Zehntausende Palästinenser auf dem Weg nach Ägypten
publiziert: Mittwoch, 23. Jan 2008 / 07:57 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 23. Jan 2008 / 12:35 Uhr

Gaza - Zehntausende Palästinenser haben sich nach der gewaltsamen Öffnung der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Ägypten auf den Weg ins Nachbarland gemacht. Zuvor hatten militante Hamas-Kämpfer Löcher in die Grenzanlage gesprengt.

Am Dienstag hatten rund tausend Palästinenser den einzigen Grenzübergang in Rafah gestürmt. (Archivbild)
Am Dienstag hatten rund tausend Palästinenser den einzigen Grenzübergang in Rafah gestürmt. (Archivbild)
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Nach Augenzeugenberichten kauften viele Palästinenser in den Märkten und Geschäften der ägyptischen Städte Rafah und Al-Arisch grosse Mengen an Lebensmitteln ein. Sie leiden seit sieben Monaten unter Sanktionen Israels.

Einige Palästinenser kehrten bereits mit Matratzen und Körben nach Gaza zurück. Andere kamen im Laufe des Tages mit Bussen und Lastwagen aus nördlicheren Teilen des Gazastreifens, um die Grenze zu passieren.

Grenzer überfordert

Die ägyptischen Grenzwächter waren nicht in der Lage, dem Ansturm der Menschen stand zu halten. Nach Angaben eines Sicherheitsbeamten wurden die Grenzsoldaten angewiesen, die Palästinenser gewähren zu lassen, um Blutvergiessen zu vermeiden.

Die Polizei habe aber die Stadt Al-Arisch abgeriegelt, um die Situation unter Kontrolle zu bringen.

Ein Sprecher des israelischen Aussenministeriums wollte sich zu den Vorgängen vorerst nicht äussern. Israel hatte am Freitag als Reaktion auf den fortwährenden Beschuss durch militante Palästinenser alle Grenzübergänge zum Gazastreifen geschlossen.

Gefahr für die Infrastruktur

Hilfsorganisationen warnen vor schwerwiegenden Folgen der Blockade für die Menschen im Gazastreifen. Eine Sprecherin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) sagte in Genf, in dem Palästinensergebiet drohe der Zusammenbruch der gesamten Infrastruktur.

Die UNO braucht dieses Jahr 462 Millionen Dollar, um den Palästinensern zu helfen. Sie lancierte einen Hilfsappell mit dem entsprechenden Betrag.

Der Appell von 12 UNO-Agenturen und 28 Nichtregierungsorganisationen soll rund 3,8 Millionen Palästinensern Hilfe bringen. Noch nie hat die UNO soviel Geld für die Palästinenser gefordert.

(fest/sda)

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