«Woche der Gefahr» für Villepin
publiziert: Donnerstag, 23. Mrz 2006 / 13:33 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 23. Mrz 2006 / 15:31 Uhr

Paris - In den Streit um die Lockerung des Kündigungsschutzes in Frankreich ist Bewegung gekommen. Premierminister Dominique de Villepin bot Gewerkschaften und Studentenverbänden erstmals direkte Gespräche an.

Für Premierminister Dominique de Villepin beginnt die «Woche aller Gefahren».
Für Premierminister Dominique de Villepin beginnt die «Woche aller Gefahren».
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Villepin sagte bei einer Veranstaltung des französischen Bauernverbandes in Metz, er wolle die Sozialpartner «schnell» treffen. Ziel sei es, «gemeinsam Antworten auf die Sorgen der Jugend in unserem Land» zu finden.

Die Gewerkschaftsführer wollten am Nachmittag in Paris über seinen Vorschlag beraten, die Studentenorganisationen voraussichtlich am Freitagvormittag. Das Treffen könnte nach dem angekündigten Streiktag am 28. März stattfinden.

Aus Arbeitgeberkreisen verlautete, bereits an diesem Freitag wolle Villepin mit Vertretern der Unternehmer über die Reform sprechen.

Schüler- und Studentenproteste

In ganz Frankreich gingen wieder Studenten und Schüler zu Protesten auf die Strasse. In Perpignan im Süden des Landes demonstrierten laut Polizei am Vormittag 4200 Menschen. Dabei bewarfen Teilnehmer öffentliche Gebäude mit Eiern und Früchten.

In Marseille kam es am Rande einer Kundgebung zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Gruppen von Jugendlichen, die nicht zu der dortigen Demonstration gehörten. Die Bereitschaftspolizei setzte Tränengas ein.

In Paris sollte am Nachmittag eine Grossdemonstration stattfinden. Dabei wollten die Demonstranten vom Italien-Platz im Südosten bis zum Invalidendom in der Nähe des Eiffelturms ziehen.

Gerüchte über Ablösung Villepins

Derweil kursierten in Paris Gerüchte über eine mögliche Ablösung Villepins im April nach zehn Monaten Amtszeit. «Wenn sich nichts bewegt, wird der Premierminister fliegen», sagte ein Mitglied der Regierung anonym der Zeitung «Le Parisien».

Der Senator der Regierungspartei UMP Gérard Longuet erklärte der Zeitung «Le Figaro», nun beginne für Villepin «die Woche aller Gefahren». Die Reform stamme «nicht aus dem Karton der UMP», fügte Longuet hinzu, der dem UMP-Chef und Villepin-Rivalen Innenminister Nicolas Sarkozy nahe steht.

(fest/sda)

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