Wirtschaftslage der Palästinenser immer schwieriger
publiziert: Mittwoch, 19. Feb 2003 / 07:18 Uhr

London - In den Palästinenser-Gebieten Westjordanland und Gaza-Streifen hat sich die wirtschaftliche Situation nach Einschätzung der Weltbank seit Beginn des Palästinenser-Aufstands dramatisch verschlechtert.

Gazastreifen.
Gazastreifen.
Nach dem auf einer internationalen Geberkonferenz in London veröffentlichten Entwurf des Weltbank-Berichts herrscht in den Palästinenser-Gebieten inzwischen bereits eine Arbeitslosigkeit von 53 Prozent.

Infolge verbreiteter Fehl- und Unterernährung als Folge der Verarmung der Bevölkerung sei die Ernährungssituation der Palästinenser inzwischen mit der Lage der Menschen in den afrikanischen Ländern Simbabwe und Kongo vergleichbar.

Ein Faktor für den von der Weltbank verzeichneten Absturz der Hauptindikatoren für die palästinensische Wirtschaft sei die Abriegelungspraxis Israels. Dadurch seien seit Beginn der sogenannten Intifada im September 2000 immer wieder Tausende von Palästinenser gehindert worden, zu ihren Arbeitsplätzen ausserhalb der Gebiete zu gelangen.

Israel sieht in der Abriegelung der Palästinenser-Gebiete eine Massnahme zur Terrorismusbekämpfung, die Palästinenser sprechen hingegen von einer gezielten, und nach dem internationalen Völkerrecht unerlaubten Kollektivbestrafung.

Als positiven Schritt werden in dem Bericht der Weltbank die Schritte Israels zur Wiederaufnahme der Steuer-Überweisungen an die Palästinensische Autonomie-Regierung gesehen. Auch gebe es eine gewisse Lockerung bei den von Israel erteilten Arbeitserlaubnissen für Palästinenser, die in Israel oder in jüdischen Siedlungen beschäftigt seien.

Auf der Tagung geht es vor allem um weiteres Engagement der Geberländer für die Palästinenser-Regierung, die rund ein Drittel aller Arbeitsplätze im Gaza-Streifen und Westjordanland finanzieren muss.

(bert/sda)

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