Auch Anhänger auf der Strasse
Zehntausende demonstrieren im Jemen gegen Präsident Salih
publiziert: Donnerstag, 3. Feb 2011 / 11:20 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 3. Feb 2011 / 23:17 Uhr
Bereits vor einer Woche waren tausende Jemeniten gegen Staatschef Salih auf die Strasse gegangen.
Bereits vor einer Woche waren tausende Jemeniten gegen Staatschef Salih auf die Strasse gegangen.

Sanaa - Einen Tag nach dem Verzicht des jemenitischen Präsidenten Ali Abdullah Salih auf eine weitere Amtszeit sind Grosskundgebungen seiner Gegner und Anhänger friedlich verlaufen. Zehntausende Menschen waren am Donnerstag auf den Strassen.

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An verschiedenen Orten in der Hauptstadt Sanaa demonstrierten zehntausende Menschen. Oppositionsgruppen hatten zu einem «Tag des Zorns» aufgerufen.

Anhänger des Präsidenten campierten auf dem Tahrir-Platz in Sanaa, um dort Flagge zu zeigen. Tausende demonstrierten nahe der Universität Sanaa. Tausende Oppositionsanhänger versammelten sich am Vormittag etwa vier Kilometer entfernt und marschierten in Richtung Innenstadt.

Bis zum Sturz

Die Redner des Gemeinsamen Forums, einem Bündnis der parlamentarischen Opposition, das zu der Kundgebung aufgerufen hatte, zeigte sich entschlossen, die Proteste bis zum Sturz des «ungerechten Regimes» fortzusetzen.

Nach Angaben des Bündnisses folgten 100'000 Menschen dem Aufruf, womit es die grösste Demonstration seit dem Machtantritt Salihs vor fast 33 Jahren wäre. Auf einem Spruchband stand «Nein zur Erbdynastie, nein zur Mandatsverlängerung». Die Polizei war präsent, blieb aber auf Distanz.

Auch die Veranstalter der Regierungsdemonstration gaben die Zahl der Teilnehmer mit 100'000 an. zu Zwischenfällen kam es nicht. Beide Kundgebungen zerstreuten sich am frühen Nachmittag.

Auch in anderen Landesteilen fanden Kundgebungen statt. In Aden wurden Regierungsgegner von Sicherheitskräften daran gehindert, sich einigen tausend Demonstranten im Zentrum anzuschliessen. Berichte über Ausschreitungen gab es nicht.

Seit Jahrzehnten an der Macht

Bereits vor einer Woche waren tausende Jemeniten gegen Staatschef Salih auf die Strasse gegangen. Unter dem Druck der Proteste kündigte Salih am Mittwoch an, nach fast 33 Jahren an der Macht nicht erneut für das Präsidentenamt kandidieren zu wollen.

Ausserdem will er die für April geplante Parlamentswahl verschieben und eine Regierung der nationalen Einheit bilden. Er machte zudem klar, dass er die Macht im Jahr 2013 nicht an seinen Sohn übergeben wolle.

Im Gegenzug forderte er die Opposition auf, auf die Proteste am Donnerstag zu verzichten. Salih war von 1978 bis 1990 Präsident Nordjemens und ist seit 1990 Präsident des geeinten Jemens.

(bert/sda)

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