Wohnsituation hat Einfluss auf Übergewicht
publiziert: Montag, 17. Mrz 2008 / 12:39 Uhr

Alberta/Wien - Die Einkommens- und Wohnsituation hat grossen Einfluss darauf, ob ein Mensch übergewichtig ist oder nicht. Diesen Schluss ziehen kanadische Wissenschaftler der Universität von Alberta nach der Untersuchung hunderter Studien aus Nordamerika.

Nicht jedes Pfund über dem Normalgewicht macht krank. Aber Übergewicht bleibt ein Wegbereiter für zahlreiche Krankheiten, wenn es über einen längeren Zeitraum besteht.
Nicht jedes Pfund über dem Normalgewicht macht krank. Aber Übergewicht bleibt ein Wegbereiter für zahlreiche Krankheiten, wenn es über einen längeren Zeitraum besteht.
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«Es gibt zahlreiche Zusammenhänge zwischen sozialer Ungleichheit und Gesundheit und das bezieht sich natürlich auch auf Ernährung und Übergewicht,» bestätigt Christoph Hörhan vom Fonds Gesundes Österreich.

«Als wir die Daten auswerteten erkannten wir zum Beispiel, dass in Wohngegenden mit niedrigeren Einkommen eher kalorienreiches Essen wie Fast Food angeboten wird und Supermärkte oder andere Geschäfte, die gesundes Essen verkaufen, weniger oft vertreten sind», so Forschungsleiterin Kim Raine.

Das Einkommen wirke sich ausserdem darauf aus, welche Nahrung Menschen sich leisten könnten. Untersuchungen zeigten jedoch, dass gesundes Essen nicht wirklich teurer sei, erklärt Höhrhan. «Das Problem ist, dass bildungs- und einkommensschwachen Menschen oft das Bewusstsein für gesunde Ernährung fehlt.»

Doch noch weitere Faktoren für Fettleibigkeit hängen mit dem Wohnort der Menschen zusammen. So zeigte sich, dass Nachbarschaften die sich für Spaziergänge eignen oder spezielle Freizeitanlagen bieten, ihren Bewohnern einen gesunden Lebenstil erleichtern.

Arbeitslose trauen sich oft nicht aus dem Haus

In einkommensschwachen Gegenden fänden sich diese Möglichkeiten seltener. «Es geht hier auch um psychosoziale Faktoren», gibt Hörhan zu Bedenken. «Arbeitslose haben oft Probleme mit Stigmatisierung.

Manche trauen sich während der üblichen Arbeitszeiten nicht einmal aus dem Haus, aus Angst davor, von den Menschen in ihrer Umgebung als faul oder arbeitsscheu abgestempelt zu werden. Manager hingegen nützen problemlos jedes Zeitfenster für ihren Lieblingssport oder einen Besuch im Fitnessstudio.»

Initiativen seien nötig, die Einkommen und Bildung von Menschen und Familien in urbaner Umgebung fördern, um dem Problem beizukommen, so die Forscher. Ausserdem sei es wichtig, auch schlechter verdienenden Menschen Zugang zu gesunder Nahrung zu ermöglichen.

«Es ist klar, dass es nicht reichen wird Information zu streuen, um den Menschen weiterzuhelfen», meint auch Hörhan. Es gäbe kein Patentrezept, das in jedem Fall wirksam sei. «Wir versuchen die Menschen mit praxisorientierten Projekten in ihren Lebenswelten anzusprechen und gemeinsam mit ihnen Strategien zu erarbeiten, wie sie in ihrem Alltag mehr für ihre Gesundheit tun können.»

(dl/pte)

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