Wuchtiges Nein zur Rentenkürzung
publiziert: Sonntag, 7. Mrz 2010 / 16:56 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 7. Mrz 2010 / 18:13 Uhr
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Das Abstimmungsresultat ist eine schwere Niederlage für den Bundesrat. Laut Politologe Claude Longchamp ist es die siebthöchste Nein-Rate für eine Behördenvorlage aller Zeiten.
Das Abstimmungsresultat ist eine schwere Niederlage für den Bundesrat. Laut Politologe Claude Longchamp ist es die siebthöchste Nein-Rate für eine Behördenvorlage aller Zeiten.

Bern - Die Schweizerinnen und Schweizer wollen nichts wissen von tieferen Neurenten in der Zweiten Säule. Sie haben die Senkung des Umwandlungssatzes mit 72,7 Prozent Nein-Stimmen wuchtig abgelehnt. In keinem einzigen Kanton gab es ein Ja.

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Bei einer Stimmbeteiligung von 44,9 Prozent sprachen sich über 1,64 Millionen Stimmberechtigte dagegen aus, dass der Umwandlungssatz für die Berechnung der Renten in der Zweiten Säule bis 2016 auf noch 6,4 Prozent gesenkt wird. Nur gerade 617'299 sagten Ja zu dieser Kürzung der Neurenten.

Am schärfsten fielen die Nein-Voten in der Westschweiz aus: Die französischsprachigen Kantone lehnten die Vorlage allesamt mit Nein-Anteilen von über 77 Prozent ab. Am höchsten war die Ablehnung im Kanton Jura mit 84 Prozent.

Den höchsten Nein-Wert legten in der Deutschschweiz die Solothurner mit 77 Prozent in die Urne. In den meisten deutschsprachigen Kantonen sagten um die zwei Drittel der Stimmberechtigten Nein. Die schwächste Nein-Rate gabs im Kanton Appenzell Innerrhoden mit knapp 58 Prozent. Im Tessin waren es 79 Prozent Nein-Stimmen.

Siebthöchste Nein-Rate für eine Behördenvorlage aller Zeiten

Das Abstimmungsresultat ist eine schwere Niederlage für den Bundesrat, die bürgerlichen Parteien SVP, FDP, CVP und BDP sowie die Wirtschaftsverbände. Laut Politologe Claude Longchamp ist es die siebthöchste Nein-Rate für eine Behördenvorlage aller Zeiten.

Vergeblich argumentierten die Befürworter eines tieferen BVG-Satzes, dass dieser Schritt wegen der gestiegenen Lebenserwartung und den gesunkenen Renditeaussichten nötig sei. Diese Argumente verfingen trotz intensiver und teurer Kampagne nicht.

Stattdessen setzte sich eine Koalition aus SP und Grünen, den Gewerkschaften und der Konsumenten-Presse durch, die gegen die Vorlage das Referendum ergriffen hatten. Sie punkteten mit dem Schlagwort «Rentenklau». Aus ihrer Sicht sind die bürgerlichen Parteien den Versicherungen aufgesessen.

Diese würden mit einer übertrieben hohen Lebenserwartung rechnen und die Renditeprognosen bewusst kleinreden. Ihr Ziel sei einzig, mit der beruflichen Vorsorge auch weiterhin saftige Gewinne einstreichen zu können, argumentierten die Gegner der Vorlage.

(zel/sda)

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Danke Magnus
Habe auch ein Nein eingelegt.

Danke für die Berechnung und den Link. Sehr informativ.
Ein bisschen Mathematik
Zahlt ein Arbeitnehmer 40 Jahre lang jährlich Fr. 5000 in eine Pensionskasse ein, dann hat er nach 40 Jahren dort ein Guthaben von Fr. 592 956.--, wenn das Geld durchschnittlich mit realen und relativ risikofreien 4% verzinst wird.
(Berechnung nach Voellmy Seite 147 Endwertfaktoren vorschüssiger Einzahlungen)
Bezieht nun der Pensionär ab seinem 65 Altersjahr von diesem Kapital 15 Jahre lang jährlich (Durchschnittliche Lebenserwartung ist sogar nur 79 Jahre und nicht 80 Jahre) Fr. 41 507.- , was einem Zins von 7% entspricht, dann verbleibt der Versicherung/Pensionskasse nach dessen Tot noch ein Restkapital, das ja weiterhin immer mit 4% verzinst wird, von Fr. 246 232.-, was dann den Gewinn der Versicherung/Pensionskasse darstellt.
(Entnahmeplan http://www.finanzpartner.de/altersvorsorge/entnahmeplan: htm?KV=0&Einzahlung=592956&Entnahme=41507&AR=1&Wartezeit=1&Laufzeit=15&Zinssatz=4 kann sich jeder herunterladen.)

Man kann also dieser Berechnung ganz leicht entnehmen, dass es sogar bei einer wirklich moderaten Kapitalverzinsung mit 4% und bei einer Rentenzahlung, die von 7% und nicht nur von dem heute geltenden Zinssatz 6.8% ausgeht und einer Lebenserwartung von 80 Jahren, noch zu einem satten Gewinn von 246 232.-- für die Versicherung/Pensionskasse reicht.
Es handelt sich hier sogar um eine sehr realistische Rechnung, die kaum anfechtbar sein dürfte.
Mir konnte in den Diskussionen niemand diese Zahlen widerlegen. Im Gegenteil, alle Befürworter der Rentenkürzung sagten frank und frei, dass sie diese Rechnung nicht kennen würden. Ich habe mich dann ernsthaft gefragt, wieso diese Leute eine einfache Maturarechnung nicht gemacht haben und dann natürlich ein "Nein" in die Urne gelegt.
In der Schweiz scheint es ja eine Menge Menschen zu geben, die solche einfachen Rechnungen noch beherrschen, wie das Resultat des Urnenganges zu beweisen scheint. Das ist das Erfeuliche an der Sache.
Ja, PioXX, das ist leider so ...
Sozial denkende Parteien haben da noch etliches nachzuholen, wenn ihnen dieses S=Sozial auch wirklich wichtig bleibt ...! -(:-)(
Provokativ aber....
... irgendwie logisch, wäre eine Volksinitiative zur Abschaffung von Renten und gleichzeitiger Einführung von Abgangsboni.
Dann würde man vielleicht merken, dass beides vom selben Geld bezahlt und von den selben Leuten erwirtschaftet wird.

Ich fürchte Burkhalter ist ein würdiger Couchepin Nachfolger.
Mir ist es bald völlig egal ob extrem links oder extrem rechts, wenn nur endlich dieses FDP / CVP - Pack auf den Mond geschossen wird
und nicht vergessen,
dass die Realität für viele ältere Semester anders aussieht. Viele werden mit 60 auf die Strasse gestellt, ohne Sozial-Plan wohlverstanden. Somit fehlen die letzten fünf wichtigen Beitragsjahre. Das bedeutet dann nach knapp 40 Jahren Beitragszahlungen eine «Rente» zu erhalten, die höchstens ein Überleben erlaubt.
Für die jüngeren Semester haben unsere Supermanger in der Industrie ein ganz perfides System entdeckt (wären ja blöde, wenn sie es nicht anwenden würden, solange unsere Politik das erlaubt!), die Leute werden ganz einfach temporär und mit Pausen, für drei Monate angestellt, somit entfallen die Kosten und natürlich auch die Beiträge für die obligatorische Pensionskasse.
Who is who im Ständerat
Hier folgt noch die Liste der Ständeräte.

http://www.parlament.ch/d/organe-mitglieder/staenderat/Documents/ra-sr...

Auffallend die vielen Kraftwerke-Vertreter. Die nächste Abstimmung über Kraftwerke kommt bestimmt.
Who is who in Berne
Wer einmal sehen möchte, welcher Nationalrat in welchem Verwaltungsrat sitzt, dem empfehle ich das interessante Register der Interessenbindungen, das als pdf-Datei heruntergeladen werden kann.

http://www.parlament.ch/d/organe-mitglieder/nationalrat/Documents/ra-n...

Jeder Wähler sollte sich dort einmal umsehen, denn dann wird klar, warum sich Herr oder Frau XY gerade für diese Initiative oder jenen Vorstoss stark macht.
Eine interessante Lektüre. die zeigt, dass es nicht immer nur reine Nächstenliebe ist, die die Damen und Herren Parlamentarier antreibt.

Achtung, die Liste ist ganz offiziell, herausgegeben vom Bundeshaus.
Absolut richtig Magnus
Der Gesetzgeber sah 10 % des Gewinnes und nicht des Umsatzes vor. Das ist wirklich m.E. der grösste Skandal bei den PKs und dies fand in den Diskussionen fast keine Beachtung. Auch die Verwaltungskosten einiger Kassen sind nicht nachvollziehbar.

Jetzt geht es vor allem darum etwas auszuarbeiten damit die Renten gesichert sind. Es ist im jetzigen Umfeld nicht möglich 5 % Rendite ohne Risiko zu erwirtschaften und wir müssen neue Milliardenlöcher vermeiden.
nicht ganz, ab3r fast
ja jorian... die abzockerinitiative wird in umgebauter und angepasster form nach absprache mit hr minder von der sp unterstützt. natürlich eigentlich.... schliesslich steht die svp ja gerade für den wirtschaftswahnsinn, den wir gerade auszubaden versuchen. die svp wurde jahrelang von ubs und cs finanziell unterstützt und sehr viele grosse wirtschaftsmoloche sind mit der svp verknotet. es ist also wohl etwas sehr viel erwartet von den wählern dieser partei, dass diese nun tatsächlich etwas fürs volk tun wird... etwas für ihre wähler. nein, es ist sehr viel wahrscheinlicher, dass sie gut getarnt ganz viel für ihre geldgeber (natürlich, kann ihnen ja nicht verübelt werden) tun werden um hier die kohlen aus dem feuer zu retten... und aber mit grossmundigen reden und schöngeredeten aussagen sich beim svp-wähler schönreden werden, damit dieser glaubt es sei ganz viel für ihn gemacht worden... das kann hingegen schon sehr verübelt werden.

nein, ich lasse mich auch lieber überraschen, welche gegenvorschläge die übrigen parteien inklusive der sp bringen werden. wenn bürgerliche parteien (und offensichtlich wirtschaftsabhängige und -hörige parteien wie die svp) etwas zur regulierung der wirtschaft unternehmen wollen, läuten mir da immer ganz schnell die alarmglocken!

das lieber jorian... das war nur ein cleverer werbe-schachzug der svp. ich meine das aufspringen auf diese abzockerinitiative.... minder gleich eng anzubinden und die vorlage entsprechend und umzubauen..... die abzockerinitiative hat bereits ihren ruf gehabt und damit ihre werbewirkung getan beim volk, als die svp diese noch verdammt hat. jetzt wird diese im hinterzimmer entschärft und kastriert... wobei minder selig nickt dazu (warum weiss ich nicht genau...) und dem volk wird einmal mehr von der svp sand in die augen gestreut.

nein... ich bin immer noch kein sp-wähler... übrigens ;)... um mir gleich die entsprechende schubladisierung hier im forum zu ersparen.
Die Abzockerinitiative......
........wird von der SVP unterstützt!
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