Zardari-Vertrauter in Pakistan von eigenem Leibwächter getötet
publiziert: Dienstag, 4. Jan 2011 / 18:50 Uhr
Taseer galt als enger Vertrauter von Präsident Asif Ali Zardari.
Taseer galt als enger Vertrauter von Präsident Asif Ali Zardari.

Islamabad - Bei einem Attentat in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad ist ein enger Vertrauter von Staatspräsident Asif Ali Zardari getötet worden. Salman Taseer, der für seine Kritik an radikalen Islamisten bekannte Gouverneur der ostpakistanischen Provinz Punjab, wurde von seinem Leibwächter erschossen.

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Nach offiziellen Angaben wurde er am Dienstag vor einem Restaurant in der Nähe seines Wohnhauses angegriffen und durch mehrere Schüsse schwer verletzt. Wenig später starb er in einem Spital.

Wie Innenminister Rehman Malik mitteilte, handelt es sich bei dem Täter um einen 26-jährigen Polizisten, der für den Personenschutz des Gouverneurs zuständig war. Der Mann habe nach seiner Festnahme gestanden, auf Taseer geschossen zu haben.

Als Grund nannte der Täter die scharfe Kritik des Gouverneurs am sogenannten Blasphemie-Gesetz. Dieses ermöglicht pakistanischen Gerichten, Menschen wegen «Gotteslästerung» zum Tode zu verurteilen. Taseer hatte sich vehement für eine Abschaffung des Gesetzes stark gemacht.

Moderater Politiker

Taseer war ein führendes Mitglied der regierenden Pakistanischen Volkspartei (PPP) und galt als einer der wichtigsten Vertreter des moderaten Flügels in der Regierungspartei. Die PPP kündigte nach dem Attentat auf Taseer eine zweiwöchige Trauerzeit an.

Regierungschef Yusuf Raza Gilani verurteilte den Anschlag auf seinen politischen Verbündeten und erklärte, die Schuldigen würden zur Rechenschaft gezogen. Er forderte eine sofortige Untersuchung und rief zugleich die PPP und ihre Unterstützer auf, Ruhe zu bewahren.

Oppositionspartei stellt Ultimatum

In Pakistan herrscht derzeit eine Regierungskrise, nachdem die PPP am Sonntag ihren Koalitionspartner, die Muttahida Qaumi Bewegung (MQM), verloren hatte. Nawaz Sharif, Führer der stärksten Oppositionspartei, stellte Gilani am Dienstag ein Ultimatum, binnen 72 Stunden wichtigen Reformen zuzustimmen.

Andernfalls werde seine Partei, die Muslim-Liga (PML-N), die Zusammenarbeit mit der Regierungspartei in der im Osten des Landes liegenden Provinz Punjab beenden. Sharif hatte bereits im August 2008 die Zusammenarbeit mit der Zentralregierung aufgekündigt.

(fest/sda)

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