Hausarrest verlängert
Zehn Jahre Haft für Nawalny gefordert
publiziert: Freitag, 19. Dez 2014 / 13:03 Uhr
Alexej Nawalny bleibt unter Hausarrest.
Alexej Nawalny bleibt unter Hausarrest.

Moskau - Gegen den russischen Dissidenten Alexej Nawalny hat die Staatsanwaltschaft am Freitag eine Haftstrafe von zehn Jahren gefordert. Ein Moskauer Gericht verlängerte zudem den Hausarrest des Regierungskritikers um einen Monat bis zum 15. Februar.

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Im aktuellen Prozess werden Nawalny und seinem Bruder Oleg Untreue und Diebstahl vorgeworfen. Für Oleg Nawalny fordert die Staatsanwaltschaft acht Jahre Haft.

Die Brüder sollen von zwei Firmen, darunter einer Tochter des französischen Kosmetikkonzerns Yves Rocher, durch überhöhte Rechnungen 30 Millionen Rubel (rund 450'000 Franken) veruntreut haben. Dabei sei es auch um Geldwäscherei gegangen.

Beide bestreiten die Anschuldigungen. Das Strafmass gegen Alexej Nawalny soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft eine frühere Verurteilung mit einschliessen.

Internet- und Telefonverbot

Im vergangenen Jahr war er wegen Veruntreuung von 16 Millionen Rubel (240'000 Franken) zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Diese wurde später jedoch ausgesetzt und Nawalny unter Auflagen freigelassen. So durfte er Moskau nicht verlassen.

Später wurde er unter Hausarrest gestellt, weil er gegen die Auflagen verstossen haben soll. Zusammen mit dem Hausarrest wurde ihm die Nutzung des Internets und des Telefons verboten.

Politische Motive vermutet

Alexej Nawalny hat sich als regierungskritischer Blogger einen Namen gemacht. In seinen Veröffentlichungen prangerte er insbesondere die Korruption in Russland an.

2011 und 2012 führte er Massendemonstrationen gegen Präsident Wladimir Putin an. Beobachter sehen in den Gerichtsverfahren daher einen Versuch Putins, Nawalny mundtot zu machen.

(bg/sda)

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