Zehntausende fliehen vor Gewalt in Südafrika
publiziert: Sonntag, 25. Mai 2008 / 17:52 Uhr

Johannesburg - Seit Beginn der ausländerfeindlichen Gewalt in Südafrika vor zwei Wochen sind zehntausende Menschen aus ihren Häusern vertrieben worden. Präsident Thabo Mbeki sieht sich zunehmendem Druck ausgesetzt.

Die Unruhen dauern schon zwei Wochen an.
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Mbeki hatte sich seit Ausbruch der Unruhen kaum dazu geäussert. Er bezeichnete die Gewalt am Samstag als «Schande». Es sei beschämend, dass eine Minderheit sich entschlossen habe, Gewalt gegen «unsere afrikanischen Brüder» zu richten.

In einer vom Radiosender SABC übertragenen Sendung forderte Mbeki seine Landsleute auf, gegen die Gewalt anzugehen und sie zu beenden.

Allein in Johannesburg sind nach jüngsten Polizeiangaben 50 Menschen bei den Angriffen ums Leben gekommen. 17'000 Menschen wurden vertrieben, 500 Tatverdächtige wurden festgenommen. In Kapstadt, wo die Gewalt ebenfalls andauerte, wird die Zahl der Vertriebenen mittlerweile mit 14'000 angegeben.

Angreifer erschossen

Erstmals ist ein Township-Bewohner von einem Soldaten erschossen worden. Der Zwischenfall ereignete sich am Rande von Johannesburg in einem Armenviertel der Stadt Springs bei der Absicherung einer Polizeiaktion. Als Soldaten eine Attacke auf eine Frau bemerkten und auf einen Angreifer zugingen, richtete dieser seine Waffe auf das Militär. Er wurde von den Soldaten in Notwehr erschossen.

In Südafrikas Metropole Johannesburg haben tausende gegen die fremdenfeindliche Gewalt der vergangenen zwei Wochen demonstriert.

Flucht nach Mosambik

Über die Grenze zu Mosambik strömten bis zum Wochenende rund 16'000 Menschen, darunter auch Simbabwer. Mehr als 25'000 haben in Notunterkünften in Südafrika Schutz gesucht.

Die Goldwerke Südafrikas sind angewiesen auf die Arbeiter aus den benachbarten Ländern. Einige Minen klagen bereits über Produktionsverluste.

(ht/sda)

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