Wird die Derniere zum Albtraum?
publiziert: Dienstag, 20. Mai 2008 / 07:09 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 20. Mai 2008 / 13:08 Uhr

Seit 98 Jahren ist das Espenmoos-Stadion die Heimstätte des FC St. Gallen. In der Derniere heute Abend (19.45 Uhr, live auf SF Info) gegen die AC Bellinzona geht es um den Ligaerhalt. Die Ostschweizer müssen gewinnen, wenn sie den Abstieg verhindern wollen.

Wie wird die letzte Geschichte im Espenmoos enden?
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Vor zehn Tagen spielte St. Gallen in der 36. und letzten Meisterschaftsrunde der Axpo Super League gegen Aarau. Geplant war die glanzvolle Verabschiedung vom Espenmoos.

Die Partie hätte ein rauschendes Fest nach sich ziehen können. Die Vorfreude auf den Umzug in die neue AFG-Arena wäre gross gewesen.

Hätte, wäre, würde - die Realität sah anders aus. Dem Spiel gegen Aarau, das mit einem trostlosen 0:0 endete, kam praktisch keine Bedeutung mehr zu.

Den St. Gallern war bereits vorher klar gewesen, dass sie den Gang in die Barrage gegen den Zweiten der Challenge League antreten müssen.

St. Gallen reicht ein 1:0

Der erste Teil der Barrage ist Geschichte. Beide Teams haben noch intakte Chancen auf einen Platz in der obersten Schweizer Spielklasse. Bellinzona siegte zwar am Samstag im heimischen Comunale 3:2, St. Gallen erzielte jedoch zwei wichtige Auswärtstore. Dem Team von Krassimir Balakov reicht heute bereits ein 1:0 oder 2:1.

Den besseren Eindruck im Hinspiel hinterliess Bellinzona. Die Tessiner versuchten ihre Angriffe gepflegt aufzubauen, sofern es das vom Dauerregen gezeichnete Terrain erlaubte. Und mit Ifet Taljevic verfügten sie über einen inspirierten Regisseur.

Erst als bei Bellinzona nach 65 Minuten die Kräfte etwas nachliessen, wurde der Gast stärker. St. Gallen drückte nach dem bedrohlichen 0:2-Rückstand «mit der Brechstange» auf den Anschluss.

Dank den Treffern von Murat Ural und Marcos Gelabert gelang sogar der zwischenzeitliche Ausgleich. Bellinzona musste schliesslich froh um den Sieg sein, den Senad Lulic in der 89. Minute mit einem traumhaften Weitschuss-Tor sicher stellte.

Mangiaratti: «Dumme Gegentore kassiert»

Alessandro Mangiaratti, Abwehrchef der AC Bellinzona, sagte zum Hinspiel: «Eigentlich könnten wir mit dem Sieg zufrieden sein. Wenn mir vor der Partie jemand gesagt hätte, ihr gewinnt 3:2, hätte ich unterschrieben. Doch aufgrund des Spielverlaufs wäre für uns mehr möglich gewesen. Wir haben zwei sehr dumme Gegentore kassiert.» Er sieht seine Squadra nach wie vor in der Rolle des Aussenseiters.

Mangiaratti verspricht sich viel von einem allfälligen Aufstieg: «Dies würde Bellinzona neuen Schwung bringen. Und es gäbe Bewegung in der Stadionfrage. Zudem ist zu lange keine Mannschaft aus dem Kanton Tessin in der Super League vertreten.» Der letzte Tessiner Klub in der Nationalliga A war vor sechs Jahren der FC Lugano.

Für Bellinzona ist der zu knappe Erfolg auch deshalb ärgerlich, weil es aus der immensen Heimstärke nur wenig Profit schlagen konnte. Die Saison-Bilanz im Comunale ist mit 19 Siegen und zwei Unentschieden aus 21 Ernstkämpfen gleichwohl beeindruckend. In der Auswärts-Tabelle der Challenge League ist die «Granata» hinter Vaduz, Wil und Yverdon im 4. Rang klassiert.

Wer schreibt das letzte Kapitel?

Der Aufstieg von Bellinzona wäre gleichbedeutend mit dem Abstieg von St. Gallen.

Der FCSG fiel letztmals im Sommer 1993 unter Ernst Hasler in die NLB. Daraufhin wurde Uwe Rapolder als Trainer engagiert, und unter dem Deutschen kehrten die Ostschweizer bei erster Gelegenheit ins Oberhaus zurück.

Mittlerweile erlebte das Espenmoos sogar eine Meisterfeier (2000). Das letzte Kapitel könnte allerdings ein trauriges werden.

(von Marco Ackermann /Si)

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Besser ein guter NLB Club als immer schlecht in der NLA
Eigentlich würde es dem FCSG recht geschehen wenn sie absteigen müssten.
Jeder sollte genau das bekommen, was er verdient. Selbst wenn es der Abstieg in die NLB ist. Wahrscheinlich wäre es besser für sie, ein guter NLB Club zu sein, als immer mit Ach und Krach in der NLA mitgeschleppt zu werden und auf den letzten Plätzen der Rangliste zu dahinzuvegetieren.
 
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