Curling-Frauen nahe an der Medaille
«Wir hätten hier auch Männer-Teams geschlagen»
publiziert: Dienstag, 18. Feb 2014 / 15:53 Uhr
Mirjam Ott und Co. haben eine Medaille vor Augen.
Mirjam Ott und Co. haben eine Medaille vor Augen.

Die Schweizer Curling-Frauen um Skip Mirjam Ott spielen in Sotschi um die Medaillen. Die Männer um Skip Sven Michel treten hingegen am Donnerstag mit leeren Händen die Heimreise an. Die Frage sei erlaubt: Hätte das Team Ott gegen das Team Michel eine Siegchance?

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Es gibt nicht viele Sportarten, in denen sich Männer und Frauen direkt miteinander messen können. Die klassische Olympia-Sportart, in der sich Männer und Frauen duellieren, ist das Reiten. Im Springreiten schaffte es noch keine Amazone zur Goldmedaille; in der Dressur hingegen geben die Frauen den Ton an. Auch im Schach dürfen die Frauen gegen Männer antreten, obwohl der Weltverband FIDE auch eine Frauen-WM organisiert. Die beste Schachspielerin aller Zeiten, die Ungarin Judit Polgar, nahm in ihrer ganzen Karriere aber nur an geschlechteroffenen Turnieren teil. Als bestes Resultat erreichte sie an der WM 2005 die Viertelfinals.

Wie sähe es also im «Schach auf Eis» aus, wenn sich die Frauen mit den Männern messen würden? «Wir hätten sicher auch bei den Männern mehr als ein Spiel gewonnen», ist Mirjam Ott überzeugt. «Natürlich sind die Männer kräftemässig im Vorteil. Aber es ist nicht so, dass wir deswegen keine Chance hätten.» Ins gleiche Horn stösst Alina Pätz, die Freundin des Männer-Skips Sven Michel, die gemeinsam mit dem Berner Oberländer auch schon die Mixed-WM gewonnen hat. «Wir führen keine Statistiken. Aber wir haben während der Olympia-Vorbereitung oft Freundschaftsspiele gegen das Team von Sven (Michel) gespielt. Die Bilanz war in etwa ausgeglichen. Wir Frauen haben eher öfter gewonnen.» Und auch Mirjam Ott bestätigt das: «Die Bilanz dürfte ungefähr ausgeglichen sein. Anfang Saison haben wir öfter gewonnen, zuletzt siegten die Männer etwas häufiger.»

Erinnerung an früheres Turnier

Früher galt es als normal, wenn Männer und Frauen gegeneinander curlten. Bis vor rund 15 Jahren gab es noch drei grosse geschlechteroffene Turniere, nebst anderen eines in Bern. «An diesem haben wir auch das Team von Andy Schwaller, dem aktuellen Nationalcoach, geschlagen», erinnert sich Mirjam Ott. «Andy (Schwaller) hat sich ob dieser Niederlage dermassen aufgeregt, dass er nachher an keinen offenen Turnieren mehr teilnahm», stichelt die 42-jährige Bernerin in Richtung des Nationalcoachs. Derart schlimm wird es aber kaum gewesen sein. Andy Schwaller heiratete mit Heike Wieländer eine deutsche Curlerin, die mit Andrea Schöpp zusammen dreimal an Europameisterschaften triumphierte und die verschiedentlich auch «interne Mätschlis» (Schwaller) gewann.

Vermutlich wäre es im Curling aber ähnlich wie im Schach. Ganz nach oben würde es den Frauen nicht reichen. Das belegen am Olympia-Turnier in Sotschi die Statistiken. Nur gerade auf der Lead-Position, wo das Take-out-Spiel verboten ist, kommen die Frauen auf ähnliche Prozentzahlen wie die Männer (84,9:84,8 Prozent). Auf den übrigen Positionen liegen die Erfolgsquoten der Männer um 5,2 % (Nummer 2), 1,6 % (Nummer 3) und 4,2 % (Skips) über jenen der Frauen. Mit ihrem Team-Durchschnitt von 78 Prozent hätte das Team von Mirjam Ott bei den Männern aber immerhin Russland (77 %) und Deutschland (75 %) übertroffen.

Aussenseiterinnen

Aufgrund dieser Zahlen steigen die Schweizerinnen auch in die Medaillenspiele der Frauen lediglich als Aussenseiterinnen. Die übrigen Halbfinalisten Kanada (86 %), Halbfinalgegner Schweden (80 %) und Grossbritannien (79 %) spielten während der Round Robin erfolgreicher als Janine Greiner (77 %), Carmen Küng (78 %), Carmen Schäfer (79 %) und Mirjam Ott (77 %).

(bg/Si)

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