dort von den gleichen Kreisen mit propagiert wird, die auch Kreationismus als Wissenschaft etablieren und den Holocaust aus den Geschichtsbüchern tilgen wollen, die haben wir hier noch nicht.
Dass dies die «Weltwoche» schlecht findet ist zwar etwas traurig. Aber nicht wirklich überraschend. Genauso wenig wie der Artikel darüber.
P.S. Vor Kommentaren bitte die Links anklicken und durchlesen - danke!
(Patrik Etschmayer/news.ch)
Wissen und nicht glauben ist der Schlüssel! Nur weil es die Zeitungen (und andere Medien) seit Jahren immer und immer wieder schreiben wird es nämlich nicht wahrer, und seit die Politik die "Wissenschaft" entdeckt hat um zusätzliche Steuereinnnahmen zu generieren, wird unsere Welt ganz schön verrückt.
Eine andere Ansicht und Kritik an Modeströmungen der Wissenschaft nennt sich bei Etschmayer also "Lüge".
DAS ist Propagandageschmier - und eine missbräuchliche Verwendung des Wortes "Lüge".
Lüge ist eine Falschaussage wider besseren Wissens. Gerade die Wissenschaft - die seriöse meine ich - ist aber auf Kritik angewiesen, denn ohne Kritik wird sie nicht vom Fleck kommen oder aber zu einem Hort verkommen, wo bezahlte "Forscher" die Ergebnisse liefern, die dem Zeitgeist entsprechen.
Die Wissenschaft hat sich schon oft geirrt - sehr oft. Das ist nicht weiter tragisch, solange es möglich ist, festgeschriebene Irrtümer zu korrigieren. Problematisch wird es, wenn aufgrund einiger Publikationen eine neue Form der Religion geschaffen wird. Anders kann man das nicht nennen, wenn eine "Wissenschaft" von sich behauptet, die Weisheit ganz alleine zu besitzen.
Darin ist Etschmayer bekanntermassen aber stark - im Besitzen der Wahrheit. Das unterscheidet sich in nichts von einem religiösen Wanderprediger.
In der Physik ist das zum Glück (noch) ganz anders. Da stört sich niemand daran, dass geltende Theorien hinterfragt werden; es gilt der Grundsatz, dass es keine dummen Fragen gibt. Hätten die Physiker anfangs des letzten Jahrhunderts so reagiert wie die Propagandisten des behaupteten Klimawandels, würden wir heute noch glauben, dass Elektronen "im Atom wie Rosinen in einem Teig positiver Ladung eingebettet" seien, wie es der Entdecker des Elektrons, Thomson glaubte.
Ein anderer Physiker, Rutherford, wollte diese Behauptung überprüfen. Dies macht man mit einer sogenannten Nullhypothese. Die Ergebnisse liessen staunen.
Auch heute gelten Theorien höchstens so lange, bis sie widerlegt werden. Wissenschaft ist keine Religion. Es ist bezeichnend, dass Leute, die offenbar keinen Plan von Wissenschaft haben, sich kritiklos hinter Aussagen stellen, die ihnen genehm sind.
Das ist etwa ebenso dämlich, wie die Aussage, es sei bewiesen, dass elektromagnetische Strahlung im GHz-Bereich (Handys) für den Organismus ungefährlich seien. Das ist eine Falschaussage, denn es wurde nur NICHT bewiesen, DASS. Der Umkehrschluss ist nicht zulässig.
Dabei grillieren wir heutzutage Fleisch bei 2,45 GHz im Mikrowellengrill...
Nein, Herr Etschmayer, ich habe Ihre Links nicht gelesen, bevor ich das geschrieben habe. Ich halte das nicht für nötig.
Weiterhin viel Spass beim Rechthaben.
Ob die Erde sich weiterhin aus der Kleinen Eiszeit herausbewegt, weiß niemand. Völlig ungesichert ist nach wie vor die CO2-Erwärmungshypothese. Dazu fehlt immer noch der physikalische Beweis. Andererseits bleibt die Falsifizierung dieser Hypothese durch Gerlich und Tscheuschner nach wie vor weltweit unwiderlegt, s. http://www.schmanck.de/0707.1161v4.pdf.
Nach Ablauf des Abos werde ich allerdings nicht erneuern.
Es ist erstaunlich über wie wenige Themen die WW in den letzten 12 Monaten berichtet hat (Kultur und Lifestyle Sektion mal ausgenommen).
Es ist immer dasselbe, Klimaschwindel, EU(RO) Bashing, Feindbilder Blocher's verunglimpfen (EWS, Hildebrand, Keller-Sutter, Sommaruga etc).
Missstände im Migrationsamt, Asylantenkatastrophe, Bundesrat Bashing, Bankenlobeshymnen, Neoliberales Gedankengut verteidigen.
So in etwa ist es das.
Zum Teil erlebe ich die Artikel direkt als Satire. So auch den neuesten Klimaerwärmungsartikel.
Zur Klimaerwärmung mal folgendes: Dieses Phänomen das eindeutig durch uns verursacht wird, wurde irgendwann in den 90'er glaube ich von der Wissenschaft öffentlich gemacht, und dann von den Linken Parteien dieser Erde gnadenlos verheizt, jawoll.
Das gipfelte in Umweltabgaben und vielen vielen Steuern. Dann kam noch Popstar Al Gore dazu, der Oscarreif (effektiv) das Thema noch zum Film machte.
Als es vielerorts immer kälter wurde (gefühlt) wurde das ganze husch husch von Klimaerwärmung zum Klimawandel umgenannt um Missverständnisse auszuräumen. Ein Kommunikationsdesaster.
Wären die linken Parteien etwas sensibler mit der Thematik umgegangen und hätten nicht einfach im gefühlten Monatstakt neue Steuern und Abgaben erfunden (um den Klimawandel aufzuhalten) würde der grosse Teil der Bevölkerung heute vielleicht Respekt und Verständnis für die Klimawandel/erwärmungsproblematik haben.
Stattdessen ist der Klimawandel nur noch eine lästige politische Sache, die auch regelmässig noch mehr Imageschaden erhält, wenn wieder unsinnige Klimagipfel stattfinden, die eh nie zu etwas führen ausser zur Schaustellung der aufeinanderprallenden wirtschaftlichen egoistischen Interessen der verschiedenen Weltmächte.
Kommt noch hinzu, dass diese Länder, die effektiv Macht hätten etwas zu bewirken, eben bisher am wenigsten unter den Folgen zu leiden haben. Also ist die Motivation gleich null.
Oder was glauben Sie würden mir die Leute heute sagen in Zürich (-8 Grad) wenn ich sie auf die Klimaerwärmung ansprechen würde.
Oder wie der Blick so treffend formulierte: Klimaerwärmung - ja bitte sofort!
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