Weit verbreitete Wirtschaftskriminalität
Wirtschaftskriminalität in der Schweiz weit verbreitet
publiziert: Dienstag, 12. Mrz 2013 / 15:21 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 12. Jun 2013 / 15:07 Uhr
Ein Grossteil der Delikte kommt nie an die Öffentlichkeit.
Ein Grossteil der Delikte kommt nie an die Öffentlichkeit.

Zürich - Fast jedes zweite Grossunternehmen und 13 Prozent der KMU in der Schweiz sind in den letzten zwei Jahren mit Wirtschaftskriminalität konfrontiert gewesen. Pro Fall werde durchschnittlich ein Schaden von 360'000 Franken angerichtet, zeigt eine am Dienstag in Zürich veröffentlichte Studie.

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Etwa die Hälfte der Täter kommt aus den eigenen Reihen, heisst es in der Studie des Beratungsunternehmens KMPG, die auf einer Befragung von 93 Grossunternehmen und 500 kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in der Schweiz, Deutschland und Österreich basiert. In die aufgedeckte Fällen seien Top-Manager nur sehr selten involviert.

In der Schweiz kommen die Täter häufiger aus dem mittleren und oberen Management als in Deutschland. Bei KMU sei die externe Bedrohung besonders gross, sagte Anne van Heerden, Leiter der Abteilung Forensic von KMPG, bei der Präsentation der Studie.

Finanzieller Druck und die Aussicht auf Boni sind gemäss van Heerden zwei zentrale Motive für Wirtschaftsdelikte. Dieses Motiv sei in der Schweiz mit 29 Prozent deutlich stärker ausgeprägt als in Deutschland (11 Prozent). Fehlende Leit- und Vorbilder im Management wurde dagegen in Deutschland (44 Prozent) weit häufiger als Beweggrund genannt als in der Schweiz (7 Prozent).

Zu den Wirtschaftsdelikten kommen kann es nach übereinstimmenden Angaben der meisten Unternehmen in erster Linie wegen mangelnden Unrechtsbewusstseins, fehlender oder mangelhafter Kontrollen sowie Unachtsamkeit und Nachlässigkeit.

Weniger strafrechtliche Sanktionen in der Schweiz

In den meisten Fällen von Wirtschaftskriminalität ziehen die Unternehmen Konsequenzen aus den entdeckten Taten. Ein Grossteil der Delikte kommt allerdings gemäss van Heerden nie an die Öffentlichkeit.

In Schweizer Grossunternehmen kommt es nämlich nur in 36 Prozent der Fälle zu strafrechtlichen Sanktionen, in Deutschland liegt dieser Wert bei 67 Prozent. Auch die arbeitsrechtlichen Konsequenzen sind in der Schweiz mit 71 Prozent seltener als in Deutschland (83 Prozent).

Um wirtschaftskriminelle Handlungen aufdecken zu können, sind Unternehmen auf Hinweise von Mitarbeitenden, Geschäftspartnern oder von Strafverfolgungsbehörden angewiesen. Die Aufdeckung per Zufall ist gemäss Studie in der Schweiz deutlich seltener als in Deutschland und Österreich.

Diebstahl, Betrug und Datenmissbrauch sind die am häufigsten entdeckten Delikte. In der Schweiz habe sich der Datendiebstahl und -missbrauch vor allem für Grossunternehmen und Banken zu einem bedeutsamen Thema entwickelt. Insgesamt über die Hälfte der Unternehmen ist gemäss Studie davon betroffen. Noch selten würden Korruption und Geldwäscherei verzeichnet.

(fest/sda)

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