Jun Azumi wird Finanzminister
Yoshihiko Noda ernennt neue Minister
publiziert: Freitag, 2. Sep 2011 / 08:56 Uhr / aktualisiert: Freitag, 2. Sep 2011 / 12:03 Uhr
Yoshihiko Noda war vorher selbst Finanzminister.
Yoshihiko Noda war vorher selbst Finanzminister.

Tokio - Erdbebenfolgen, Atomkrise und Wirtschaftsflaute: Der neue japanische Ministerpräsident Yoshikiko Noda will mit engen Vertrauten in seinem Kabinett die zahlreichen Probleme des Landes lösen.

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Kabinettssekretär Osamu Fujimura stellte am Freitag die neue Regierungsmannschaft vor, in die der Regierungschef sowohl erfahrene als auch junge Politiker holte. Noda ist bereits der sechste Ministerpräsident des Landes in fünf Jahren.

«Sie werden arbeiten wie die Schmerlen im Matsch und schwitzen, um ihre Arbeit zu erledigen», sagte Fujimura bei der Vorstellung des Kabinetts. Schmerlen sind karpfenartige Süsswasserfische, die in Japan zum geflügelten Wort wurden, nachdem Noda sich selbstironisch als eine bezeichnet hatte.

Noda bestimmte Koichiro Gemba zum Aussenminister und den ehemaligen Journalisten Jun Azumi zum Finanzminister, wie Kabinettssekretär Osamu Fujimura erklärte. Mit 47 und 49 Jahren sind beide für japanische Verhältnisse jung.

Der 63-jährige Yoshio Hachiro wurde zum Handels- und Wirtschaftsminister bestimmt. Goshi Hosono ist weiterhin für die Bewältigung des Atomunglücks in Fukushima verantwortlich und Michihiko Kano, der gegen Noda für den Posten des Parteichefs kandidierte, bleibt Landwirtschaftsminister.

«Ausgewogenes Kabinett»

Der Politikwissenschaftler Koicho Nakano von der Sohpia-Universität bezeichnete das Kabinett als ausgewogen. Junge Reformer hätten wichtige Ministerien bekommen. Er sei optimistisch, dass die Regierung mindestens ein Jahr im Amt bleiben werde, sagte Nakano.

Der bisherige Finanzminister Noda war am Dienstag vom Parlament zum neuen Regierungschef gewählt worden. Er steht vor der schweren Herausforderung, nach der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe vom 11. März und der folgenden Atomkatastrophe im Kraftwerk Fukushima die Wirtschaft wieder anzukurbeln und den durch den Wiederaufbau angewachsenen Schuldenberg abzutragen.

(bg/sda)

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