Wochen für die Geschichtsbücher
publiziert: Dienstag, 1. Mrz 2005 / 13:50 Uhr / aktualisiert: Freitag, 11. Mrz 2005 / 18:23 Uhr

Der Mord an den Ex-Premierminister Rafik Hariri gipfelte am Montag in den Rücktritt der libanesischen Regierung. Die Chronologie der Ereignisse seit dem Bombenanschlag am Valentinstag in Beirut.

Demonstranten auf der Märtyrer-Statue mitten in Beirut am Montagmorgen.
Demonstranten auf der Märtyrer-Statue mitten in Beirut am Montagmorgen.
12 Meldungen im Zusammenhang
  • 14. Februar Der Ex-Premierminister und Milliardär Rafik Hariri wird zusammen mit 17 anderen Menschen an der Strandpromenade in Beirut in die Luft gesprengt. 220 Menschen werden verletzt.

    Die unbekannte Terrorgruppe An-Nosra wal Jihad fi Bilad al-Sham (Sieg und Jihad in Grosssyrien) übernimmt die Verantwortung für den Anschlag. Hariris Verbindungen zur saudischen Königsfamilie gibt die Gruppe als Motiv an.

    Baschar Assad, Präsident von Syrien, bezeichnet den Anschlag als "verwerfliche Tat, die die nationale Einheit von Libanon gefährdet".

    Die libanesische Opposition trifft sich in Hariris Residenz und bezichtigt die Regierung mit syrischer Hilfe, die Tat begangen zu haben. Sie fordert die pro-syrische Regierung zum Rücktritt auf.

    Die libanesische Armee wird landesweit mobilisiert, um die Stabilität des Landes zu sichern.

    Weltweit rufen Regierungen zu einer rigorosen Aufklärung des Mordes an Hariri auf.

  • 15. Feb. Die libanesische Armee stellt in ganz Beirut an allen wichtigen Durchfahrtsstrassen Checkpoints auf.

    Hariris Familie lehnt das Regierungsangebot eines Staatsbegräbnisses ab. Stattdessen ruft sie die Bevölkerung auf, massenhaft an der Beerdigung teilzunehmen.

    Die US-Botschaft in Damaskus wird geschlossen.

    Der UNO-Sicherheitsrat verlangt eine rigorose Aufklärung des Mordes an Rafik Hariri und pocht auf die Resolution 1559, wonach Syrien seine Truppen aus Libanon abziehen solle.

  • 16. Feb. Rafik Hariri wird auf dem Märtyrer Platz begraben. Über 100 000 Menschen nehmen an der Beerdigung teil. UnDarunter der französische Staatschef Jacques Chirac. Die Beerdigung artet in eine anti-syrische Kundgebung aus. Mitglieder der Regierung bleiben der Beerdigung fern.

    Die libanesische Regierung fragt in Schweiz nach Sprengstoffspezialisten an.

  • 17. Feb. Zehntausende demonstrieren am Anschlagsort in Beirut gegen die 20-jährige syrische Besetzung.

    Syrische Arbeiter, zum grossen Teil als Taxifahrer und im Baugewerbe tätig, werden im Osten des Landes bedroht und mit Flugblättern zum Verlassen des Landes aufgefordert.

  • 18. Feb. Die Opposition ruft zum "Protest für die Unabhängigkeit" auf. Sie wiederholt ihre Forderung nach einem Regierungsrücktritt und verlangt bis zu den Wahlen im Mai eine interimistische Regierung, die den Abzug der syrischen Truppen sicherstellen kann.
  • 19. Feb. Pro-syrische Regierungsmitglieder verlangen einen nationalen Dialog. Doch Walid Jumblatt, Oppositionsführer, lehnt diese Forderung ab und verlangt einen direkten Dialog mit Damaskus.
  • 21. Feb. Über 100 000 Menschen protestieren in Beirut gegen die Präsenz von syrischen Truppen im Land.

    Die Opposition kriegt von der Regierung eine Zusage für eine Debatte zur Untersuchung des Hariri-Mordes am 28. Februar im Parlament.

  • 22. Feb. Die USA und die EU verlangen von Syrien eine sofortige Umsetzung der Resolution 1559 und den sofortigen Abzug der syrischen Truppen aus dem Libanon.
  • 23. Feb. Der Premierminister Karami sagt, er sei bereit, zurückzutreten, falls man sich über eine interimistische Regierung einigen könne.
  • 24. Feb. Syrien sagt, es sei bereit seine Truppen an die Ostgrenze des Landes zurückzuziehen, gemäss der Taif-Vereinbarung aus dem Jahr 1989. Noch hat Syrien keine Anstalten eines Truppenrückzuges gemacht.
  • 25. Feb. Die UNO-Experten zur Untersuchung des Hariri-Mordes treffen in Beirut ein.
  • 26. Feb. Die Schweiz erteilt der libanesischen Regierung eine Abfuhr und will keine Sprengstoffspezialisten nach Beirut schicken.

    Tausende Menschen bilden im Beiruter Stadtzentrum vom Grab Hariris bis an die Anschlagsstelle eine Menschenkette.

  • 27. Feb. David Sattersfield, Assistent für Nahost-Angelegenheiten von US-Aussenministerin Condoleezza Rice, kommt in Beirut an. Er bekräftigt die amerikanische Forderung nach einem vollständigen Truppenabzug Syriens.

    Trotz eines Versammlungs- und Demonstrationsverbots harren Tausende auf dem Märtyrerplatz die ganze Nacht aus, um am folgenden Tag demonstrieren zu können.

  • 28. Feb. Zehntausende versammeln sich auf dem Märtyrerplatz in Beirut. Während an Hariris Begräbnis noch viele verschiedene Parteifahnen zu sehen gewesen waren, werden am Montag nur rot-weisse libanesische Fahnen geschwenkt.

    Die Regierung unter Premierminister Karami tritt zurück nach heftigen Debatten zurück, ohn vorher den Präsidenten Emile Lahoud zu informieren.

    (von Barnaby Skinner/news.ch)

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