Wahlen in Myanmar
Zehntausende feiern Suu Kyi
publiziert: Sonntag, 1. Nov 2015 / 15:20 Uhr

Rangun - Eine Woche vor den historischen Wahlen in Myanmar haben Zehntausende Anhänger die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi schon wie eine Siegerin gefeiert.

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Obwohl die vom Militär kontrollierte Regierung ihren Wahlkampfauftritt am Sonntag in einen Vorort der Hafenstadt Rangun verbannt hatte, bahnten sich Suu Kyis Sympathisanten mit Bussen, Autos, Lastwagen und zu Fuss einen Weg durch verstopfte Strassen.

Als Suu Kyi im offenen Wagen vorfuhr, skandierte die Masse rot gekleideter Anhänger «Amee Suu! Amee Suu!» (Mutter Suu). Die 70-Jährige winkte daraufhin aus dem Schiebedach.

Suu Kyi, die bis 2010 fast 15 Jahre unter Hausarrest gestanden hatte, sprach bei sengender Hitze ohne Manuskript. «Es ist Zeit für echten Wandel, Zeit um die NLD zu wählen!», rief sie der Menge zu.

Die NLD hatte 1990 schon einmal haushoch Wahlen gewonnen, doch die damalige Junta ignorierte das Ergebnis. «Ich nehme es mit jedem auf, ich habe keine Angst, so lange ihr hinter mir steht», rief Suu Kyi bei der Kundgebung im Westen der Hafenstadt Rangun von der Bühne.

Hoher NLD-Sieg möglich

Myanmar stand fast 50 Jahre unter Militärherrschaft. Die Junta richtete 2010 Wahlen aus, die die NLD wegen unannehmbarer Auflagen boykottierte. Die vom Militär gegründete Partei USDP gewann haushoch. Nach der von der Junta diktierten Verfassung ist dem Militär zudem ein Viertel der 664 Parlamentssitze vorbehalten.

Richtige Wahlumfragen gibt es in Myanmar nicht. Analysten trauen der NLD einen hohen Sieg zu. Die Partei müsste mindestens 333 der verfügbaren 498 Sitze gewinnen, um die Regierung stellen zu können. Die Regierungspartei braucht nur 167 Sitze. Zusammen mit dem Militär hätte sie dann die Mehrheit. Suu Kyi will bei einem Sieg als erstes die Verfassung ändern.

(nir/sda)

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Myanmar...
ist immer noch eines der korruptesten Länder der Erde.
Die Militärs haben auf allen Ebenen das Sagen. Sie haben Angst, ihre Macht und vor allem ihre Privilegien und die guten "Geschäfte" zu verlieren mit denen sie ein ausschweifendes Leben in em bitterarmen Land führen können.
Leider müssten sich die Militärs selbst entmachten, um demokratischen Kräften mehr Einfluss zu gewähren. Die werden aber einen Teufel tun. Auch China mischt im Hintergrund kräftig mit, dass sich die Verhältnisse in Myanmar nicht ändern.
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