Stinkefinger-Affäre
Wirbel um angeblich gefälschtes Varoufakis-Video
publiziert: Donnerstag, 19. Mrz 2015 / 06:57 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 19. Mrz 2015 / 10:30 Uhr

Berlin - Grosse Verwirrung um einen Stinkefinger: Due deutsche Satiresendung «Neo Magazin Royale» behauptet, ihre Leute hätten das Video gefälscht, in dem der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis Deutschland den Mittelfinger zeigen soll.

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Am Mittwochabend liess Jan Böhmermann, Moderator der ZDFneo-Sendung «Neo Magazin Royale», eine Bombe platzen: Das Video, das Talkshow-Moderator Günther Jauch am Sonntag Varoufakis live vorgespielt hatte, sei manipuliert worden. Varoufakis' Stinkefinger sei für einen Parodie-Song in das Video montiert worden, sagte er.

Der Sender veränderte nach eigener Darstellung die Szene in Zusammenarbeit mit Organisatoren der kroatischen Veranstaltung, an der die verfänglichen Aufnahmen Varoufakis' im Mai 2013 entstanden sind. Abgespielt wurde auch das angeblich echte Video, in dem Varoufakis zwar sagt, man sollte Deutschland den Finger zeigen, aber eben keinen Stinkefinger zeigt.

Welches ist die Fälschung?

Auf Twitter entstand unter dem Hashtag #Varoufake eine heftige Debatte darüber, welche Szene denn nun Fälschung und welche Original ist. Auch Varoufakis selbst schaltete sich ein: Er ist sich offenbar sicher, den Mittelfinger nicht gezeigt zu haben. Bei Talkmaster Günther Jauch erkundigte er sich, ob sich eine Entschuldigung anbahne; Böhmermann zollte er Respekt für dessen Humor.

Am angeblich echten Video - also ohne Stinkefinger - gibt es aber auch Zweifel. Ein Spezialist schaute sich das Video Bild für Bild an und glaubt, Fehler entdeckt zu haben. Einzelne Frames tauchten zweimal auf. Auf der Website massengeschmack.tv zeigte er sich überzeugt, dass die Version ohne Stinkefinger gefälscht ist.

Alles doch echt?

Fakt ist: Auf den Aufnahmen von der Veranstaltung in Zagreb, die vor der Sendung auf Youtube hochgeladen wurden, finden sich nur solche, auf denen Varoufakis mit Stinkefinger zu sehen ist. Dazu gehört auch ein 57-minütiges Video, auf das Varoufakis selbst verlinkt hatte. Das würde dafür sprechen, dass auch er es - damals - für echt hielt. Auch der Kameramann gab vor einigen Tagen an, die Sequenz sei echt.

In seiner ersten Reaktion in der TV-Show hatte Varoufakis dagegen noch darauf gepocht, dass das Video manipuliert worden sei. Hochgeladen wurde das Zagreber Video am 12. Februar 2015 und somit erst mehr als zwei Jahre nach dem Auftritt.

Aus dem Kontext gerissen

Über die Einspielung des Videos in der Show von Günther Jauch war bereits zuvor eine Kontroverse entbrannt. Jauch wurde vorgeworfen, Varoufakis' Aussagen aus dem Kontext gerissen zu haben.

Varoufakis, damals Wirtschaftsprofessor, bezog sich in seinen Ausführungen nicht auf die heutige Situation, sondern auf das Frühjahr 2010 und seine Haltung, Griechenland hätte damals Staatsbankrott erklären sollen.

(jz/sda)

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