«Ein ungeübtes Gehirn ist schädlicher für die Gesundheit als ein ungeübter Körper.» George Bernard Shaw
Zähne putzen statt Gerechtigkeit
publiziert: Mittwoch, 2. Mai 2012 / 09:52 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 2. Mai 2012 / 21:42 Uhr
Magersucht: Auf körperlichen Selbshass getrimmt.
Magersucht: Auf körperlichen Selbshass getrimmt.

Armut, verzerrte Menschenbilder, fehlende Demokratie und übermässiger Konsum zerstört junge Menschen weltweit. Dies ist die Zusammenfassung der jüngsten Studie der WHO. Im Mediaspeak kommen solche Resultate indessen folgendermassen 'rüber: «Die Schweizer Jugendlichen sind im europäischen Vergleich zufrieden mit dem Leben, putzen regelmässig ihre Zähne und bewegen sich nur wenig.»*

Weiterführende Links zur Meldung:

WHO Studie zur Jugendgesundheit
Kurze Beschreibung der Studie und Download-Link der PDF-Datei
euro.who.int

SF-TV Tagesschau zur Studie
Nachrichtenbeitrag zu der WHO-Studie
tagesschau.sf.tv

Die Korrelation zwischen Wohl- und Gesundheitszustand ist in der Studie offensichtlich. Doch die von Pharmaindustrie sowie anderen Gesundheitslobbies unterstützte Weltgesundheitsorganisation tut sich enorm schwer, dies auch klar so zu sagen. Denn die politischen Konsequenz der Befunde könnte ja lauten: die Gerechtigkeit, die soziale Mobilität und der Wohlstand Vieler statt Weniger sind die besten Gesundheitsförder! Dies wäre indessen für eine Organisation, welche sich mit Vogelgrippen, präventiver Seuchenhysterie und internationalen Kongressen gemeinsam mit der Pharmaindustrie prächtiger Gesundheit erfreut, selbstmörderisch.

Ebenso müsste der WHO-Report in fetten Lettern Schlagzeilen: «Die Medienindustrie à la Missen-Wettbewerbe, Deutschland sucht das Topmodel, Kiddie-Contests, Model-Mania, Cosmo-Frauenzeitschriften in Verbund der Jahrgang-, Kilo- und Zentimeter-Wissenschaften zerstört die jungen Frauen weltweit.» Doch auch das wäre in der WHO undenkbar. Der Bericht ruft lediglich zur Prävention auf. Dabei sind die Zahlen schockierend: Unter 15jährigen Mädchen in der Schweiz sind nur 7 Prozent gemäss uniformen und menschenkorsettierenden Body-Mass-Index übergewichtig. Doch schon fast die Hälfte aller Schweizer Mädchen halten sich für zu dick. Wie praktisch für die künftigen Herrscher dieser Welt!

Im Westen werden die Hälfte der heranwachsenden Frauen auf körperlichen Selbsthass getrimmt, dass sie froh sind, in jungen Jahren einen alten Sugar Daddy zu finden. Die andere Hälfte kann dann als kinderlose Managerinnen oder religiös-fundamentalistische Sarah Palin -Kristina Schröder-Politikerinnen grundsätzlich die Lebensfreude am weiblichen Sein verderben. Genügt dies noch nicht, gibt es ausreichend schwule Designer, die jede weibliche Form schon im Ansatz und im Denken ausradieren unter kräftiger Mithilfe heterosexueller Frauen, denen nichts Besseres einfällt, als alle Frauen immer knapp am Hungertod zu halten. Apropos Design und weibliche Mittäterschaft: Mittlerweile werden wohl schon die Invitro-Befruchtungen in rosa und blaue Reagenzgläser unterteilt.

So sichert sich die Konsumgesellschaft genügend unglückliche Menschen, die dank wissenschaftlichen Befunden einer entpolitisierten Gesundheitspolitik lieber öfters Zähne putzen, Viagra kaufen, Diätprodukte verschlingen, überteuerte Joggingschuhe kaufen, dem Spiegel statt dem Sex huldigen, lächerliche Gym-Stunden unter Ihresgleichen absolvieren, Schönheitskliniken konsultieren, und so weiter und so fort.

Dabei ist es so einfach: Nicht regelmässiges Zähne putzen macht gesund, sondern eine gute und lustvolle Bildung, demokratische Partizipation, ein gesundes Mass an Gerechtigkeit und Umverteilung, hohe soziale Mobilität, Lust und Freude an der Unterschiedlichkeit menschlicher Körper, etc. Und wissen Sie, was vor allem Frauen bis ins hohe Alter fit, jung und schön erhält? Sie haben richtig geraten! Lustvolle Selbstbestimmung, Emanzipation und Freiheit! Gilt übrigens auch für Männer. Denn Gesundheit ist im Kern keine Frage der Medizin, sondern der herrschenden Politik.


*siehe nebenstehende Links

(Regula Stämpfli/news.ch)

?
Facebook
SMS
SMS
1
Forum
Bravo
Frau Stampfli , sie schreiben mir aus der Seele. Endlich liest man mal in den Medien etwas kritisches. Ihre denkweise und ihr hinterfragen geefällt mir. Weiter so. Es sollte viel mehr Medienschaffende geben wie sie. Die die Welt wieder mal etwas kritischer anschaut und nicht nur über irgendwelche belanglosen Sachen berichten. Bravo.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 19
Frauenrechtlerin Ada Wright in London, 1910: Alles könnte anders sein, aber nichts ändert sich.
Frauenrechtlerin Ada Wright in London, 1910: ...
«Männer stimmten für Hofer, Frauen für Van der Bellen» titelte die FAZ nach dem Wahlkrimi in Österreich. «Warum wählen junge Männer so gern rechts?» fragte jetzt.de einen Soziologen. «Duh» war meine erste Reaktion, hier ein paar weitere. mehr lesen 1
Gewinnorientierte Unternehmen wie der ORS machen aus der Flüchtlingshilfe ein Geschäft. Das Rote Kreuz und die Caritas, die gemeinnützig sind und seit Jahren über grosse Erfahrung ... mehr lesen  
Flüchtlinge (hier in Mazedonien): Mit Gewinnziel zu verwaltende Konkursmasse oder doch Menschen?
Armeechef Blattmann: bedenklicher Umgang mit demokratischen Grundrechten.
Korpskommandant André Blattmann wird von den Mainstreammedien der «Beleidigung» bezichtigt. Er nannte den Rundschau-Chef Sandro Brotz, «Sandro Kotz.» Wer meint, dies sei nur ein Sturm im Wasserglas, irrt. Blattmann ... mehr lesen   2
«Bist Du nicht willig, stimmen wir ab.» So lautet die Devise der unschweizerischen bürgerlichen Mehrheit seit den Wahlen im Herbst 2015. «Wie schamlos hätten Sie es ... mehr lesen   2
Der Nationalrat - seit 2016 absolut schamlos.
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (502) Ungültiges Gateway.
Source: http://www.news.ch/ajax/home_col_2_1_4all.aspx?ajax=1&adrubIDs=619
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 15°C 30°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Basel 18°C 32°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
St. Gallen 16°C 28°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Bern 17°C 30°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Luzern 17°C 30°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Genf 17°C 31°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Lugano 19°C 28°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten