Frischknecht wünschst sich mehr Anerkennung
«Wir hätten einen Schub dringend nötig»
publiziert: Sonntag, 12. Aug 2012 / 08:22 Uhr
Nino Schurter gehört in London zu den Medaillen-Anwärtern. (Archivbild)
Nino Schurter gehört in London zu den Medaillen-Anwärtern. (Archivbild)

Im heutigen Cross-Country-Rennen der Männer hat Thomas Frischknecht als Manager des «Scott-Swisspower-Team» zwei heisse Eisen im Feuer. Nino Schurter und Florian Vogel sind Medaillenanwärter. «Frischi» äussert sich im Interview zur Ausgangslage.

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Mountainbike-Pionier Frischknecht wird seine aussichtsreichen Schützlinge nicht direkt betreuen. Er wirkt eher im Hintergrund, die sportliche Verantwortung liegt bei Swiss Cycling. Trotzdem ist Frischknecht in London nicht beschäftigungslos. Er wirkt auf der Hadleigh Farm als Co-Kommentator beim Schweizer Fernsehen. Als Aktiver hatte Frischknecht 1996 bei der Olympia-Premiere des Mountainbike Silber gewonnen hinter dem Holländer Bart Brentjens. Im gleichen Jahr wurde er Cross-Country-Weltmeister. An den Olympischen Spielen 2000 und 2004 holte er jeweils ein Diplom. In Sydney war er Schweizer Fahnenträger an der Eröffnungsfeier.

Thomas Frischknecht, Sie sind der Manager des Teams von Nino Schurter und Florian Vogel. Was haben Sie den beiden für das Olympia-Rennen auf den Weg mitgegeben?

Thomas Frischknecht: «Ich musste da nicht mehr viel machen. Meine Arbeit war schon länger abgeschlossen. Nino und Florian sind Profi genug, um mit der Situation richtig umzugehen. Sie haben ihre Erfahrungen selber vor vier Jahren in Peking gesammelt.»

Mit welchem Rennverlauf rechnen Sie?

«Ich glaube, es wird von Anfang an zur Sache gehen. Die Strecke bietet sich dafür an. Unsere Schweizer sind im Gegensatz zur Konkurrenz Schnellstarter. Deshalb sollte es ihr Ziel sein, von Beginn weg Druck aufzusetzen.»

Seit der Aufnahme des Cross Country ins olympische Programm gehören die Schweizer immer zum Favoritenkreis, zu Gold hat es aber noch nie gereicht. Wieso könnte diesmal ein Olympiasieg Tatsache werden?

«Wir befinden uns in London in einer guten Ausgangslage und einer Favoritenrolle, wie es bisher bei Olympia noch nie der Fall gewesen ist. Nach den letzten Rennen gilt Nino Schurter als Hauptfavorit. Und er hat eine sehr starke Mannschaft im Rücken. Aber es braucht den perfekten Run. Zwischenfälle mag es kaum vertragen. Zwei Medaillen wären natürlich ein Traum, aber das ist keine Selbstverständlichkeit.»

Wie wichtig ist das Rennen für die Schweizer Mountainbike-Szene im Allgemeinen?

«Wir hätten einen Schub dringend nötig. Obwohl wir eine extrem interessante Sportart anbieten, zu der viele Leute einen Bezug hätten, weil sie selber ein Bike besitzen, haben wir den Zugang zu einem breiten Publikum noch nicht ganz gefunden. Trotz unseren Erfolgen kommen wir zu wenig in die Medien. Wir kriegen in der Presse nicht diese Akzeptanz, die uns gebühren würde. Ich hoffe, dass sich dies mit diesen Olympischen Spielen ändern wird - auch dank einer zuschauerfreundlichen Fernseh-Übertragung.»

(bert/Si)

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