Menschenrechte
Zahl der Hinrichtungen gestiegen
publiziert: Donnerstag, 27. Mrz 2014 / 07:06 Uhr
Die Zahl der Todesurteile ist gestiegen. (Symbolbild)
Die Zahl der Todesurteile ist gestiegen. (Symbolbild)

London - Im vergangenen Jahr sind mehr Menschen hingerichtet worden als im Vorjahr. Dennoch sieht die Menschenrechtsorganisation Amnesty International einen langfristigen Trend nach unten.

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Vor allem Hinrichtungen im Iran und im Irak haben im vergangenen Jahr die Zahl der weltweit vollstreckten Todesurteile deutlich um 15 Prozent nach oben getrieben. Langfristig gehe der Trend aber nach unten, berichtet Amnesty International. China ist bei dieser Schätzung ausgenommen.

Insgesamt liessen nach Darstellung der Menschenrechtsorganisation im vergangenen Jahr Regierungen in 22 Ländern Menschen hinrichten. Ohne China sei die Zahl der vollstreckten Todesurteile in Jahresfrist um etwa 100 auf mindestens 778 gestiegen.

In China werden nach Darstellung von Amnesty jährlich deutlich mehr als 1000 Menschen hingerichtet. Eine konkrete Jahresschätzung für das Land veröffentlicht die Organisation seit 2009 nicht mehr, weil Peking die Zahlen als Staatsgeheimnis betrachtet und keine verlässliche Schätzung möglich ist.

USA auf Rang fünf

Im Iran und im Irak ging die Zahl der Hinrichtungen um rund 100 nach oben, heisst es in dem am Donnerstag in London vorgestellten Bericht. Der Iran vollstreckte mindestens 369 Todesurteile, der Irak 169. Die USA liegen mit 39 Hinrichtungen auf Platz fünf hinter Saudi-Arabien (79).

Ungeachtet des Anstiegs zeigten sich die Experten der Organisation, die sich seit Jahrzehnten für die Abschaffung von Todesurteilen einsetzt, optimistisch. «Es gibt einen klaren Trend hin zur Abschaffung der Todesstrafe», sagte Amnesty-Generalsekretär Salil Shetty. «Der langfristige Trend ist klar - die Todesstrafe wird zu einer Sache der Vergangenheit.»

Auch viele Länder ohne Todesurteile

Als Erfolg wertete Shetty, dass die Region Europa und Zentralasien 2013 völlig ohne Hinrichtung ausgekommen sei, nachdem Weissrussland kein Todesurteil vollstreckt habe. Gambia, die Vereinigten Arabischen Emirate und Pakistan hätten 2013 keine neuen Todesurteile mehr verhängt.

Amnesty verurteilte erneut die Verhängung von mehr als 500 Todesurteilen gegen Anhänger der Muslimbrüder am vergangenen Montag in Ägypten. Der Nahost- und Afrika-Beauftragte der Organisation, Jan Wetzel, bezeichnete die Lage als grotesk. Es habe kein faires Gerichtsverfahren gegeben; gegen zwei Drittel der Abgeurteilten sei der Urteilsspruch in Abwesenheit ergangen.

(awe/sda)

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Nahezu 4000 Menschen wurden bereits durch US Drohnen in Pakistan, Jemen und Somalia im sogenannten „Krieg gegen den Terror“ getötet und über 2000 verwundet. Die USA“ massen sich das „Recht“ an Verdächtige ohne Prozess in anderen Länder mit Drohnen hinzurichten. Der Film „Die Wunden von Waziristan“ von Madiha Tahir beschreibt den Terror den die US-Regierung mit ihren Killerdrohnen gegen die Bevölkerung dieser Region im Nordwesten Pakistans tagtäglich ausübt. http://www.youtube.com/watch?v=eDy4zqZ0pEo
Offenbar...
sind die muslimischen Länder wieder Spitzenreiter in der Statistik. Insbesondere was die Hinrichtungen von Andersgläubigen, Atheisten und Frauen anbelangt.
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