Patentrechtstreit
Wissenschaftler reissen sich um das Coronavirus
publiziert: Freitag, 24. Mai 2013 / 14:13 Uhr
Der Coronavirus gehört zur gleichen Virenfamilie, die auch SARS ausgelöst hat.
Der Coronavirus gehört zur gleichen Virenfamilie, die auch SARS ausgelöst hat.

Genf - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Länder mit möglichen Fällen des neuen Coronavirus dazu aufgefordert, Informationen zu teilen. Dieser Schritt wurde gesetzt, nachdem Saudi-Arabien bekannt gegeben hatte, dass die Entwicklung von Diagnosetests durch Patentrechte auf das Virus NCoV durch kommerziell arbeitende Laboratorien verzögert worden ist.

5 Meldungen im Zusammenhang
Laut WHO wurden 22 Todesfälle seit 2012 und 44 Erkrankungen gemeldet. NCoV gehört zur gleichen Virenfamilie, die auch SARS ausgelöst hat. Bei einem SARS-Ausbruch starben 2003 rund 770 Menschen. Laut der WHO unterscheiden sich die beiden Viren jedoch voneinander. NCoV tauchte zuerst in Saudi Arabien auf. Dort ist es seither auch zu den meisten Erkrankungen gekommen.

Ziad Memish, der stellvertretende Gesundheitsminister Saudi-Arabiens, brachte seine Besorgnis bei einer WHO-Versammlung in Genf zum Ausdruck. «Wir haben noch immer Probleme bei der Diagnose. Der Grund dafür ist, dass das Virus von Wissenschaftlern patentiert worden ist und daher nicht für die Forschung anderer Wissenschaftler eingesetzt werden kann. Ich gehe sehr stark davon aus, dass die Verzögerung von diagnostischen Verfahren in Zusammenhang mit der Patentierung des Virus steht», so Memish.

Bedenken zu Eigentumsrechten

«Warum sollten unsere Wissenschaftler auf bilateraler Basis Proben an andere Labore schicken und anderen Menschen das Recht des geistigen Eigentums an einer neuen Krankheit übergeben?», fragt WHO-Generaldirektorin Margaret Chan irritiert. Jede neue Krankheit bringe eine grosse Menge an Unsicherheit. Sie hat die 194 WHO-Mitgliedsstaaten dazu aufgefordert, Viren und andere Proben nur mit Einrichtungen zu teilen, die mit der WHO zusammenarbeiten und das nicht auf bilateraler Ebene zu tun.

Die Generaldirektorin betont weiter, dass sie sich der Frage und ihrer rechtlichen Konsequenzen gemeinsam mit Saudi Arabien annehmen wird. Kein Recht auf geistiges Eigentum sollte die Länder der Welt daran hindern, ihre Bürger zu schützen. Keiji Fukuda, Assistant Director-General für Gesundheitssicherheit und Umwelt der WHO, erklärt, dass seine Abteilung ebenfalls bei der Diagnose Probleme gehabt hat.

Verantwortlich für die Schwierigkeiten sind Bedenken in Hinblick auf Eigentumsrechte und unzureichend definierte internationale Regelungen für das Teilen derartiger Informationen. Medienberichten nach wurden Erkrankungen mit dem neuen Coronavirus aus Saudi Arabien, Jordanien, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Deutschland, Grossbritannien und Frankreich gemeldet. 22 der 44 Fälle traten laut der WHO in Saudi Arabien auf. Zehn der 22 Todesfälle sind ebenfalls dort zu verzeichnen.

 

 

(dap/pte)

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