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Zahl der Toten in Chile steigt auf über 700
publiziert: Sonntag, 28. Feb 2010 / 09:25 Uhr / aktualisiert: Montag, 1. Mrz 2010 / 00:00 Uhr

Tokio - Nach dem verheerenden Erdbeben in Chile mit mehreren hundert Toten haben Rettungsteams am Sonntag nach Verschütteten und Überlebenden gesucht. Zwei Millionen Menschen seien von der Katastrophe betroffen, sagte Chiles Präsidentin Michelle Bachelet in einer Fernsehansprache.

8 Meldungen im Zusammenhang
Bachelet rief für sechs der 15 Regionen des Landes den Katastrophenzustand aus. Über das wahre Ausmass der Katastrophe seien zunächst keine genauen Angaben möglich.

Nach amtlichen Informationen kamen durch das Erdbeben der Stärke 8,8 mindestens 708 Menschen ums Leben. Doch ist absehbar, dass die Totenzahl noch drastisch steigen wird.

In manchen Orten in der Nähe des Epizentrums wurden bis zu 95 Prozent der Häuser zerstört. Im ganzen Land brachen Wasser-, Strom- und Telefonleitungen zusammen. Auf dem internationalen Flughafen der Hauptstadt Santiago entstanden erhebliche Sachschäden.

Verzweifeltes Suchen

Das Beben, dem zahlreiche schwere Nachbeben folgten, ereignete sich am Samstagmorgen um 03.34 Ortszeit (07.34 Uhr MEZ). Das Epizentrum lag etwa 325 Kilometer südwestlich von Santiago im Pazifik.

Die Verbindung zu der am schwersten betroffenen, etwa 100 Kilometer vom Epizentrum entfernten Küstenregion rings um die 400'000-Einwohner-Stadt Concepción gestaltete sich schwierig.

Dort lieferten sich die Rettungsmannschaften einen Wettlauf mit der Zeit. Bei dem Beben war ein Wohnhaus mit 14 Stockwerken in zwei Teile zerbrochen.

Nach einem Bericht der Zeitung «La Tercera» wurden bis zum späten Abend etwa 30 Menschen lebend aus den Trümmern befreit, 60 Menschen seien noch im Komplex gefangen, der jederzeit einstürzen könnte. Am Sonntag zogen Plünderer durch Concepción.

Flutwelle in Chile

Das gewaltige Erdbeben löste zudem im Pazifik eine Flutwelle aus: Für nahezu die gesamte Pazifik-Region wurde Tsunami-Alarm gegeben. In Hawaii, Japan und Russland blieben die befürchteten Riesenwellen aber aus. In Chile verschlimmerten die Wassermassen das Elend jedoch noch weiter.

Schlimm traf es vor allem die südwestlich gelegenen Küstengebiete der Region Maule: Nach dem Erdbeben brach am Samstagmorgen eine 2,3 Meter hohe Flutwelle über die 250 Kilometer von Curicó entfernte Hafenstadt Talcahuano herein.

Im näher an Curicó gelegenen Badeort Yloca richtete die Flutwelle verheerende Schäden an. Auf der Pazifik-Insel Robinson Crusoe rissen die Wassermassen mehrere Menschen fort und richteten schwere Zerstörungen an.

(bert/sda)

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