3 Frauen erschossen, 2 Männer verletzt
Woher hatte der Walliser Todesschütze seine Waffe?
publiziert: Donnerstag, 3. Jan 2013 / 10:24 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 3. Jan 2013 / 13:46 Uhr
Weil der Täter die Polizeibeamten bedroht hatte, machten diese von ihren Schusswaffen Gebrauch.
Weil der Täter die Polizeibeamten bedroht hatte, machten diese von ihren Schusswaffen Gebrauch.

Bern - Der 33-jährige Mann, der am Mittwochabend im Walliser Dorf Daillon drei Menschen erschossen und zwei weitere verletzt hat, war 2005 in die Psychiatrie eingeliefert worden. Damals wurden seine Waffen beschlagnahmt und zerstört.

6 Meldungen im Zusammenhang
Trotz dieser vorbeugenden Massnahmen verfügte der Mann bei der Bluttat über mehrere Waffen, wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstag an einer Medienkonferenz in Daillon sagte. Er schoss mit einem alten Armeekarabiner sowie mit einer Schrotflinte. Woher der Schütze die Waffen hatte, ist noch unklar. Gemäss Waffenregister besitzt er keine Waffen.

Bei den Todesopfern handelt es sich um drei Frauen im Alter von 32, 54 und 79 Jahren. Verletzt wurden zwei weitere Männer im Alter von 33 und 63 Jahren.

Die getötete 32-Jährige und der schwer verletzte 33-Jährige waren ein Paar. Die getötete Frau hinterlässt kleine Kinder. Die Angehörigen der betroffenen Familien werden psychologisch betreut.

Schütze hätte wohl weiter geschossen

Der Schütze gab ungefähr 20 Schüsse ab, bevor die sofort ausgerückte Sondereinheit der Polizei ihn gewaltsam stoppte. Die Polizisten machten dabei von ihrer Schusswaffe Gebrauch.

Der Schütze wurde am Brustkorb gravierend verletzt und befindet sich auf der Intensivstation. Ob er auch Schüsse in Richtung der Ordnungskräfte abgegeben hatte, ist noch unklar, wie Staatsanwältin Catherine Seppey sagte.

Dies soll die zum Polizeieinsatz eröffnete Untersuchung zeigen. Gemäss der Staatsanwältin hätte der Schütze wohl weiter geschossen, wenn ihn die Polizei nicht gestoppt hätte.

Die Polizei war am Mittwoch um 20.50 Uhr informiert worden, dass ein Mann auf die Bewohner des Dorfes schiesse. Sofort begaben sich mehrere Patrouillen sowie eine Spezialeinheit zum Tatort. Die am Einsatz beteiligten Polizisten blieben unverletzt. Sobald der Tatort gesichert war, konnte der aufgebotene Rettungsdienst zu den Opfern gelangen.

Zuerst aus der Wohnung geschossen

Gemäss ersten Ermittlungen hatte der Täter zuerst aus seiner Wohnung auf Menschen geschossen, die sich direkt vor seinem Haus befanden. Zudem richtete er die Waffe auf Fenster von anderen Gebäuden.

Anschliessend verliess er die Wohnung und trat auf die Strasse vor dem Haus. Nicht bestätigt wurden Berichte, wonach der Schütze stark betrunken gewesen sei.

Tatmotiv unklar

Der Schütze war im Jahr 2005 von der Familie, medizinischen Fachleuten und der Polizei in die Psychiatrie eingeliefert worden. Die Staatsanwalt erhielt laut Seppey noch keinen Zugang zu diesem Dossier. Die Gründe für die Einlieferung seien deshalb unklar.

Ebenfalls noch im Dunkeln liegt das Motiv des 33-Jährigen, wie Staatsanwältin Seppey festhielt. Sein Gesundheitszustand erlaubte noch keine Befragung. Der Täter ist IV-Bezüger, stand unter Vormundschaft und geht keiner geregelten Arbeit nach. Er war bisher wegen Konsums von Marihuana aktenkundig.

Gemeinde unter Schock

Der 33-jährige Täter war Bewohner des westlich von Sitten VS gelegenen Dorfes, welches zur Gemeinde Conthey VS gehört. Das Drama sei unbegreiflich; die Gemeinde stehe unter Schock, sagte Christophe Germanier, Gemeindepräsident von Conthey.

In Daillon kenne jeder jeden. Er selber sei einem der Opfer nahe gestanden, hielt Germanier fest. Man werde sich nun in erster Linie um die Familien der Opfer kümmern. Am Donnerstagmorgen war der Zugang zum Dorf immer noch von der Polizei abgeriegelt.n

(bert/sda)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Nach der Bluttat von Daillon VS sieht Justizministerin Simonetta ... mehr lesen 2
Justizministerin Simonetta Sommaruga.
Das Universitätsspital in Genf.
Sitten - Der Schütze von Daillon VS ist am Montag in die Gefängnisabteilung des Universitätsspitals von Genf verlegt worden, wie die Walliser Polizei am Dienstag mitteilte. Bisher ... mehr lesen
Sitten - Mit einem Schweigemarsch hat der Walliser Ort Daillon am Samstagabend der Opfer der Schiesserei gedacht. Fast 300 Personen zogen mit Kerzen vom Dorfplatz zur Kirche. Dort wurde eine Gedenkstätte mit den Fotos der drei getöteten Frauen errichtet. Die Versammelten stellten brennende Kerzen davor auf. mehr lesen 
Der Verletzte muss seit Donnerstagnachmittag nicht mehr künstlich beatmet werden. (Symbolbild)
Daillon VS - Nach der Bluttat vom ... mehr lesen 1
Weitere Artikel im Zusammenhang
Bern - Im Walliser Dorf Daillon hat ... mehr lesen
Die Polizei konnte den Täter nur durch Schüsse anhalten.
Glücklicherweise...
ist der Besitz und Erwerb von Schusswaffen in der CH liberal gestaltet, ansonsten man selber und die bedrohte Familie widerwärtigen schwer kriminellen Drohungs- und Gewaltstraftäter gänzlich schutzlos ausgeliefert wäre. Ferner ist auch das Notwehrrecht eine wichtige und starke Stütze für Personen die Opfer schwer krimineller Drohungs- und Gewaltstraftäter sind. Das liberale Waffenrecht ermöglicht es Straftatenopfer ihre Integrität, Reputation und Unabhängigkeit vor Straftätern zu schützen.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die Zahl der Einbrüche ist in der Schweiz seit Jahren rückläufig. So viel zu den guten Nachrichten. Damit das auch so bleibt, ist es wichtig, grundsätzlich auf gutes Material an den Schwachstellen (Türen, Fenster, Tore) zu setzen und zusätzliche Sicherungen zu installieren.
Die Zahl der Einbrüche ist in der Schweiz ...
Publinews Smarter Einbruchschutz  Nahezu alle Diebstahlkategorien weisen eine rückläufige Tendenz auf. 2017 wurden in der Schweiz 4,9 Einbrüche pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner gezählt. Das entspricht 113 Einbruch- und Einschleichdiebstählen pro Tag. 2012 lag diese Zahl bei 202. mehr lesen  
Opfer weiterhin vermisst  Rafz ZH - Die Kantonspolizei Zürich hat am Dienstagvormittag in Rafz ZH zwei Personen verhaftet: Sie stehen unter dem dringenden Verdacht, einen seit dem 22. April vermissten ... mehr lesen
Der 67-Jährige Gino Bornhauser wird seit dem 22. April vermisst.
In Indien hat es 18,3 Millionen Sklaven.
Deutlich höhere Zahl  Sydney/London - Mindestens 45,8 Millionen Menschen leben zurzeit weltweit in modernen ... mehr lesen  
Flüchtiger Mörder  Aarau - Der flüchtige Mörder, der aus der Psychiatrischen Klinik Königsfelden in Windisch AG ausgebrochen ist, hätte in einer Einrichtung mit höherer Sicherheitsstufe ... mehr lesen
Der 22-jährige befindet sich seit Samstag auf der Flucht. (Symbolbild)
Titel Forum Teaser
  • paparazzaphotography aus Muttenz 1
    Foto Sanatorio Liebes news.ch Team, es ist für mich eine Ehre dass sie mein Foto des ... Di, 03.01.17 22:12
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Motor hinten oder vorne war dem Tram in Basel völlig egal! Ob ein Auto über- oder untersteuert, ist nicht von der Lage des Motors ... Mi, 01.06.16 10:54
  • Mashiach aus Basel 57
    Wo bleibt das gute Beispiel? Anstatt sichere, ÜBERSTEUERNDE Heckmotorwagen zu fahren, fahren sie ... Mo, 30.05.16 11:56
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Zugang "Das sunnitische Saudi-Arabien, das auch im Jemen-Konflikt verstrickt ... So, 29.05.16 22:06
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Pink Phanter-Bande? Am 25. 7. 2013 hat eine Befreiung von Pink Panther-Mitglied Milan ... So, 29.05.16 15:38
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    ja, weshalb sollte man solches tun? Ist doch krank, Gott zu beschimpfen! Das hat etwas, ... So, 29.05.16 12:12
  • Gargamel aus Galmiz 10
    Warum sollte man überhaupt den Glauben an Gott beschimpfen oder verspotteten? Wie krank ... So, 29.05.16 10:11
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wir sind ja alle so anders als diese "Flüchtlinge". Warum sind auch nicht alle so edel, wie ... Sa, 28.05.16 20:25
Unglücksfälle Zorn über Tötung von Gorilla in US-Zoo Cincinnati - Die Tötung eines Gorillas im Zoo der ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 5°C 9°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen recht sonnig
Basel 10°C 10°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen sonnig
St. Gallen 4°C 7°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt sonnig
Bern 6°C 9°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen recht sonnig
Luzern 5°C 9°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt recht sonnig
Genf 5°C 10°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen recht sonnig
Lugano 3°C 12°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt bedeckt, wenig Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten