Zehntausende begrüssen Abbas
publiziert: Samstag, 1. Jan 2005 / 16:28 Uhr

Gaza - Zehntausende Palästinenser haben den amtierenden PLO-Chef Mahmud Abbas während eines Wahlkampfauftritts im Gazastreifen gefeiert. Bei seinem Besuch in Rafah kündigte Abbas eine gerechte Lösung für das palästinensische Volk an.

Abbas gilt als Favorit bei der Präsidentenwahl am 9. Januar.
Abbas gilt als Favorit bei der Präsidentenwahl am 9. Januar.
Wir wollen ein gutes und sicheres Leben für unser Volk, rief der PLO-Chef der jubelnden Menge zu. Er versprach auch eine Lösung des Flüchtlingsproblems und eine Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung.

Abbas gilt als Favorit bei der Präsidentenwahl am 9. Januar. Er hatte sich in der Vergangenheit für ein Ende des bewaffneten Kampfes ausgesprochen.

Trotzdem kündigte er nun eine Fortsetzung der Revolution an, bis ein palästinensisches Kind die Palästinenserflagge auf den Mauern Jerusalems hisst. Politische Beobachter gehen davon aus, dass Abbas sich für einen deutlichen Wahlsieg um die Unterstützung der Extremistengruppen bemüht.

Fortsetzung des bewaffneten Kampfes

Die Fatah-Splittergruppe El-Aksa-Brigaden kündigte eine Fortsetzung des bewaffneten Kampfes bis zur Schaffung eines palästinensischen Staates mit Jerusalem als Hauptstadt an.

Zuvor war bei einer Explosion im nördlichen Gazastreifen ein zehnjähriges palästinensisches Mädchen getötet worden. Nach palästinensischen Spitalangaben wurden drei weitere Kinder zum Teil schwer verletzt.

Aus palästinensischen Sicherheitskreisen verlautete, vermutlich sei eine alte israelische Rakete explodiert, als die Kinder in der Gegend spielten. Nach anderen Angaben hatte eine unbemannte israelische Drohne eine Rakete auf Palästinenser abgefeuert. Dies wurde von einer israelischen Armeesprecherin klar dementiert.

Im Grenzbereich zu Ägypten wurde die Leiche eines 19-jährigen Palästinensers gefunden. Israelische Soldaten hatten am Freitag in der Region das Feuer auf drei Männer eröffnet, die dort einen Sprengsatz legen wollten.

In Chan Junis setzte die israelische Armee auch am Samstag ihre Militäraktion gegen Extremisten fort, die Siedlungen im südlichen Gazastreifen mit Mörsergranaten beschiessen. Dabei sind seit Donnerstag mindestens zwölf Palästinenser getötet worden.

(bert/sda)

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