Mindestens drei Todesopfer in Pakistan
Zehntausende protestieren gegen Schmähfilm
publiziert: Freitag, 21. Sep 2012 / 12:44 Uhr / aktualisiert: Freitag, 21. Sep 2012 / 17:55 Uhr
Die beschwichtigenden Worte von Malaysias Regierungschef Najib Razak zeigen Wirkung.
Die beschwichtigenden Worte von Malaysias Regierungschef Najib Razak zeigen Wirkung.

Peshawar - Nach den Freitagsgebeten haben Zehntausende Menschen in Pakistan gewaltsam gegen den umstrittenen Mohammed-Film aus den USA protestiert. In mehreren pakistanischen Städten kam es zu Zusammenstössen zwischen Sicherheitskräften und randalierenden Demonstranten.

14 Meldungen im Zusammenhang
Mindestens drei Menschen kamen ums Leben, Dutzende weitere wurden verletzt. Schwere Ausschreitungen gab es unter anderem in Peshawar, wo Demonstranten ein Kino sowie die Handelskammer in Brand steckten.

Mindestens elf Menschen seien verletzt worden, teilte die Polizei mit. Ein Fernsehjournalist des Sender ARY berichtete, sein Fahrer sei durch Polizeikugeln getötet worden, als sie über die Zusammenstösse berichten wollten.

Pakistan hatte den Freitag zum «Tag der Liebe zum Propheten Mohammed» ausgerufen. In ganz Pakistan riefen politische und religiöse Gruppen zu Protesten nach den Freitagsgebeten auf. Um die Gewalt einzudämmen, wurden in mehreren pakistanischen Grossstädten die Handynetze abgeschaltet.

Proteste auch im Irak

Auch im Irak demonstrierten rund 3000 Menschen gegen den Film und die in einer französischen Wochenzeitung erschienen Mohammed-Karikaturen. Organisiert hatten die Proteste in der Stadt Basra vom Iran unterstützte schiitische Gruppen.

In der Hauptstadt von Sri Lanka, Colombo, sowie in Bangladesch und in der Kaschmir-Region gingen ebenfalls Tausende Menschen auf die Strasse. Kleiner und weitgehend friedlich liefen die Proteste in Malaysia und Indonesien ab.

Frankreich verbietet Demos

Sowohl Frankreich und Tunesien verboten hingegen alle öffentlichen Demonstrationen gegen die umstrittenen Mohammed-Karikaturen einer Satire-Zeitung.

Auch der grösste französische Muslim-Verband CFCM rief dazu auf, nicht auf die Strasse zu gehen. «Jeder Protest könnte missbraucht werden und wäre kontraproduktiv», sagte Verbandspräsident Mohammed Moussaoui dem Radiosender RFI.

Bei gewaltsamen Protesten gegen das Schmäh-Video und Angriffen in islamischen Ländern sind bislang mehr als 30 Menschen getötet worden. Die Proteste richten sich inzwischen auch gegen Mohammed-Karikaturen, die von der französischen Satirezeitung «Charlie Hebdo» am Mittwoch veröffentlicht worden waren.

(bg/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Dhaka - Nach Angriffen tausender Muslime auf buddhistische Heiligtümer und Wohnviertel in Bangladesch haben die Behörden des südasiatischen Landes am Montag ... mehr lesen
In den vergangenen Wochen hatten zehntausende Muslime gegen das in den USA produzierte Schmähvideo protestiert. (Archivbild)
New York - Nach den weltweiten Protesten gegen den islamfeindlichen Film «Die Unschuld der Muslime» haben die Aussenminister von 57 islamischen Staaten Gesetze zum Schutz der Religion gefordert. Die Weltgemeinschaft müsse «nötige Massnahmen» gegen «religiösen Hass, Diskriminierung und Gewalt» ergreifen. mehr lesen 
New York - Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat das in den USA ... mehr lesen
Mahmud Ahmadinedschad ist gegen jegliche Art von provokativen Aktionen gegen die Religionen.
Athen - In Athen haben Muslime gegen den Anti-Mohammed-Film demonstriert. Bei den ersten Protesten gegen den Schmähfilm in der griechischen Hauptstadt kam es am Sonntag zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. mehr lesen  1
Weitere Artikel im Zusammenhang
Der durch die Polizei in La Rochelle gefasste 40-Jährige habe auf einer islamistischen Website gefordert, den Direktor zu köpfen. (Symbolbild)
Paris - In Frankreich hat die Polizei einen Mann festgenommen, der nach Veröffentlichung umstrittener Mohammed-Karikaturen ... mehr lesen
Islamabad - Der pakistanische Premier Raja Pervez Ashraf hat sich vom Mord-Aufruf eines Kabinettsmitglieds gegen den ... mehr lesen
Raja Pervez Ashraf
Bern - Rund 200 Muslime haben sich am Samstag auf dem Helvetiaplatz in Bern versammelt. Sie forderten einen besseren Schutz der religiösen Gefühle in der Schweiz und kritisierten den umstrittenen Mohammed-Film aus den USA. mehr lesen  2
Washington - In Erwartung neuer Proteste in der islamischen Welt haben die USA ihre diplomatischen Vertretungen in ... mehr lesen
Die USA rüsten sich vor dem Abendgebet. (Symbolbild)
Los Angeles - Angesichts erwarteter neuer Proteste gegen den Anti-Islam-Film schliessen die USA am Freitag ihre diplomatischen Vertretungen in Indonesien. Es seien neue «grosse Demonstrationen vor unseren Einrichtungen» zu erwarten, teilte die Botschaft in Jakarta am Donnerstag mit. mehr lesen 
Charlie Hebdo macht immer wieder mit provokanten Frontseiten von sich reden.
Dschalalabad - Am Tag der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen im ... mehr lesen
Dschalalabad - Aus Protest gegen den Anti-Islam-Film aus den USA sind in Afghanistan am Mittwoch erneut zahlreiche Menschen auf die Strasse gegangen. Im Osten des Landes demonstrierten rund tausend Menschen und blockierten eine zentrale Zufahrtsstrasse in die Hauptstadt Kabul. mehr lesen 
Dhaka/Kabul - Die Regierung von Bangladesch hat sich für das Verbot eines in den USA privat hergestellten antiislamischen Schmähvideos ausgesprochen. Kein Muslim könne eine Verunglimpfung des Propheten Mohammed tolerieren, sagte Ministerpräsidentin Sheikh Hasina am Sonntag in der Hauptstadt Dhaka. mehr lesen 
In ihrer ersten Amtshandlung als Bischöfin setzte Lane eine ...
Grossbritannien  London - Die anglikanische Kirche von England hat erstmals eine Frau zur Bischöfin ernannt. Einen Monat nach der Verabschiedung einer historischen Reform wurde die Vikarin Libby Lane zur Bischöfin von Stockport im Nordwesten des Landes berufen. 
Vatikan  Vatikanstadt - Tausende Menschen haben bei der Generalaudienzden 78. Geburtstag von Papst Franziskus gefeiert. Geistliche aus der argentinischen Heimat des Papstes schenkten dem Papst eine mit Zuckerguss in den weiss-hellblauen Farben von Argentiniens Fahne verzierte Torte.  
Deutschland  Dresden - Trotz landesweiter Kritik verzeichnet das rechtspopulistische «Pegida»-Bündnis in Deutschland weiter Zulauf. Nach Angaben der Polizei folgten am Montagabend in Dresden rund 15'000 Menschen dem Demonstrationsaufruf der «Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes» («Pegida»).   1
Barrikaden in Berlin, Mai 1929: Vom Crash zur Katastrophe war es kein langer Weg.
Der Börsencrash und seine Folgen in Europa «Il Quarto Reich» heisst der politische Bestseller in Italien. Unterdessen machen sich tatsächlich Tausende auf deutschen ...
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1090
    Die Musen sterben! Es wäre ja eine schöne Sache, wenn alle Waren der Welt überall frei ... Sa, 22.11.14 20:28
  • LinusLuchs aus Basel 51
    Demokratie im Niedergang? Ihre Überlegungen finde ich absolut plausibel und sehr spannend, ... Sa, 22.11.14 11:32
  • Kassandra aus Frauenfeld 1090
    Kapitalismus im Niedergang? Ich möchte mich mal nur auf den Schluss ihres Beitrages konzentrieren, ... Fr, 21.11.14 18:36
  • LinusLuchs aus Basel 51
    Inquisition Reloaded Das Festhalten am Bekannten, Bewährten und damit am Sicheren, ... Fr, 21.11.14 13:45
  • jorian aus Dulliken 1529
    Die verdammten Fakten Warum heisst Grönland Grönland? Warum kann man in Schottland keinen ... Fr, 21.11.14 04:03
  • Kassandra aus Frauenfeld 1090
    Ideologische Scheuklappen? Sie haben wohl Recht, LinusLuchs, wenn Sie bezüglich der Aussage "„Dass ... Do, 20.11.14 18:34
  • Kassandra aus Frauenfeld 1090
    Das kann ich aus meinem Berufsleben unbedingt bestätigen. Mitarbeiter im Verkauf und den ... Do, 20.11.14 00:51
  • LinusLuchs aus Basel 51
    Neoliberalismus keine Ideologie? Patrik Etschmayer war bei diesem Satz wohl einen Moment etwas ... Mi, 19.11.14 13:18
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
DO FR SA SO MO DI
Zürich 4°C 7°C bewölkt, Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Basel 5°C 7°C bedeckt, Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 6°C 8°C bewölkt, Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Bern 6°C 9°C bewölkt, Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Luzern 7°C 10°C bewölkt, Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Genf 7°C 10°C bedeckt, Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Lugano 4°C 10°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
mehr Wetter von über 6000 Orten